City-Pool wackelt heftig

Förderband/BE1 lässt Extra Bern weit hinter sich liegen

Förderband/BE1 lässt Extra Bern weit hinter sich liegenVon Markus Knöpfli Die Radiocontrol-Daten des zweiten Semesters 2001 heizen insbesondere in der Deutschschweiz die Diskussionen um neue Pool-Zusammensetzungen an. Wegen der neuen Ausgangslage in Bern wackelt vor allem der City-Pool.
Kleiner Erdrutsch in der Romandie: Die SRG-Radios gewinnen gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 insgesamt 13100 Hörerinnen und Hörer hinzu und steigern den Marktanteil um ganze 2 Prozent. Zu den Verlierern gehören alle ausländischen Sender sowie die meisten Schweizer Privaten (Ausnahmen: RTN 2001, Chablais). Mit einem Minus von 23100 Hörern zählt Nostalgie zu den grossen Verlierern. Aber auch Lausanne FM (minus 9600 Hörer) und Framboise (minus 6800) mussten Federn lassen. Mit dem hohen Verlust von Nostalgie verringerte sich der Abstand zum zweitplatzierten Framboise von 43400 Hörern im ersten Semester auf neu 27100. Dass sich dies auf die Diskussionen um den derzeit wackligen Pool Top Romandie auswirkt, steht ausser Zweifel.
Weniger dramatisch zeigt sich die Gesamtsituation in der Deutschschweiz. Dort legen sowohl die SRG als auch die Schweizer Privaten auf Kosten des deutschen Radio 7 leicht zu, wobei sich der Abstand zwischen SRG-Sendern und Privaten etwas verringert hat. Zudem wird anders als noch im ersten Semester Radio 24 nun sowohl bezüglich Hörerzahlen wie auch Marktanteil als stärkstes Radio ausgewiesen, der Vorsprung gegenüber Z vergrösserte sich gar um 11600 auf 43900 Hörer. Den grössten Zuwachs aller Deutschschweizer Privatsender verzeichnet Radio Top, das gleich 23600 Hörer zulegte. Das viertplatzierte Argovia büsste 9100 Hörer ein.
Spektakuläres ergab sich auf dem Platz Bern: Förderband/BE1 (bisher auf Rang 19) überholt Extra Bern dank 14600 neuen Hörern, von denen es wohl mehr als die Hälfte beim regionalen Erzrivalen (und den Rest bei Radio BeO) abgeluchst hat. Damit verliert das zur Espace Media Groupe gehörende Extra Bern, das von Rang 14 auf 17 zurückfiel, wohl die Berechtigung, weiter im City-Pool zu bleiben.
In der Region Basel hat sich die Situation ebenfalls akzentuiert: Der Abstand zwischen Basilisk (Rang 9) und Edelweiss, das von Platz 17 auf 20 zurückgefallen ist, hat sich vergrössert. Radio Regenbogen blieb relativ stabil.
Die Zahlen in der Innerschweiz sind mit Vorsicht zu geniessen, weil die drei dortigen Player grössere Sendegebiete zugesprochen erhielten. Ob sich dadurch die Rivalitäten zwischen Pilatus und Sunshine weiter verschärfen, bleibt abzuwarten.
Leicht zugespitzt hat sich die Konkurrenz zwischen Virus und Radio 105. Letzteres blieb stabil, während Virus Boden gutmachte.
Eine Neuerung ist zudem auf dem Platz Zürich festzuhalten: Radio Tropic liess sich erstmals ausweisen.
Im Tessin hingegen werden die Sender 3iii und Fiume Ticino sowie der Pool Ticino und Ticino Svizzero derzeit von der Publica Data nicht ausgewiesen. Allgemein ist festzuhalten, dass nur die ausländischen Privatsender, die im Tessin tätig sind, zulegen konnten, auf Kosten von allen anderen Konkurrenten inklusive SRG.
Radios Deutsche Schweiz (1.+ 2. Semester 2001) Nettoreichweite in 1000 HörerInnen und Marktanteil in % in der Deutschschweiz, 24 h, Personen 15+

Radios romandie (1.+ 2. Semester 2001) Nettoreichweite in 1000 HörerInnen und Marktanteil in % in der Romandie, 24 h, Personen 15+
Radios tessin (1.+ 2. Semester 2001) Nettoreichweite in 1000 HörerInnen und Marktanteil in % im Tessin, 24 h, Personen 15+

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