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Letztes Wochenende fand eine längere Planungs- und Vorbereitungsphase ihren Abschluss.
Letztes Wochenende fand eine längere Planungs- und Vorbereitungsphase ihren Abschluss.Von Beat Fritsch Die NZZ stellte mit der NZZ am Sonntag ihr jüngstes Kind vor und feierte den Anlass mit nicht weniger als 700 Gästen im Zürcher Schiffbau.
Für eine Tochter sei die alte Tante etwas zu sehr in die Jahre gekommen. Deshalb stelle man heute eine junge und aufgeweckte Nichte vor, meinte NZZ-Verlagsdirektor Marco de Stoppani in seiner munteren Begrüssungsrede, auf die Tradition der NZZ anspielend. Immerhin hat der Titel 222 Jahre auf dem Buckel, er ist eine Gründung des Schweizer Universalgelehrten und Humanisten Salomon Gessner. Auch der Schiffbau als Ort für die Launchparty komme nicht von ungefähr, so de Stoppani weiter. Es werde ein neues Schiff vom Stapel gelassen, auch wenn dieses momentan in eher unruhige Gewässer steuern dürfte.
Zwar wird als Geburtsstunde der Idee zur Sonntagsausgabe ein Zeitpunkt vor zehn Monaten angegeben, trotzdem hats das so oder ähnlich schon mal gegeben. Ältere Semester erinnern sich, dass die NZZ bis Ende der wilden Sechzigerjahre auch eine Mittags- und Abendzeitung war; hingegen entzieht sich wohl der Kenntnis, dass sie in den Jahren von 1843 bis in die Siebzigerjahre des 19. Jahrhunderts hinein eine Sonntagsausgabe herausbrachte.
Die Party war ein Abend der schönen Künste und geschliffenen Reden. Weil der Schiffbau Dépendance des Zürcher Schauspielhauses ist, bestritt Christoph Marthaler mit dem Ensemble des erfolgreichen Stücks «Die schöne Müllerin» einen Teil des Programms. Nicht ohne in seiner Ansprache darauf hinzuweisen, dass auch im Haupthaus am Pfauen weiterhin Theater gespielt werde und noch Tickets zu haben seien. Und natürlich freue er sich auf eine weitere Sonntagszeitung, auch wenn Zeitungen – in Anspielung auf den Stapellauf – nicht immer ganz wasserdicht seien.
NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler und der Redaktionsleiter der NZZ am Sonntag, Felix E. Müller – notabene die feinen Unterschiede in den Titeln –, konnten sich jeweils dezidiert-ironische Anspielungen ebenso wenig verkneifen. Den Weimarer Philosophen Wilhelm Meister zitierend, meinte Bütler: «Unserer Beschränkung zu denken ist der Sonntag gewidmet.»
Sonntags Zeitungen herauszugeben, sei doch aber unreligiöses Verhalten, monierte einer unserer Tischnachbarn. «Am heiligen Ruhetag, dem Kirchenbesuch gewidmet, die Leute zum Lesen zu animieren – also so was!» Allerdings: Wenig später belehrte ein Redner, dass selbst im strengen, zwinglianisch geprägten Zürich die sonntägliche Erbauungslektüre ein Gebot war. Fragt sich nur, ob den Sittenwächtern damals nicht eher eine Bibelstunde vorschwebte.
Ganz sicher ist jedenfalls, dass die neue Publikation mit ihrer Erstausgabe aus der Poleposition gestartet ist. Der Verlagsadel machte dem jüngsten Kind der NZZ seine Aufwartung. Von der Espace Media Groupe (Berner Zeitung) kam Charles von Graffenried, von den AZ Medien Verleger Peter Wanner, Hanspeter Lebrument von der Südostschweizer Mediengruppe und – last but not least – Tamedia-Inhaber Hans Heinrich Coninx. Auch wenn Letzterer über die neue Sonntagskonkurrenz nicht allzu erbaut sein dürfte, war seine Anwesenheit dennoch Pflicht. Coninx hat die nicht eben leichte Aufgabe, als Präsident des Verbands Schweizer Presse auch übergeordnete Interessen zu vertreten. Zusammen mit diesen hielten weitere 700 Meinungsmacher aus Politik, Verlagswesen und Kommunikationsbranche letztes Wochenende als erstes Sonntagsblatt garantiert eine NZZ in ihren Händen. Sie wurde eine halbe Stunde nach Mitternacht unter die Leute gebracht. Und auch beim sonntäglichen Brunch im Kaffeehaus bemerkten wir eine starke Dominanz von schilfgrün gegenüber Blau und Rot.
