Zu guter Letzt: Skandalträchtiges Werbelüftchen

Aufruhr im Kanton Solothurn: Ein furzender Weihnachtsmann vermiest manchem Mitbürger die Vor-Vorweihnachtszeit. Zeit zu handeln!

Werbung mit Ecken und Kanten fällt- aber regt auch oft auf. Aktuell geht es um ein Werbesujet, welches die Migros Aare im besten Wissen und Gewissen in Zeitungen und an Plakatstellen veröffentlichte, um den hauseigenen Catering-Service zu bewerben. Es zeigt einen Samichlaus, der sich vor einem Backofen bückt und dem Betrachter sein Hinterteil entgegenstreckt. Text: «Damit Ihre nächste Weihnachtsfeier nicht nach hinten losgeht».

catering-services

Auf Plakatwänden ist zudem der Alternativtext «Damit Ihre nächste Weihnachtsfeier nicht für den A**** ist» zu sehen. Zu viel für manchen Betrachter, denn in Hintern-Nähe ist auch eine verdächtige Wolke zu sehen.

Auf die Anzeige aufmerksam geworden ist nun die AZ Solothurner Zeitung. Dank eines Leserbriefschreibers. Er fordert, «diesen ungehobelten, grobschlächtigen Weihnachtsmann dorthin zurückzuschicken, wo er hergekommen ist».

az-sz

Eigentlich hat die Migros alles ganz anders gemeint. «Die Bild-Idee war, einen Samichlaus zu zeigen, der sich vergeblich bemüht, ein Festessen zuzubereiten, und der deshalb den Catering-Service der Migros Aare ruft», so Migros-Sprecherin Andrea Bauer auf Intervention der Zeitung. Mit anderen Worten: Das Räuchlein entsprang dem Backhofen und wurde völlig zu Unrecht mit Flatulenz in Verbindung gebracht. Frau Bauer gesteht aber ein, das Bild könne – besonders in Kombination mit dem Text – falsch verstanden werden.

Die Migros kommt dem Wunsch des empörten Lesers nun nach und wird die Anzeige nach Ablauf der Buchung für immer und ewig im Archiv verschwinden lassen. Und nie wieder darüber sprechen. Übrigens: Die Anzeige wurde offenbar intern gestaltet. Vielleicht besser so: Der handfeste Skandal hätte für die verantwortliche Agentur womöglich nach hinten losgehen können.

Thomas Häusermann    

More articles on the topic