Zu guter Letzt: Beweise die Energie der Stadt!
Die deutsche Namensagentur Endmark wollte wissen, wie viel die Deutschen von englischen Werbe-Slogans aus dem Bereich Automobil wirklich verstehen. Die Ergebnisse sind ernüchternd.
Renault beispielsweise wirbt mit «Drive the change» für seine Umwelttechnologien. Nur 19 Prozent der Befragten übersetzte den Spruch gemäss Spiegel.de korrekt mit «Fahre die Veränderung» oder «Treibe die Veränderung an». Vier Fünftel dagegen scheiterten kläglich und übersetzten den Slogan mit «Fahre für Wechselgeld» oder «Fahr auf die Chance ab». Nissan wirbt mit «Urban proof energised». Wenn schon Renaults «Drive the change» für erhebliche Schwierigkeiten sorgt, wird Nissans Slogan wohl für noch grössere Rätsel sorgen, wird sich der helle Leser denken. Richtig gedacht: Sogar in der Deutschland-Zentrale des Autoherstellers waren die Worte nur unter Schwierigkeiten in ein sinnvolles Deutsch zu übertragen, wie man bei Endmark auf Anfrage von Spiegel online berichtete. Und von den befragten Personen konnten den Slogan nur 16 Prozent richtig im Sinne von «Das Auto lädt erwiesenermassen die Stadt mit Energie auf» interpretieren, andere übersetzten ihn zum Beispiel mit «Die Energie der Stadt beweisen». Platz 1 der unverstandenen Slogans belegt übrigens der Mazda-Slogan «Defy Convention» – nur gerade drei Prozent waren in der Lage, die zwei Worte richtig mit von «Trotze der Konvention» zu übersetzen.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Endmark eine Studie dieser Art durchführt. Jedesmal ergab sich das gleiche Bild: Die Deutschen verstehen kein Englisch. 2009 scheiterten sie beispielsweise am Opel-Claim von «Explore the City» – sie übersetzten mit «Explosionen an der Stadtgrenze». Die Agentur scheint sich aber nicht gross von diesen Ergebnissen beeindrucken zu lassen – beschreibt sie sich auf ihrer Website doch mit den Worten «Experten für Benennungsmarketing. Small enough to care, big enough to deliver.». Klein genug um zu pflegen, gross genug um zu entbinden. Oder so ähnlich.
