Ein komisches Jahr 2013
Von Florian Weischer, Geschäftsführer WerbeWeischer
Das ist die häufigste Bemerkung, die mir Menschen im Rückblick auf 2013 zugerufen haben. Dabei gibt es keine signifikanten Unterschiede, ob es sich dabei um berufliche oder private Themen handelt. Ein komisches Jahr also, ein Jahr, das uns auch Kopfzerbrechen ebenso wie grosse Freude und Erfolge gebracht hat. Unser erstes Jahr als Kinowerbeunternehmen in der Schweiz ist abgeschlossen und der Rückblick durchaus facettenreich.
Wir haben gelernt, dass die Schweiz viel mehr Facetten hat, als wir es erwartet haben, damit sind nicht nur die Sprach- und Kulturregionen (darüber kann man sich ja gut im Vorfeld informieren) gemeint, sondern Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Redewendungen und ihre Worte. Wir haben viele sorgfältige, wohlwollend prüfende, genaue und verlässliche, unkonventionelle, innovative und humorvolle, besondere Menschen erlebt. Das macht alleine schon «die Reise wert». Die Wege sind (in Kilometern) kurz, die mentale Distanz hat sich auch schnell verringert. Kommuniziert wird im direkten Gespräch, gerne mit Zeit und unter Ausnutzung eines strategischen Schweiz-Vorteils: der exzellenten Küche. Die hat allerdings ihren Preis. Das Geschäft für Medienvermarkter liegt aber immer draussen, also bei den Kunden und Agenturen. So haben wir schon einen ganz guten Überblick gewonnen, auch über das gastronomische Gesamtangebot, insbesondere in der Metropole Zürich.
Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, nicht nur, weil wir tolle Plätze und Gerichte erlebt haben, wir haben auch in 2013 unser Medium sehr gut verkaufen können. Alle mitgebrachten und speziell für die Schweiz entwickelten Neuerungen wurden fast enthusiastisch aufgenommen. In wenigen Einzelfällen durften wir dagegen auch erfahren, dass sich ein Schweizer «Nein» gerne hinter sehr höflichen und verbindlichen Worten – sagen wir einmal – versteckt. Aber Zahlen lügen ja bekanntermassen nicht, und unseren Sales Forecast im Startjahr haben wir mehr als deutlich übertroffen.
Unsere Kinobasis konnten wir ebenfalls vergrössern, zuletzt mit dem Zugewinn der Arthouse-Kinokette in Zürich sogar unseren Platz 1 in der wichtigsten Werberegion der Schweiz festigen und ausbauen. Weitere Schritte folgen noch in diesem Jahr.
Gar nicht so komisch findet der bisherige Platzhirsch in der Kinowerbung unser Engagement. Das ist nachvollziehbar, allerdings geht die Entwicklung in den Medien immer nach vorne, ganz selten oder nie zurück. Diese Erfahrung werden die Kollegen dort machen, und das liegt nicht nur daran, dass Konkurrenz ja bekanntermassen das Geschäft belebt, sondern der Druck durch Innovationen steigt. Da haben wir uns sehr viel vorgenommen, und die Kernpunkte sind auch schon längst realisiert: harte Kassendaten als Abrechnungsbasis pro Kampagne, Planung und Realisierung nach definierten Zielgruppen, Ausspiel im Kino auf dem höchsten technischen Qualitätsniveau (auch als DCI-Norm bezeichnet).
Das motiviert Kunden und Agenturen, macht aber im Wettbewerb nicht nur Freunde. Wenn der Markt dann Druck macht und diese Innovationen von allen Anbietern einfordert, wird schnell Abhilfe und Erneuerung versprochen. So ist es auch in der Schweiz im Herbst 2013 passiert. Allerdings hatte ich mich schon kurz nach dieser Ankündigung zu einer Wette hinreissen lassen, dass die für diesen Februar fest und publikumswirksam versprochene technische Erneuerung beim Wettbewerber nicht kommen wird. Es sind ja nur noch ein paar Tage, und die Chancen, dass sich meine Einschätzung bewahrheiten wird, steigen. Wir werden es ja sehen. Man kann das übrigens wirklich sehen im Kino – mit etwas Übung.
Jetzt dürfen Sie raten, was der Gewinn der Wette sein wird? Richtig: ein gutes Essen in Zürich – das ist wirklich kinderleicht zu finden. Und 2014 wird ein richtig gutes Jahr. Wollen wir wetten?