Schon vor der NZZ-Party wurde jedoch in Zürich fleissig gefeiert und zusammengesessen. Am Dienstag zuvor lud die Weltwoche zur After-Work-Party im
In-Club «Indochine» in Zürichs Industriequartier. Auch hier liessen sich die Werber nicht zweimal bitten. Schon aus purer Neugierde war der Andrang gross – das Hin und Her um den Jean Frey Verlag scheint ja wöchentlich in neue Runden zu gehen. Einigkeit in Minne kriegten die Besucher dann zu sehen. VR-Präsident Christoph Richterich, CEO Filippo Leutenegger und Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel sah man in geradezu unspektakulärem Konsens beeinander stehen und diskutieren. Gleich daneben Verlagsleiterin Uli Rubner und Anzeigenleiter Ivan Schultheiss, ebenfalls in bester Laune, wie auch Bilanz-Anzeigenleiter Peter Menzato und sogar Beobachter-Verlagsleiter Peter Kümmerli, die geschlossen grenzenlosen Optimismus demonstrierten.
Keine Party, sondern die alljährliche Generalversammlung stand beim Schweizer Direktmarketingverband (SDV) an. Wir besuchen diese Veranstaltung immer gerne, weil das Essen am Tagungsort – das Hotel Marriott beherbergt die GV schon seit längerem – jeweils sehr mundet und man sich auch bei der Weinauswahl nicht lumpen lässt. Wie bei anderen Branchenverbänden geht auch die SDV-Jahresversammlung meist problemlos und ohne Misstöne über die Bühne. Nennenswerte Traktanden waren einzig die Wahl der neuen Geschäftsstellenleiterin Daniela Reinhard und des neuen Präsidenten Guido Wietlisbach. Die bisherigen Amtsinhaber hatten bereits vor einiger Zeit ihre Rücktritte angekündigt. Die Wahlvorschläge wurden einstimmig angenommen, einzig bei der Präsidentenwahl gabs eine Stimmenthaltung. Daniel Brüngger, Partner von Wietlisbach bei WBO Ogilvyone, hatte wohl Angst, dass sich der frisch gewählte Präsident jetzt weniger ums Geschäft kümmern werde.
Beat Fritsch
Für eine Tochter sei die alte Tante etwas zu sehr in die Jahre gekommen. Deshalb stelle man heute eine junge und aufgeweckte Nichte vor, meinte NZZ-Verlagsdirektor Marco de Stoppani in seiner munteren Begrüssungsrede, auf die Tradition der NZZ anspielend. Immerhin hat der Titel 222 Jahre auf dem Buckel, er ist eine Gründung des Schweizer Universalgelehrten und Humanisten Salomon Gessner. Auch der Schiffbau als Ort für die Launchparty komme nicht von ungefähr, so de Stoppani weiter. Es werde ein neues Schiff vom Stapel gelassen, auch wenn dieses momentan in eher unruhige Gewässer steuern dürfte.
Zwar wird als Geburtsstunde der Idee zur Sonntagsausgabe ein Zeitpunkt vor zehn Monaten angegeben, trotzdem hats das so oder ähnlich schon mal gegeben. Ältere Semester erinnern sich, dass die NZZ bis Ende der wilden Sechzigerjahre auch eine Mittags- und Abendzeitung war; hingegen entzieht sich wohl der Kenntnis, dass sie in den Jahren von 1843 bis in die Siebzigerjahre des 19. Jahrhunderts hinein eine Sonntagsausgabe herausbrachte.
Die Party war ein Abend der schönen Künste und geschliffenen Reden. Weil der Schiffbau Dépendance des Zürcher Schauspielhauses ist, bestritt Christoph Marthaler mit dem Ensemble des erfolgreichen Stücks «Die schöne Müllerin» einen Teil des Programms. Nicht ohne in seiner Ansprache darauf hinzuweisen, dass auch im Haupthaus am Pfauen weiterhin Theater gespielt werde und noch Tickets zu haben seien. Und natürlich freue er sich auf eine weitere Sonntagszeitung, auch wenn Zeitungen – in Anspielung auf den Stapellauf – nicht immer ganz wasserdicht seien.
NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler und der Redaktionsleiter der NZZ am Sonntag, Felix E. Müller – notabene die feinen Unterschiede in den Titeln –, konnten sich jeweils dezidiert-ironische Anspielungen ebenso wenig verkneifen. Den Weimarer Philosophen Wilhelm Meister zitierend, meinte Bütler: «Unserer Beschränkung zu denken ist der Sonntag gewidmet.»
