Der Zahltag kommt erst später
Die Thurgauer Leser haben erstmals die Wahl zwischen St.Galler Tagblatt und Thurgauer Zeitung
Die Thurgauer Leser haben erstmals die Wahl zwischen St.Galler Tagblatt und Thurgauer ZeitungVon Markus Knöpfli Vor einem Jahr wurde die Thurgauer Zeitungslandschaft um-gepflügt. Nun steht beim Platzhirsch Thurgauer Zeitung – Die Neue erstmals die Aboerneuerung an. Konkurrent Mittelthurgauer Tagblatt hat den Braten gerochen und wirbt verstärkt um Abonnenten. Das Rennen dürfte spannend werden.
Seit einem Jahr stehen sich im Thurgau zwei Tageszeitungen gegenüber: die aus sechs Regionalzeitungen fusionierte Thurgauer Zeitung – Die Neue (TZ, Auflage: 42000 Exemplare) der Thurgauer Medien AG und das einjährige Mittelthurgauer Tagblatt (MTT) und dessen ältere Schwester Bodensee Tagblatt (BT), beides Thurgauer Splits des St.Galler Tagblatts.
Heute präsentiert sich die Situation insbesondere im Mittelthurgau als weitaus spannender als noch vor zwölf Monaten. Bei der TZ stehen erstmals Aboerneuerungen an, denn das Blatt, das in rund 60 Prozent der 26000 Haushalte der Bezirke Kreuzlingen und Weinfelden abonniert ist, konnte am 3. Januar 2001 die meisten Abos seiner Vorgängertitel weiterführen. Anders das MTT: Es konnte lediglich etwa 50 BT-Abonnenten übernehmen und kommt nach dem Start mit 10000 Streuexemplaren mittlerweile auf 1000 Jahres- und rund 1000 derzeit laufende Probeabos. «Ich hatte allerdings mehr erwartet», sagt Verlagsleiter Daniel Ehrat.
Nun also harrt man in Frauenfeld und St.Gallen vor allem der Abonnentenreaktionen aus Weinfelden und Kreuzlingen. Ende Januar sollte das Resultat feststehen. «Der Zahltag kommt erst», bestätigt TZ-Verlagsleiter Urs Bucher, der nicht mit einem markanten Einbruch rechnet. Bei der TZ würden primär Leute abspringen, denen die neue Zeitung zu umfangreich und zu teuer wurde. Doch da biete das MTT keine Alternative. Zudem werde die TZ ihre wöchentliche Grossauflage weiterführen (insgesamt 90000 Exemplare), um mit diesem «nicht zu unterschätzenden Marketinginstrument» neue Schnupperabos zu generieren. Buchers Devise für die nächsten zwei Jahre heisst deshalb «Bestand halten».
Thurgauer Zeitung liegt noch unter Anzeigenbudget
Der «Angreifer» MTT hingegen hat eine Oktoberoffensive mittels Plakaten und Mailings gestartet. Bis Ende 2002 hofft Ehrat auf eine Steigerung auf 3000 Abos, 1000 weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel. Dabei setzt das MTT aber auch auf eine Kooperation mit drei Gemeinden, die jetzt noch mit der TZ zusammenarbeiten. Deren amtliche Anzeiger werden ab Januar beim MTT zu je einem integrierten Zusatzbund – womit dieses im fraglichen Gebiet einmal wöchentlich in sämtliche 2970 Haushalte kommt. «Wenn diese Massnahme nicht greift, dann werden wir es auch in Zukunft schwer haben», sagt Ehrat, der nicht verhehlt, dass das MTT «mit dem Stempel St.Gallen zu kämpfen» hat.
Letzteres zeigt sich wohl auch im Inseratebereich. Zwar liegt das MTT mit etwa einer halben Anzeigenseite pro Ausgabe gemäss Ehrat «etwas über Budget», Todesanzeigen aus dem Mittelthurgau – ein wichtiger Akzeptanzmesser – fehlen jedoch, anders als im Oberthurgau, wo das BT die Nase vorn hat. Ein Zusammenlegen des MTT mit dem BT oder gar ein Aufgeben im Mittelthurgau schliesst Ehrat aber für nächstes Jahr kategorisch aus.
Bei der TZ lag man bezüglich Inseratevolumen bis Mitte Jahr über dem budgetierten Plus von 20 Prozent gegenüber dem letztjährigen Volumen der Vorgänger-TZ. Nationale und gesamtkantonale Anzeigen waren zahlreicher vorhanden, auch dank der Mitgliedschaft im Kombi 1 und in der Nordostschweiz. Ab Juli war aber der Inserateeinbruch auch bei der TZ zu spüren. «Wir liegen zwar noch immer über dem Vorjahreswert der Vorgänger-TZ, aber doch unter Budget», sagt Bucher.
Was die Beurteilung der Inhalte angeht, sind sich beide Seiten weit gehend einig. TZ-Chefredaktor Andreas Netzle, der seinem Blatt in diesem Herbst ein neues Layout und auch ein neues journalistisches Konzept verpasst hat, bringt es auf den Punkt: «Besonders auf kantonaler Ebene sind wir umfassender, vom journalistischen Handwerk her ist das MTT hie und da (noch) besser.» Auf den Oberthurgau treffe dies jedoch nicht unbedingt zu, weil dort beide Blätter häufig dieselben Korrespondentenberichte haben. Das zeigt: Der derzeitige Hauptkampf konzentriert sich auf den Mittelthurgau.
