Drohnen

Regierungen, Private, Hilfsorganisationen oder das Militär – jeder will eine. Auf der einen Seite kann sie helfen, vermisste Personen in der Wildnis zu suchen oder Journalisten bei der Berichterstattung an schwer zugänglichen Orten zu unterstützen. Von Manuel P. Nappo

Gleichzeitig kann das Militär mit ihr, ohne das eigene Land verlassen zu müssen, Terrorverdächtige «gezielt» eliminieren oder Demonstranten ausspionieren. Doch welche Bedeutung werden Drohnen künftig haben? Sind sie «the next big thing» oder der letzte Nagel in den Sarg der internationalen Legitimität und der Privatsphäre? An der SXSW in Austin, Texas, wurde das Thema eifrig diskutiert, denn diese Technologie scheint auf dem besten Weg, mainstreamfähig zu werden.

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Grundsätzlich liessen sich in der Debatte zwei Hauptdiskussionsstränge identifizieren: der Einsatz von Drohnen durch den Staat und der Einsatz durch Private oder Firmen. Auffallend ist, dass in beiden Fällen noch keine Regulierung vorliegt und dass Europa den USA in diesem Thema eine Nasenlänge voraus ist. So hat die EU 50 Millionen Dollar für die Entwicklung von UAV (Unmanned Aerial Vehicle) für Notfallmassnahmen zugeteilt, während in den USA keine Abteilung der FEMA (Bundesagentur für Katastrophenschutz) eine Drohne besitzt. Beim Einsatz von Drohnen durch Regierungen geht es aber auch um eine ethische Dimension: Nationen entwickeln Waffen, die immer autonomer werden. Kritische Stimmen sagten deshalb, es sei eine Frage der Zeit, bis die Waffe selbst entscheiden könne, wen sie ausschalten möchte. Auch das allgegenwärtige Thema Privatsphäre steht hier im Zentrum der Diskussionen. Das viel gehörte Argument «weshalb soll ich mir Sorgen machen, wenn ich nichts Schlechtes tue?» ist in diesem Zusammenhang zu kurzsichtig. Regierungen wechseln bekanntlich und neue Gesetze werden verabschiedet. Nirgends wird garantiert, dass sie immer zu unseren Gunsten sein werden.

Bei der privaten Nutzung dominierte die Live- Demo einer Teaser-Drohne die Diskussion. «The Chaotic Unmanned Personal Intercept Drone» (Cupid) ist ein Prototyp, ausgestattet mit einem Elektroschocker mit einer Stärke von 80 000 Volt. Zum Vergleich: Die als Polizeiwaffen eingesetzten Teaser haben generell 50 000 Volt. Die vorgeführte Drohne kann auf eine Person angesteuert werden, auf die der Roboter dann zielt.

William Hurley, Designer des Cupid, sieht die Anwendung seines Produkts vor allem in der Heimüberwachung, da der Cupid Einbrecher stoppen könne. Dies erspare es dem Besitzer, den Eindringling mit einer Waffe zu verfolgen. «Hat jemand eine Ahnung, wie viele Pakete von Amazon pro Tag ausliefert werden? Werden wir vor lauter Drohnen den Himmel noch sehen?», fragte Noel Sharkey an der Podiumsdiskussion «Drones: Policy, Privacy & Public Safety» in Austin sein Publikum. So irrwitzig diese Fragen auch klingen, wir müssen wahrscheinlich noch bis 2019 warten, bis Drohnen auch im Transportwesen eingesetzt werden können. Flächendeckende Einsätze in der Landwirtschaft oder im Bau dürfen dagegen schon 2016 erwartet werden.  

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media, Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm
 
 

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