Aufgefallen: Seit dem 11. September geniessen sie Präsenz auf allen Kanälen: die Talibans.
AufgefallenSeit dem 11. September geniessen sie Präsenz auf allen Kanälen: die Talibans. Dass die Wirtschaft ebenfalls von deren Bekanntheit profitieren will, erstaunt weiter nicht. Das Modelabel Filippa K macht vor, wie ein gewaschener und adre
Kolumne
Der letzte Speisewagen
Von Mike Müller
Es gibt noch verlässliche Transportunternehmen im Land. Die SBB zum Beispiel. Die Gültigkeit von Bahnbilletts ist klar definiert, es gibt keine Sunday-Rule, aber Raucherabteile, und im Speisewagen sind die Tische viel grösser als in der Luft. Sowieso mahnen mich die Airline-uniformen immer ein bisschen an James-Bond-Filme, da sind mir die Splatter-Movies lieber, die sich die Jugendlichen im Zweitklass-Raucher spät am Abend erzählen. Mein Herzstück ist aber der Speisewagen, vor allem der letzte. Da findet sich ein spannendes Sammelsurium übermüdeter Ferien-heimkehrer (die überdrehte Stimmung, die sie im Sechs-Uhr-Frühzug bei der Hinfahrt noch hatten, ist dann endlich verflogen), Theater- und Konzertgänger, gestresste Überstündler und ein paar Journalisten, die die morgigen Tageszeitungen vergleichen und sich herzhaft freuen oder fürchterlich aufregen.
Die riesige Bedeutung einer nationalen Transportunternehmung ist mir, was den letzten Speisewagen angeht, völlig klar. Nirgendwo sonst sind erste und zweite Klasse mehr vermischt, der Alkohol fliesst in vertretbaren Mengen, einheimischer Salsiz beruhigt die Mägen von Abendessenvergessern, und
es wird politisiert, als käme man gerade von einer hitzigen Gemeindeversammlung. Auch volkswirtschaftlich ist der Mikrokosmos richtungsweisend: Der Wagen wird von einer staatlichen Lok gezogen, die Getränke werden privatwirtschaftlich serviert. Kondukteur und Kellner grüssen sich mit einem jovialen «Sali», Ersterer kriegt auch schon mal einen Gratiskaffee – die Basis machts vor. Und internationale Erfahrung haben auch beide, wie es die Wirtschaftsspitzenverbände ja schon immer gefordert haben, Badischer Bahnhof der eine, Belgrader Würstlstand der andere. Da kommt ein Heimatgefühl auf, wie ich es noch in keiner Airportlounge mit einem warmen Feldschlösschen runtergespült habe.
[email protected]
Mike Müller ist Darsteller.
Sprachbeobachter
8ung Blindtext Selbstverständlich ist das noch nicht der richtige Text dieser Anzeige. Der definitive Text wird das Konzept unserer integrierten Marketingmassnahmen noch viel deutlicher sichtbar machen – bis zur Greifbarkeit. Mit Klarheit, Witz und Überzeugungskraft. Denn wir wissen, was eine Copy leisten muss: die Lesenden durch zwei, drei kurze, klare, sympathische Gedanken führen – und sie dabei unterhalten.
Die Argumente bringen wir mit unwiderstehlichem Charme vor. Und dramaturgisch so, dass jede(r) weiterliest. Dass die Menschen bei jedem Wort das Gefühl haben, jetzt kommt dann gleich der entscheidende Gedanke, der das Leben verändert. Zumindest die nächsten zehn Minuten.
Am Ende des Texts stellt sich das schöne Gefühl ein, dass uns jemand ernst nimmt. Dass uns jemand verstanden hat. Dass es eine Firma gibt mit unserem Niveau. Ganz egal, was diese Firma verkauft – wer diesen Text zu Ende gelesen hat, weiss: There’s somebody out there.
So erfüllt unsere Anzeige ihre Aufgabe und bringt Ihnen Ihren verdienten Return on Investment. Ihre Mitbewerber, die diesen Text natürlich auch lesen, werden sich wünschen, sie selbst hätten diese Anzeige geschaltet!
Einverstanden, es gibt zu viele lange Copys. Als Marketingmensch glauben Sie vielleicht gar nicht an die Copy…Und doch: Gott hat uns diese blauen Stifte gegeben. Und diese kleinen Kisten mit den Bildschirmen. Also nutzen wir sie doch. So wird auch für Sie der Himmel blau sein, die Vögel pfeifen ganz erfreuliche Quartalszahlen von den Bäumen, und Sie glauben an die Zukunft Ihrer Firma – und an Ihre eigene.
Leider ist das noch nicht der richtige Text dieser Anzeige. Der definitive Text wird das vereinbarte Konzept noch viel deutlicher sichtbar machen…
Beat Gloor, www.textcontrol.ch
