Zu guter Letzt: Sprachwirrwarr bei Migros

Der Schweizer Grossverteiler lässt seinen italienischen Pastahersteller einen Spot produzieren, in welchem ein Deutscher den Namen Migros falsch ausspricht. Dafür erntet er mediale Kritik. Wer sich nicht beruflich mit Sprache befasst, findet die Aufregung übertrieben.

Auf Blick.ch wird der Migros nun Pseudo-Mundart sowie Germanisierung vorgeworfen und dass sie ihren Markennamen nicht einheitlich verwende. Ganz so einfach ist das aber nicht. Kann man bei einem hochdeutschen Text von Pseudo-Mundart sprechen? Und ist das überhaupt Germanisierung, wenn der Markenname im italienischen Spot mit stimmhaftem s ausgesprochen wird oder handelt es sich nicht vielmehr um schlecht vertonte Italianità, die an sich zur italienischen Pasta passen würde? Eine einheitliche Aussprache des französischen Markennamens Migros ist schliesslich nur schon in der mehrsprachigen Schweiz nicht gegeben, weil die Tessiner ihn wie im kritisierten Spot artikulieren.

//www.youtube.com/watch?v=pyEVDcgM2aA

Die Artikel auf 20minuten.ch und Blick.ch haben eine Flut an Kommentaren ausgelöst. Was die Kunden nervt, ist aber weder die Germanisierung, noch die Internationalisierung «ihrer» Marke Migros, wie Migros-Sprecher Urs Peter Naef gegenüber 20minuten vermutet. Das Gros der Kommentare und Bewertungen richtet sich nicht gegen den Patzer des Unternehmens, sondern gegen das mediale Aufbauschen eines dafür viel zu banalen Themas. (sis)
 

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