Zu guter Letzt: Pyramide der Schande

Eine in Cannes prämierte, eindrückliche WWF-Kampagne zeigt: Am illegalen Handel mit Tierprodukten sind viele Menschen beteiligt – und zuoberst steht der Endkunde.

Starke Aussage, starkes Artwork: «Stop one. Stop them all.» Tierarten wie Nashörner, Tiger oder Haie sind akut vom Aussterben bedroht. Das Abschlachten geht aber munter weiter: Solange es noch Tiere gibt, existiert auch ein Markt. Die von Leo Burnett konzipierte Pyramide der Schande zeigt: Wenn eine Stufe wegfällt, stoppt das Morden. Welche es ist, liegt in den Händen der Menschheit. Ändert sich nichts, verschwindet die unterste Schicht – die Tiere. Besser durchgesetzte Verbote und schärfere Kontrollen könnten allenfalls die zweitunerste Schicht – die Wilderer und illegalen Fischer – eindämmen. Die Erfahrung zeigt aber: Verschwinden die einen, kommen die Nächsten. Solange Geld fliesst, finden sich Menschen, die ohne Skurpel mitverdienen wollen. Die einfachere und effizienteste Lösung wäre – so die starke Aussage der Kampagne – bei der Spitze der Pyramide anzusetzen. Der Endkunde hat es in den eigenen Händen, ob er die Schnitzerei aus Horn, das Tiger-Produkt oder die Haifisch-Flosse kaufen will. Will er nicht, stürzt die Pyramide zusammen.

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Die brutalen, aber leider realistischen Darstellungen und die Aussage erinnern an eine Kampagne, die Lowe Singapur kürzlich für die Tierschutz-Organisation Peta lanciert hat. Auch sie nimmt den Endkunden schonungslos in die Verantwortung. Verdrängen hilft nichts – wer solche Produkte kauft, ist kein deut besser als die skrupellosen Wilderer. Vielleicht lernts die Menscheit ja doch noch – zum Beispiel dank guter Werbung. Wie Spiegel Online am Montag berichtet, sieht es momentan aber leider nicht so aus. (hae)

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