Sonntags Zeitungen herauszugeben, sei doch aber unreligiöses Verhalten, monierte einer unserer Tischnachbarn. «Am heiligen Ruhetag, dem Kirchenbesuch gewidmet, die Leute zum Lesen zu animieren – also so was!» Allerdings: Wenig später belehrte ein Redner, dass selbst im strengen, zwinglianisch geprägten Zürich die sonntägliche Erbauungslektüre ein Gebot war. Fragt sich nur, ob den Sittenwächtern damals nicht eher eine Bibelstunde vorschwebte.
Ganz sicher ist jedenfalls, dass die neue Publikation mit ihrer Erstausgabe aus der Poleposition gestartet ist. Der Verlagsadel machte dem jüngsten Kind der NZZ seine Aufwartung. Von der Espace Media Groupe (Berner Zeitung) kam Charles von Graffenried, von den AZ Medien Verleger Peter Wanner, Hanspeter Lebrument von der Südostschweizer Mediengruppe und – last but not least – Tamedia-Inhaber Hans Heinrich Coninx. Auch wenn Letzterer über die neue Sonntagskonkurrenz nicht allzu erbaut sein dürfte, war seine Anwesenheit dennoch Pflicht. Coninx hat die nicht eben leichte Aufgabe, als Präsident des Verbands Schweizer Presse auch übergeordnete Interessen zu vertreten. Zusammen mit diesen hielten weitere 700 Meinungsmacher aus Politik, Verlagswesen und Kommunikationsbranche letztes Wochenende als erstes Sonntagsblatt garantiert eine NZZ in ihren Händen. Sie wurde eine halbe Stunde nach Mitternacht unter die Leute gebracht. Und auch beim sonntäglichen Brunch im Kaffeehaus bemerkten wir eine starke Dominanz von schilfgrün gegenüber Blau und Rot.
Schon vor der NZZ-Party wurde jedoch in Zürich fleissig gefeiert und zusammengesessen. Am Dienstag zuvor lud die Weltwoche zur After-Work-Party im
In-Club «Indochine» in Zürichs Industriequartier. Auch hier liessen sich die Werber nicht zweimal bitten. Schon aus purer Neugierde war der Andrang gross – das Hin und Her um den Jean Frey Verlag scheint ja wöchentlich in neue Runden zu gehen. Einigkeit in Minne kriegten die Besucher dann zu sehen. VR-Präsident Christoph Richterich, CEO Filippo Leutenegger und Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel sah man in geradezu unspektakulärem Konsens beeinander stehen und diskutieren. Gleich daneben Verlagsleiterin Uli Rubner und Anzeigenleiter Ivan Schultheiss, ebenfalls in bester Laune, wie auch Bilanz-Anzeigenleiter Peter Menzato und sogar Beobachter-Verlagsleiter Peter Kümmerli, die geschlossen grenzenlosen Optimismus demonstrierten.
Keine Party, sondern die alljährliche Generalversammlung stand beim Schweizer Direktmarketingverband (SDV) an. Wir besuchen diese Veranstaltung immer gerne, weil das Essen am Tagungsort – das Hotel Marriott beherbergt die GV schon seit längerem – jeweils sehr mundet und man sich auch bei der Weinauswahl nicht lumpen lässt. Wie bei anderen Branchenverbänden geht auch die SDV-Jahresversammlung meist problemlos und ohne Misstöne über die Bühne. Nennenswerte Traktanden waren einzig die Wahl der neuen Geschäftsstellenleiterin Daniela Reinhard und des neuen Präsidenten Guido Wietlisbach. Die bisherigen Amtsinhaber hatten bereits vor einiger Zeit ihre Rücktritte angekündigt. Die Wahlvorschläge wurden einstimmig angenommen, einzig bei der Präsidentenwahl gabs eine Stimmenthaltung. Daniel Brüngger, Partner von Wietlisbach bei WBO Ogilvyone, hatte wohl Angst, dass sich der frisch gewählte Präsident jetzt weniger ums Geschäft kümmern werde.
Beat Fritsch
mit der neuen intellektuellen Tarnung fürs Wochenende. Künftig werden Klatschkolumnisten von Welt ihr Guckloch wohl in die NZZ am Sonntag machen, denn: «Lesen macht keinen Lärm.» Ihr jüngstes Kind feierte die NZZ am Wochenende mit vielen Gästen. Vergangene Woche luden aber auch die Weltwoche und der Schweizer Direktmarketingverband zu Anlässen ein.
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