Baden zieht besser als Aargau

Nach 18 Jahren bringen die AZ Medien am 31. Oktober das Badener Tagblatt zurück. Die Lancierung einer Tageszeitung stellt dabei eine Seltenheit in der heutigen Schweizer Medienlandschaft dar.

Es sei ein Fehler gewesen, die starke Marke 1996 im Zuge der Fusion mit dem Aargauer Tagblatt zur Aargauer Zeitung verschwinden zu lassen, so Verleger Peter Wanner gegenüber der Schweiz am Sonntag. Man habe damals mit der einheitlichen Marke AZ eine Stimme für den ganzen Kanton etabliert, was qualitativ gelungen sei. An der Identifikation der Badener mit der Aargauer Zeitung mangelt es hingegen. Im Ostaargau identifiziert man sich mehr mit der Region,  als mit dem Kanton. Entsprechend spreche man Badener mit «Badener Tagblatt» besser an als mit «Aargauer Zeitung», ist Wanner überzeugt. Ausserdem glaub der Verleger, auch bei den vielen Neuzuzügern aus Zürich mit der Marke Baden besser punkten zu können als mit dem eher negativ behafteten «AG».

Das neulancierte Badener Tagblatt wird vom Zeitungsverbund AZ Nordwestschweiz die nationale, internationale und kantonale Berichterstattung übernehmen. Eigene Akzente werden auf der Frontseite und im ausgebauten Regionalbund gesetzt. Eigene Kolumnisten und Illustrationen ergänzen den Inhalt. Ausserdem soll Zürich eine stärkere Gewichtung zukommen und die Kantonshauptstadt Aarau weniger Raum einnehmen. Für den Inhalt des ab 31. Oktober den Abonnenten der AZ Aargauer Zeitung zugestellten Badener Tagblatts ist das verstärkte Regionalressort unter der Leitung von Martin Rumpf.

Dass bezahlte Tageszeitungen lanciert werden, stellt in der heutigen Medienlandschaft eine Seltenheit dar. Allein in den letzten 30 Jahren sind laut Schweiz am Sonntag 30 Zeitungstitel verschwunden, seit den 50er-Jahren hat sich die Zahl der Titel hierzulande halbiert. Neue Zeitungen entstanden nur noch am Sonntag. (hae/SaS)

Bild: Keystone

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