St. Galler Tagblatt plant Relaunch
Seit einem Jahr stehen sich im Thurgau zwei Tageszeitungen gegenüber: die aus sechs Regionalzeitungen fusionierte Thurgauer Zeitung – Die Neue (TZ, Auflage: 42000 Exemplare) der Thurgauer Medien AG und das einjährige Mittelthurgauer Tagblatt (MTT) und dessen ältere Schwester Bodensee Tagblatt (BT), beides Thurgauer Splits des St.Galler Tagblatts.
Heute präsentiert sich die Situation insbesondere im Mittelthurgau als weitaus spannender als noch vor zwölf Monaten. Bei der TZ stehen erstmals Aboerneuerungen an, denn das Blatt, das in rund 60 Prozent der 26000 Haushalte der Bezirke Kreuzlingen und Weinfelden abonniert ist, konnte am 3. Januar 2001 die meisten Abos seiner Vorgängertitel weiterführen. Anders das MTT: Es konnte lediglich etwa 50 BT-Abonnenten übernehmen und kommt nach dem Start mit 10000 Streuexemplaren mittlerweile auf 1000 Jahres- und rund 1000 derzeit laufende Probeabos. «Ich hatte allerdings mehr erwartet», sagt Verlagsleiter Daniel Ehrat.
Nun also harrt man in Frauenfeld und St.Gallen vor allem der Abonnentenreaktionen aus Weinfelden und Kreuzlingen. Ende Januar sollte das Resultat feststehen. «Der Zahltag kommt erst», bestätigt TZ-Verlagsleiter Urs Bucher, der nicht mit einem markanten Einbruch rechnet. Bei der TZ würden primär Leute abspringen, denen die neue Zeitung zu umfangreich und zu teuer wurde. Doch da biete das MTT keine Alternative. Zudem werde die TZ ihre wöchentliche Grossauflage weiterführen (insgesamt 90000 Exemplare), um mit diesem «nicht zu unterschätzenden Marketinginstrument» neue Schnupperabos zu generieren. Buchers Devise für die nächsten zwei Jahre heisst deshalb «Bestand halten».
Thurgauer Zeitung liegt noch unter Anzeigenbudget
Der «Angreifer» MTT hingegen hat eine Oktoberoffensive mittels Plakaten und Mailings gestartet. Bis Ende 2002 hofft Ehrat auf eine Steigerung auf 3000 Abos, 1000 weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel. Dabei setzt das MTT aber auch auf eine Kooperation mit drei Gemeinden, die jetzt noch mit der TZ zusammenarbeiten. Deren amtliche Anzeiger werden ab Januar beim MTT zu je einem integrierten Zusatzbund – womit dieses im fraglichen Gebiet einmal wöchentlich in sämtliche 2970 Haushalte kommt. «Wenn diese Massnahme nicht greift, dann werden wir es auch in Zukunft schwer haben», sagt Ehrat, der nicht verhehlt, dass das MTT «mit dem Stempel St.Gallen zu kämpfen» hat.
Letzteres zeigt sich wohl auch im Inseratebereich. Zwar liegt das MTT mit etwa einer halben Anzeigenseite pro Ausgabe gemäss Ehrat «etwas über Budget», Todesanzeigen aus dem Mittelthurgau – ein wichtiger Akzeptanzmesser – fehlen jedoch, anders als im Oberthurgau, wo das BT die Nase vorn hat. Ein Zusammenlegen des MTT mit dem BT oder gar ein Aufgeben im Mittelthurgau schliesst Ehrat aber für nächstes Jahr kategorisch aus.
Bei der TZ lag man bezüglich Inseratevolumen bis Mitte Jahr über dem budgetierten Plus von 20 Prozent gegenüber dem letztjährigen Volumen der Vorgänger-TZ. Nationale und gesamtkantonale Anzeigen waren zahlreicher vorhanden, auch dank der Mitgliedschaft im Kombi 1 und in der Nordostschweiz. Ab Juli war aber der Inserateeinbruch auch bei der TZ zu spüren. «Wir liegen zwar noch immer über dem Vorjahreswert der Vorgänger-TZ, aber doch unter Budget», sagt Bucher.
Was die Beurteilung der Inhalte angeht, sind sich beide Seiten weit gehend einig. TZ-Chefredaktor Andreas Netzle, der seinem Blatt in diesem Herbst ein neues Layout und auch ein neues journalistisches Konzept verpasst hat, bringt es auf den Punkt: «Besonders auf kantonaler Ebene sind wir umfassender, vom journalistischen Handwerk her ist das MTT hie und da (noch) besser.» Auf den Oberthurgau treffe dies jedoch nicht unbedingt zu, weil dort beide Blätter häufig dieselben Korrespondentenberichte haben. Das zeigt: Der derzeitige Hauptkampf konzentriert sich auf den Mittelthurgau.
St. Galler Tagblatt plant Relaunch
Das Layout des zur NZZ-Gruppe gehörenden St.Galler Tagblatts wird per September 2002 überarbeitet. Den Auftrag dazu erhielt die freie Mediendesignerin Katja Hösli, die schon für das bisherige Layout verantwortlich war und auch die verlagseigenen Sportmagazine Drive und Smash gestaltete.
