«Schlacht gewonnen»
Für 20-Minuten-VR Sacha Wigdorovits ists zu früh zum Jubeln
Für 20-Minuten-VR Sacha Wigdorovits ists zu früh zum JubelnWeil viele Gratisleser Doppelleser waren und sowohl Metropol als auch 20 Minuten konsumierten, wird sich das Leserschaftserbe für 20 Minuten in Grenzen halten. Lediglich im Rubrikenmarkt erwartet Sacha Wigdorovits, Verwaltungsrat von 20 Minuten Schweiz, kurzfristig Mehrerträge.Die grünen Metropol-Kästen sind leer, 20 Minuten ist seinen wichtigsten Konkurrenten los. Sind Sie zufrieden?
Sacha Wigdorovits: Ich bin teilweise zufrieden. Der Markt hat entschieden, welche Zeitung die bessere ist. Aber damit haben wir nur eine Schlacht gewonnen, noch nicht den Krieg. Wir wissen, dass wir intensiv weiterarbeiten müssen.
Welche Erbschaft erwarten Sie für 20 Minuten im Lesermarkt?
Wigdorovits: Laut den letzten Leserschaftszahlen der Wemf hatte Metropol 50000 Lesende, die nicht Doppelleser waren. Wir rechnen damit, dass mindestens ein Teil davon künftig 20 Minuten lesen wird. Kurzfristig werden wir wahrscheinlich zwischen 20000 und 30000 Lesenden hinzugewinnen. Wenn man mit unseren Zahlen vom letzten Jahr vergleicht – laut Spezialauswertung der Mach Basic für das erste Halbjahr 2001 kommt 20 Minuten auf 502000 Leser –, dann hält sich der Zuwachs doch in engen Grenzen.
Um wie viele Exemplare haben Sie die Auflage von 20 Minuten erhöht?
Wigdorovits: Nach dem Aus von Metropol haben wir unsere Auflage um 30000 bis 40000 Exemplare erhöht. Normalerweise fahren wir unsere Auflage in der Ferienzeit herunter. Wir werden jetzt analysieren, ob die Auflagenerhöhung auch reicht, wenn die Ferien vorbei sind. Sicher werden wir keinesfalls so viele zusätzliche Exemplare drucken, wie Metropol am Schluss noch hatte, nämlich rund 120000.
Sind die Perspektiven im Anzeigenmarkt ergiebiger?
Wigdorovits: Im Rubrikenmarkt erwarten wir eine Verbesserung der Situation. Metropol hatte diesen Markt mit seinen Dumpingangeboten kaputtgemacht. Das fällt jetzt weg. Bei den kommerziellen Anzeigen hingegen war Metropol ja gar nicht mehr präsent. Deshalb wird es für uns da auch nichts zu erben geben. Zumindest kurzfristig nicht.
Und langfristig?
Wigdorovits: Langfristig rechne ich auch bei den kommerziellen Anzeigen mit Aufwind. Wenn die Leserzahlen steigen, dann hat das auch positive Wirkungen auf die Anzeigenseite. Weil man zum Beispiel die Anzeigenpreise erhöhen kann, ohne dass sich deshalb der Tausendleserpreis negativ verändert. Aber eine Ausweitung der Leserschaft wird erst mit grosser Verzögerung in der Leserschaftsforschung sichtbar. So werden sich die im kommenden September veröffentlichten Mach-Zahlen auf einen Zeitraum abstützen, der bereits im März abgeschlossen ist. Der Effekt der Metropol-Einstellung wird demnach erst in der Mach Basic 2003 sichtbar sein. Deshalb sind wir zurückhaltend mit Prognosen, was uns die Metropol-Einstellung im Bereich der kommerziellen Anzeigen bringt. Da machen wir uns keine Illusionen.
Auch 20 Minuten schreibt aber immer noch tiefrote Zahlen.
Wigdorovits: Sähe das erste Halbjahr 2002 nicht so katastrophal aus, hätten wir die Chance gehabt, dieses Jahr mit schwarzen Zahlen abzuschliessen. An eine Erholung glaube ich erst in der zweiten Jahreshälfte. Deshalb werden wir den Break-even dieses Jahr noch verpassen. Der Blick brauchte fast zehn Jahre, die SonntagsZeitung acht Jahre, bis sie schwarze Zahlen schrieben.
Wie sicher ist der Break-even im Jahr 2003?
Wigdorovits: Wenn bei der Konjunktur im zweiten Halbjahr oder 2003 nicht noch etwas Dramatisches passiert, dann sollten wir im 2003 schwarze Zahlen schreiben.
