Zu guter Letzt: Kreatives Blutvergiessen
Egal ob aus Blut von HIV-Positiven oder gewonnen aus Raucherlungen – Tinte mit Botschaft hat momentan Hochkonjunktur.
Saatchi & Saatchi hat eine Sonderausgabe des Wiener Magazins Vangardist mit Blut von HIV-positiven Menschen gedruckt – die Kampagne ist in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche zu sehen. Abgebaut werden sollen Berührungsängste. Die Auflage beträgt 3000 Exemplare und soll die Stigmatisierung von HIV-Positiven thematisieren. Obwohl die Gesellschaft eigentlich aufgeklärt sein sollte, werden Träger des HI-Virus immer noch ausgegrenzt und auf Distanz gehalten.
Ogilvy hatte in Brasilien dieselbe Idee, druckte fast gleichzeitig mit Blut von HIV-Positiven das «HIV-positive Poster» – und sorgte für Begegnungen zwischen den auf den Plakaten beschriebenen Infizierten und den Lesern der Botschaften.


Mit «The Message from the Lungs» wählte BBDO Proximity Thailand einen anderen – und doch sehr ähnlichen Ansatz. Für eine Tabakpräventionskampagne der Thai Health Promotion Foundation liess die Agentur aus gespendenten Raucherlungen Tinte herstellen. Nicht als Einzelstück, sondern in einer grösseren Auflage. Zum Aufhören ermutigende Botschaften wurden von den Käufern über Social Media geteilt – wenig überraschend, dass sich bald auch die übrigen Medien für die Aktion interessierten und die Kampagne zum landesweiten Thema machten.
Was die drei Kampagnen nebst des Tinten-Themas noch gemeinsam haben: Sie werden bei den kommenden Festivals vermutlich zu den Gewinnern gehören. (hae)
