Zu guter Letzt: Bei Swisscom ist der «Natel plus»-Kunde König

Mit dem unscheinbaren Namen «Natel plus» hat die Swisscom einen Dienst im Angebot, der es in sich hat: Der Ansprechpartner kann selbst dann erreicht werden, wenn das Natelnetz überlastet ist. Wenn also «Natel plus»-Kunden bei überlastetem Netz telefonieren wollen, dann müssen sich alle anderen Teilnehmer hinten anstellen. Besonders perfide: Bei einem Engpass können übrige Teilnehmer sogar aus dem Netz verdrängt werden.

Bisher war der Dienst lediglich für Bundesräte und Rettungsdienste vorgesehen – berechtigterweise, kann es hier doch um Leben und Tod gehen. Wie einem Artikel der Sonntagszeitung zu entnehmen ist, kommen heutzutage aber auch einige Topmanager in den Genuss des Angebots. Praktisch, sind doch die Mobilfunknetze zunehmend verstopft. Am Zürcher Hauptbahnhof und an anderen neuralgischen Punkten bleiben Internetsurfer bereits heute regelmässig im Datenstau stecken. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die zunehmende Datenflut. Allein im Mobilfunknetz von Swisscom verdoppelt sich das übertragene Datenvolumen alle sieben Monate. Schuld daran sind vor allem die Flat-Rate-Angebote, welchen aus diesem Grund bald den Garaus gemacht werden könnte. «Natel plus»-Kunden dürfte dies kaum interessieren. Den übrigen bleibt zumindest die Hoffnung, dass die «Spezialkunden» der Swisscom den Dienst sinnvoll nutzen und von ihrem Vorzugsrecht nicht etwa Gebrauch machen, um Videos herunterzuladen oder sich lustige Youtube-Filmchen anzuschauen.

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