Laut Mediaplaner Wolfgang Mecklenburg wird es nicht mehr dazu kommen. Er prophezeite in der NZZ, dass auch 20 Minuten bald eingestellt wird.
Wigdorovits: Wer ist schon Wolfgang Mecklenburg? Interview: Daniel Schifferle
Sacha Wigdorovits: Ich bin teilweise zufrieden. Der Markt hat entschieden, welche Zeitung die bessere ist. Aber damit haben wir nur eine Schlacht gewonnen, noch nicht den Krieg. Wir wissen, dass wir intensiv weiterarbeiten müssen.
Welche Erbschaft erwarten Sie für 20 Minuten im Lesermarkt?
Wigdorovits: Laut den letzten Leserschaftszahlen der Wemf hatte Metropol 50000 Lesende, die nicht Doppelleser waren. Wir rechnen damit, dass mindestens ein Teil davon künftig 20 Minuten lesen wird. Kurzfristig werden wir wahrscheinlich zwischen 20000 und 30000 Lesenden hinzugewinnen. Wenn man mit unseren Zahlen vom letzten Jahr vergleicht – laut Spezialauswertung der Mach Basic für das erste Halbjahr 2001 kommt 20 Minuten auf 502000 Leser –, dann hält sich der Zuwachs doch in engen Grenzen.
Um wie viele Exemplare haben Sie die Auflage von 20 Minuten erhöht?
Wigdorovits: Nach dem Aus von Metropol haben wir unsere Auflage um 30000 bis 40000 Exemplare erhöht. Normalerweise fahren wir unsere Auflage in der Ferienzeit herunter. Wir werden jetzt analysieren, ob die Auflagenerhöhung auch reicht, wenn die Ferien vorbei sind. Sicher werden wir keinesfalls so viele zusätzliche Exemplare drucken, wie Metropol am Schluss noch hatte, nämlich rund 120000.
Sind die Perspektiven im Anzeigenmarkt ergiebiger?
Wigdorovits: Im Rubrikenmarkt erwarten wir eine Verbesserung der Situation. Metropol hatte diesen Markt mit seinen Dumpingangeboten kaputtgemacht. Das fällt jetzt weg. Bei den kommerziellen Anzeigen hingegen war Metropol ja gar nicht mehr präsent. Deshalb wird es für uns da auch nichts zu erben geben. Zumindest kurzfristig nicht.
Und langfristig?
Wigdorovits: Langfristig rechne ich auch bei den kommerziellen Anzeigen mit Aufwind. Wenn die Leserzahlen steigen, dann hat das auch positive Wirkungen auf die Anzeigenseite. Weil man zum Beispiel die Anzeigenpreise erhöhen kann, ohne dass sich deshalb der Tausendleserpreis negativ verändert. Aber eine Ausweitung der Leserschaft wird erst mit grosser Verzögerung in der Leserschaftsforschung sichtbar. So werden sich die im kommenden September veröffentlichten Mach-Zahlen auf einen Zeitraum abstützen, der bereits im März abgeschlossen ist. Der Effekt der Metropol-Einstellung wird demnach erst in der Mach Basic 2003 sichtbar sein. Deshalb sind wir zurückhaltend mit Prognosen, was uns die Metropol-Einstellung im Bereich der kommerziellen Anzeigen bringt. Da machen wir uns keine Illusionen.
Auch 20 Minuten schreibt aber immer noch tiefrote Zahlen.
Wigdorovits: Sähe das erste Halbjahr 2002 nicht so katastrophal aus, hätten wir die Chance gehabt, dieses Jahr mit schwarzen Zahlen abzuschliessen. An eine Erholung glaube ich erst in der zweiten Jahreshälfte. Deshalb werden wir den Break-even dieses Jahr noch verpassen. Der Blick brauchte fast zehn Jahre, die SonntagsZeitung acht Jahre, bis sie schwarze Zahlen schrieben.
Wie sicher ist der Break-even im Jahr 2003?
Wigdorovits: Wenn bei der Konjunktur im zweiten Halbjahr oder 2003 nicht noch etwas Dramatisches passiert, dann sollten wir im 2003 schwarze Zahlen schreiben.
Laut Mediaplaner Wolfgang Mecklenburg wird es nicht mehr dazu kommen. Er prophezeite in der NZZ, dass auch 20 Minuten bald eingestellt wird.
Wigdorovits: Wer ist schon Wolfgang Mecklenburg? Interview: Daniel Schifferle
