Zu guter Letzt: Sexismus ja, Aufklärung nein danke

Der kirchliche Weltbild-Verlag scheint eine etwas eigenwillige Vorstellung von Ethik zu haben: Er verbannt das Aufklärungsbuch «Make Love» aus dem Sortiment, vertreibt dafür aber die Sado-Maso-Trilogie «Shades of Grey».

Bei «Make Love» handelt es sich um ein sachliches Aufklärungsbuch, bei «Shades of Grey» hingegen um einen höchst umstrittenen und vielerorts als niveaulos und sexistisch bezeichneten Schmuddelporno-Bestseller. Der Verlag weist in seinem Online-Shop sogar explizit auf Folgendes hin: «Die hier beschriebene Unterwerfung der Frau widerspricht dem Welt- und Menschenbild, von dem wir uns als Buchhändler leiten lassen. Wir sehen das Buch als sehr problematisch an.» Die gnadenlose Frauenunterwerfung hält Weltbild aber nicht davon ab, das Werk anzubieten. Eine Passage über Abtreibung hingegen veranlasste den Verlag, «Make Love» aus dem Sortiment zu werfen. Man ist geneigt zu sagen: Verkehrtes Weltbild bei Weltbild.

Weltbild gehört zwölf deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Die Eigentümer hatten vor zwei Wochen beschlossen, ihre Anteile in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen. Damit wurde ein Verkaufsbeschluss abgewendet, der unter dem Eindruck öffentlicher Debatten über erotische und esoterische Medien im Weltbild-Sortiment vor gut einem halben Jahr gefällt worden war.

More articles on the topic