Ab in den Besenwagen

Nach gescheiterten Verkaufsversuchen wird das Bike-Magazin Move eingestellt

Nach gescheiterten Verkaufsversuchen wird das Bike-Magazin Move eingestelltVon Daniel SchifferleDie im April redimensionierte Fischer Media AG musste jetzt doch die Einstellung eines ihrer Verlagsprodukte bekannt geben: Für das Bike-Magazin Move liess sich kein Käufer finden. Deshalb war die Juni-Ausgabe gleichzeitig die letzte. Fazit: Der Schweizer Markt ist zu klein für diesen
Special-Interest-Titel.
Als Fischer Media im April bekannt gab, sie wolle sich in Zukunft auf das Druckgeschäft konzentrieren und stosse deshalb sämtliche Verlagsprodukte ab, sah alles noch gut aus (WW 16/01). Für die Publikationen im Natur-, Freizeit- und Servicebereich seien Lösungen gefunden oder in Griffnähe, hiess es. Auch für das Bike-Magazin Move. Doch nur zwei Monate später wird Move eingestellt. Mit der Juni-Ausgabe hielten die Leser bereits die letzte Ausgabe in Händen.
«Wir hatten gehofft, dass jemand anders das Heft besser zum Funktionieren bringen kann. Am Schluss zogen sich aber alle Interessenten zurück», bilanziert Hans-Rudolf Wiederkehr, VR-Präsident der Fischer Media AG, die Bemühungen der vergangenen Wochen. Sein Fazit: «Der Schweizer Markt ist zu klein für ein eigenes Bike-Magazin.» Vor dem definitiven Entscheid für das Aus habe man alle denkbaren Varianten durchgespielt. Zuletzt hätte sich die Chefredaktion sogar mit dem Gedanken getragen, das Heft selber weiterzuführen. «Aber die Rechnung war einfach zu unsicher. Es reichte weder zum Leben noch zum Sterben», stellt Wiederkehr fest.
Trotz «Dopings» kamen kaum neue Leser und Anzeigen dazu
Vor acht Jahren hatte Move das Licht der Welt erblickt. Laut Wiederkehr hatten sich die Probleme besonders in den beiden letzten Jahren verschärft. Zwar sei Move nie eine Goldgrube gewesen, doch habe das Heft in seinen guten Jahren schwarze Zahlen geschrieben. In den beiden vergangenen Jahren sei aber die Nachfrage sowohl im Leser- als auch im Inserentenmarkt markant zurückgegangen.
Im vergangenen Jahr hatte man den Lenker herumzureissen versucht. Eine breitere Positionierung sollte dem Heft mehr Leser und Inserenten bescheren. Deshalb wurde das reine Bike-Heft kurzerhand in ein Outdoor-Magazin mit Schwerpunkt Biking umgewandelt. Auch dieser Schritt brachte keine Wende. Laut Wiederkehr liessen sich keine neue Publikumsschichten erschliessen. Zuletzt betrug die (nicht Wemf-geprüfte) Druckauflage des Heftes noch 25600 Exemplare.
Trotzdem betont Wiederkehr, nicht Move sei das grösste Sorgenkind der Fischer Media AG gewesen, sondern Astrea, das Heft des Apothekervereins. «Wäre Move unser einziges Verlagsobjekt gewesen, hätte man es redimensionieren können und wäre damit gerade so durchgekommen», ist Wiederkehr überzeugt. Der Beweis dafür muss jetzt nicht mehr erbracht werden.

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