Zu guter Letzt: Tangagate im Tessin
Schon wieder erlebt das Tessin einen Sex-Werbung-Skandal. Aber die Bevölkerung wehrt sich gegen die unzüchtigen Plakate.

Im Dezember provozierte das Tessiner Sexportal Sexlocal.ch mit einer allzu offensichtlichen Verwechslungsgefahr zur seriösen Plattform Local.ch, die anschliessend rechtlich gegen den ungeliebten Namensvetter vorging.

Und nun das. Wie Tio.ch und 20min.ch berichten, erschüttert ein neuer Sex-Skandal die Südschweiz. Die Seite Sweetticino.ch wirbt mit einem ziemlich freizügigen Hinterteil für die eigenen Dienste. In Kombination mit dem Spruch «Prostituierte auf dem Trottoir? Nein, danke! Besser auf Sweetticino.ch!» sorgen die Plakate für rote Köpfe. Auch wenn der Slogan eigentlich gar nicht so schlecht ist und von der Stadt Zürich direkt übernommen werden könnte («Prostituierte auf dem Trottoir? Nein, danke! Besser in der Verrichtungsbox!»).
Scheinbar hat die Bevölkerung aber genug von sexuellen Anzüglichkeiten auf Plakatwänden und geht aktiv gegen die Aushänge vor. Mit Sprüchen («Provozieren ist nicht gut. Schande.»), Filzstift (aus Reizwäsche wird züchtige Unterhose) oder Papierhose wird dem Sex-Terror zu Leibe gerückt.



Und was sagt der Betreiber des Portals zur kreativen Selbstjustiz? Er ist laut 20 Minuten «richtig wütend» und vermutet «sexuell frustrierte Mütter» hinter den Verunstaltungen. Es muss hart sein, wenn die grösste Zeitung des Landes die eigene Sexdomain kostenlos Millionen von Menschen, die zuvor noch nie davon gehört haben, unter die Nase reibt. Uns kommen die Tränen – unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden beim Besitzer des Onlinebordells Sweetticino.ch.
Thomas Häusermann
