Publicom: Paid-Content könnte Zukunft haben

Die Neue Zürcher Zeitung hat kürzlich beschlossen, Bezahlschranken für ihre Online-Inhalte einzuführen. Eine Expertenbefragung von Publicom zeigt nun, dass dies für die Branche Signalwirkung haben könnte. Doch die SRG könnte sich gemäss Publicom als Spielverderberin erweisen.

Bisher sind die meisten Versuche, für journalistische Inhalte im Netz Geld zu verlangen, fehlgeschlagen, wie Publicom in einer Mitteilung schreibt. Seit aber Zeitungen wie die New York Times, die Financial Times und andere renommierte Blätter beschlossen haben, ihre Inhalte im Web nicht mehr zu verschenken, herrscht in der Branche weltweit Aufbruchstimmung. Nach Meinung der Delphinarium-Experten könnte sich Paid Content auch in der Schweiz durchsetzen. Allerdings dürfte es noch eine Weile dauern, bis die Akzeptanz des Publikums vorhanden ist. Zudem wird die weitere Entwicklung auch davon abhängen, ob die NZZ ihr Bezahl­konzept durchsetzen kann. Eine entscheidende Rolle könnte auch die SRG spielen: Wird es ihr erlaubt gebührenfinanzierte Gratisplattformen zu be­treiben, dürfte es den privaten Medienunternehmen schwer fallen, Bezahl­schranken aufrecht zu halten.

So oder so werden die Bäume vorläufig nicht in den Himmel wachsen, wie es weiter heisst. Die Mehrheit der Delphinarium-Teilnehmer rechnet nicht damit, dass die Um­sätze der Medienhäuser mit verkauften digitalen Inhalten in den nächsten fünf Jahren zehn Prozent der Gesamterlöse übersteigen werden.

Unter dem Begriff Delphinarium publiziert das auf Medienforschung und –beratung spezialisierte Unternehmen Publicom regelmässig Ergebnisse einer Experten­befragung. Am Panel sind über vierzig Fachleute der führenden Medien­unternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommu­nikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt.

Ausführlicher Report finden Sie unter Delphinarium.ch.
 

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