Zu guter Letzt: Werbung zum Weinen

Überschreitet Werbung eine gewisse Dummheits-Grenze, darf man sich guten Gewissens zur Wehr setzen. So geschehen kürzlich in Berlin.

Werbung zementiert gerne realitätsfremde Geschlechter-Stereotypen. Nicht nur Frauen-, sondern auch Männerbilder von vorgestern werden so genährt. Mit dem dümmlichen Slogan «Echte Männer weinen nicht. Es sei denn, sie werden Champion» will die Duschgel-Marke Right Guard bei den Herren der Schöpfung Eindruck schinden. Als Testimonial dient Fussballer Bastian Schweinsteiger, der nicht nur nach Siegen, sondern auch nach Niederlagen weint. Kein Wunder: «Männer weinen nun einmal, genau wie Frauen – aus Trauer und Schmerz, vor Freude, Rührung oder Zorn» (Focus.de). Wenn auch weniger oft: Eine Frau weint 30 bis 64 Mal pro Jahr, ein Mann nur sechs bis 17 Mal. Und wenn, dann nur zwei Minuten lang (Frau: sechs Minuten). Diese Unterschiede ändern nichts an der Dummheit besagter Kampagne. Umso schöner, wenn sich jemand die Mühe macht, sie vor Ort abzustrafen. (hae)

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Bildquelle: Notesofberlin.com

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