Dreiköniglicher Adel

Dieses Jahr setzte sie zwar keine neuen Trends, dennoch war die Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse in Zürich-Oerlikon in der vierten Auflage ein voller Erfolg.

Dieses Jahr setzte sie zwar keine neuen Trends, dennoch war die Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse in Zürich-Oerlikon in der vierten Auflage ein voller Erfolg.Von Beat Fritsch Das freute die Verantwortlichen, allen voran Karl Lüond, Leiter des Medieninstituts des Verbands, und Geschäftsführerin Eva Keller. Rund 280 Topshots waren in der Teilnehmerliste aufgeführt; darunter höchste Schweizer Verleger wie Hans Heinrich Coninx, Michael Ringier, Marco de Stoppani oder Peter Wanner.
Vermisst wurden Basler, Berner und Westschweizer Namen, denn weder Hagemann, Lamunière, Stäheli oder von Weissenfluh fanden sich unter den Gästen. Präsenz markierten hingegen die Mitarbeiter der Jean Frey AG, gesuchte Gesprächspartner in den Kaffeepausen.
In Referaten und Diskussionsrunden – noch vor zwei Jahren herrschte das grosse Zittern vor dem Internet – waren die Ängste der Kongressbesucher nach dem Abflauen dieser Euphorie (inklusive Zusammenbruch der zwei sprachregionalen Privat-TV-Sender) anderswo auszumachen. Unter dem Tagungsmotto «Was jetzt wirklich zählt: Navigation, Augenmass, Persönlichkeit, Qualität» wollten sich die Förster und Baumschullehrer im Schweizer Blätterwald auf ihre Wurzeln zurück besinnen: Herstellung und professionelle Vermarktung von Printprodukten. Die elektronischen Medien würden das geschriebene Wort nie ersetzen können, stellte auch Schweizer-Presse-Präsident Coninx schon in der Eröffnungsrede fest. Die Nachmittagsdiskussion mit Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel und NZZ-am-Sonntag-Redaktionsleiter Felix E. Müller sowie Michael Ringiers Referat drehten sich auch um die Leistungen, die mit Druckerschwärze und Papier erbracht werden. So geriet die Tagung zur Nabelschau der Szene, die hoffnungsfroh in die Zukunft zu blicken scheint, obwohl sie letztes Jahr wie andere auch arg gebeutelt worden war.
Zu den offiziellen Punkten und den Referaten gesellen sich an der Dreikönigstagung immer auch inoffizielle Themen, über die sich trefflich in den diversen Kaffeepausen und während des Stehlunches über Mittag tratschen liess. Meist betreffen sie personelle Belange, denn das Phänomen Stellenwechsel und dessen mögliche Erscheinungsformen sind ein unerschöpflicher Gesprächsfundus.
Eine eigene grobe Zählung hat ergeben, dass fünf bekannte Kaderleute derzeit noch frei sind. Allerdings wird die frühere Glückspost-Verlagsleiterin Brigitte Schatzmann, die eine Auszeit genommen hat, demnächst in der Marketingabteilung der Kiosk AG beginnen. Des Weiteren haben gegenüber dem letzten Jahr zehn Tagungsteilnehmer den Arbeitgeber gewechselt und nochmals gut zehn Spitzenkader legte sich Michael Ringier während der Festtage ins eigene Geschenkkörbchen. Ihn sah man übrigens während der ganzen
Tagung gut gelaunt und meist lachend in immer wieder neue Gespräche verwickelt.
Wie sonst gemunkelt wird, sind solche grossen Veranstaltungen seine Sache eher nicht. Dieses Jahr jedoch liess er sich als Abschlussreferent, der dem letzten Jahr kurz vor Schluss das verlagstechnische Sahnehäubchen aufsetzte, den Auftritt nicht entgehen. Und schliesslich wurde einem an der Dreikönigstagung auch anschaulich vorgeführt, dass Michael Ringier definitiv der Grösste in der Schweizer Verlagsszene ist. Er überragt jeweils andere Anwesende beinahe um Kopflänge. Zur visuellen Abrundung hätte man ihm nur noch die Dreikönigskrone aufs Haupt zu setzen brauchen.
Beat Fritsch

verliess auch dieses Jahr die Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse ohne die so beliebte papierene Krone auf dem Kopf. An der Tagung wird in der ersten Kaffeepause jeweils Dreikönigskuchen gereicht. Mit genau einem König auf rund 300 Stück. Das Plastikmännchen fand dieses Jahr Medienjournalist Markus Knöpfli, der ebenfalls im Auftrag der WerbeWoche unterwegs war.
Wer königlich tagt oder an Werberfeten Hof hält, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo che.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

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