Von vorn beginnen

Robert C. Baier verlagert Aktivitäten in den strategischen Bereich

Robert C. Baier verlagert Aktivitäten in den strategischen BereichNach dem Management Buyout im vergangenen Januar richtet sich die Mediaagentur Robert C. Baier neu aus. Mediaaudit und Strategieberatung stehen künftig im Vordergrund. Personal- und kostenintensive Leistungen des Mediabackoffice will Baier bei anderen Servicestellen beziehen.Baier muss praktisch von vorn beginnen, ohne Kundenstamm und mit stark reduziertem Team (WW 6/01). In den besten Zeiten – Mitte der Achtzigerjahre – beschäftigte die Agentur acht Leute. Jetzt arbeitet er mit zwei Mitarbeiterinnen zusammen.
«Mediaaudit, Mediakonzepte, Strategiemodelle in Abstimmung mit der Kreation, Mediaeinkauf, Tarifanalysen, ab Spätsommer auch TV-Planung», so umschreibt Baier die Schwerpunkte seines künftigen Leistungsangebots. Doch zunächst geht es darum, einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Im Moment streckt Baier seine Fühler im Bereich Financial Communications aus. Zwei bis drei Anfragen, aus denen sich Kundenbindungen ergeben könnten, seien auf dem Tisch. Bis Spätsommer rechnet er mit einem halben Dutzend Kunden.
Arbeits- und kostenintensive Detailplanung teils auslagern Baier erachtet es nicht als Nachteil, dass eine kleine Agentur wie die seine in Sachen Evaluations- und Kalkulationsprogramme sowie beim Zugriff auf Datenbanken den Grossagenturen nicht das Wasser reichen kann. Weil der Detailplanungsprozess enorm arbeits- und personalintensiv sei, will er diesen Bereich ohnehin «schlank halten und wenn immer möglich outsourcen. Wenn es das Anforderungsprofil verlangt, werden wir diese Möglichkeit bei anderen Agenturen einkaufen», so Baiers Rezept. Deshalb sieht er sich auch mit dem kleinen Team in der Lage, Media-Full-Service anzubieten; das Schwergewicht soll aber nicht mehr dort liegen.
Die Konzentration der Mediaservices bei Grossagenturen werde weitergehen, ist Baier überzeugt. Seine Prognose: «Ein Oligopol von fünf bis sechs Mediaagenturen wird sich herausschälen – auf Kosten der mittleren und kleinen Agenturen, die sich neu strukturieren müssen.» Baier steckt im Moment mitten in diesem Prozess. Mit einem Seitenblick auch auf einige weitere Mediahäuptlinge, die sich in jüngster Zeit selbstständig gemacht haben, meint er halb scherzhaft: «Einige Gurus werden übrig bleiben.» Daniel Schifferle

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