Mehr Chancen am Goldbach

Moneycab wechselt vom Vermarkter Adlink zu Active Agent

Moneycab wechselt vom Vermarkter Adlink zu Active AgentDie Übernahme von Moneycab verursacht der Goldbach Media primär noch Kosten. Doch die junge Börsenplattform soll den Break-even bis Ende 2004 schaffen – vor allem dank neuer Einnahmequellen.«Die Handänderung von Tamedia, Credit Suisse und Bluewin zu Goldbach Media bringt uns auf den ursprünglichen Pfad zurück», sagt Moneycab-Geschäftsführer Markus Gisler und meint damit den Termin für den Break-even der Börsenplattform. Dieser war mal auf 2004 geplant gewesen, musste aber wegen Einbrüchen bei der Onlinewerbung um ein Jahr hinaus- geschoben werden. «Dank Goldbach können wir aber wieder mit 2004 rechnen», sagt Gisler.
Für diesen Optimismus kennt er zwei Gründe: Einsparungen dank Synergien sowie der Wechsel vom Vermarkter Adlink zur Goldbach-Tochter Active Agent. Zum Ersten: Da die Wirtschaftsredaktion der Goldbach-Tochter Swisscontent Corp. zu Moneycab umziehen wird und die gleiche Technologie benützt, lassen sich die Infrastrukturkosten senken.
Chancen sieht Gisler aber vor allem mit dem Wechsel zu Active Agent, die Michi Frank unterstellt ist. «Goldbach Media hat für die elektronischen Medien einen guten Namen», lobt er. «Und es ist halt ein Unterschied, ob Michi Frank bei einem Marketingleiter vorsprechen will oder irgendjemand von Adlink.» Adlink habe zwar technisches Know-how, «aber sie haben unsere Plattform nicht wirklich verkauft».
Für Martin Radelfinger von Adlink ist «Moneycab eine sehr gute Onlinewerbeplattform». Sie habe aber wesentlich weniger Traffic generiert als budgetiert, sagt er. Dennoch habe Adlink die vorhandene Kapazität zu 80 bis 90 Prozent verkauft. Um aber kommerziell erfolgreich zu sein, «muss Moneycab mehr Traffic generieren, die Onlinewerbung umstrukturieren oder andere Einnahmequellen finden», ergänzt Radelfinger.
Gisler setzt auf neue Einnahmequellen. Noch im Januar steht ein neuer Release von Moneycab an, dank dem der Handel mit Wertpapieren direkt ab Plattform möglich wird – über bezahlte Links zu elektronischen Banken. Ein zweiter kostenpflichtiger Service, das Moneycab-Radio, startet Ende Januar. Damit kann man via Telefon den gesamten Inhalt der Plattform abhören, wobei die Infoauswahl mit gesprochenen Befehlen gesteuert wird. «Wir glauben, dass dies sehr attraktiv ist und uns sofort Einnahmen bringt», sagt Gisler.
Ab Frühling dann ist die Einführung eines oder mehrerer Paychannels vorgesehen, eine Art Abogebühr für neue zusätzliche Angebote.
Auf alle diese bezahlten Dienste ist Moneycab angewiesen, mittelfristig sollen sie 60 bis 70 Prozent des Betriebsbudgets von rund 10 Millionen Franken decken. Über Werbung, so Gisler, lassen sich «bloss» 30 bis 40 Prozent finanzieren. Markus Knöpfli
Berichtigung In der WerbeWoche-Ausgabe 46/01 war unter dem Titel «Wirtschafts-Einheitsbrei» zu lesen, dass Moneycab von den bisherigen Aktionären Bluewin, Credit Suisse und Tamedia mit Content beliefert werde. Das Umgekehrte ist richtig: Moneycab ist der Lieferant, die drei ehemaligen Aktionäre bleiben Empfänger.

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