Zu guter Letzt: Nacketar statt Pelz
Die Hamburger Agentur Grimm Gallun Holtappels hilft der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, auf die unsägliche Echtfell-Mode aufmerksam zu machen. Auf zur virtuellen Nacktparade.
Pelztragen war früher eine Gewissensfrage – heute steht es sinnbildlich für Menschen, die sich im Informationszeitalter nicht informieren können oder wollen. Junge Leute stellen sich unter dem Thema mürrische Grossmütter mit verstaubten Nerzmänteln vor. Aufnahmen von chinesischen Farmen und Märkten scheinen so surreal, dass man sich am besten gar nicht mit ihnen beschäftigt. Das hat sicher nichts mit dem flauschigen Besatz an der eigenen Jacke zu tun.
Damit das Thema nicht gänzlich in Vergessenheit gerät, hat die Hamburger Agentur Grimm Gallun Holtappels in Zusammenarbeit mit Vier Pfoten eine Online-Kampagne lanciert. User erstellen einen individuellen Avatar, der nackt an einer virtuellen Protest-Parade teilnimmt. Dies gestaltet sich – nebst den üblichen Aufklärungsversuchen – recht amüsant. Immerhin stehen Männern alleine 20 Varianten primärer Geschlechtsorgane zur Auswahl. Frauen übrigens auch. Und 27 Nasen. Wer den eigenen «Nacketar» besonders fleissig weiterverbreitet, gewinnt Extras wie Biergläser, Peitschen oder Motorradhelme. Die Parade wächst im Eiltempo, zur Zeit nehmen schon 473 Personen teil. Pardon, 478. Selbst die Agenturgründer Grimm, Gallun und Holtappels liessen es sich nicht nehmen, sich für den guten Zweck virtuell auszuziehen, wie das erste Bild zeigt. Vielleicht nützts ja diesmal was. Und glaubwürdiger als die Supermodels, die sich in den 90er Jahren auszogen, um kurz darauf wieder an Pelzmodeschauen teilzunehmen, dürfte die Kampagne allemal sein. (hae)




