Mit Startnummern zum VIP-Apéro. Auf 1312 Quadratmetern warten im neuen Tower Sports in Rapperswil ein Nike Departement, Adidas Departement, Bikes, Outdoor, Skis und Snowboards, Fashion und Trends.

Mit einem passenden Grosssack für Grosseinkäufe hat Publicis für die Eröffnung geworben und damit natürlich die Messlatte für den Eröffnungsapéro ziemlich hoch gesetzt. Verschickt wurden schliesslich 500 Startnummern mit der «Nummer» 0,8 auf der Bru

Mit einem passenden Grosssack für Grosseinkäufe hat Publicis für die Eröffnung geworben und damit natürlich die Messlatte für den Eröffnungsapéro ziemlich hoch gesetzt. Verschickt wurden schliesslich 500 Startnummern mit der «Nummer» 0,8 auf der Brust und der entsprechenden Auflösung auf dem Rücken, nämlich: «Wir laden Sie herzlich ein, mit uns anzustossen.» Das Personal von Tower Sports war ebenfalls entsprechend «nummeriert», zum Beispiel mit einer Startnummer (oder besser einem Nümmerchen) 69 und der Auflösung: «So manche Sportübung beginnt mit einem Drink.» CD Daniel Krieg, Uwe Schlupp, Text Tom Zürcher, AD Flo Wacker, Grafik Corinne Stadelmann und Beratung Caroline Peter. Unlauterer Okkultismus? Das Selbstkontrollorgan der Werbebranche, die Schweizerische Lauterkeitskommission, hat 2001 196 Beschwerden behandelt – gleich viele wie 2000. Am meisten Beschwerden betrafen den Versandhandel, mit rückläufiger Tendenz aber. Eine deutliche Zunahme – von 9,1 auf 20,7 Prozent aller Fälle – gab es indes im Gebiet des Okkultismus.
Optimedia und Bemberg Gedenk mit neuem Domizil. Die beiden Mediaagenturen von Publicis sind umgezogen. Die Optimedia bezieht mit ihrem Team Räumlichkeiten an der Helenastrasse 3. Bemberg Gedenk Media schlägt die Zelte praktisch gegenüber an der Korneliusstrasse 9 auf. Beide Teilbrands bleiben bestehen.
Katze aus dem Sack. Als führende Anbieterin für Aussenwerbung will die APG auch bei der Beratung, beim Service und dazu gehörenden Tools die Nase vorne haben. Die Folge: höchste Transparenz für Mediaplaner und Auftraggeber. Visualisiert wird das jetzt in einer doppelseitigen Fachanzeige mit der sprichwörtlichen Katze im Sack und dem Claim «Bei uns nicht». Dass dem neuen APG-Maskottchen beim Shooting kein Fellhaar gekrümmt wurde, dafür legen bei Publicis CD Markus Gut, AD Flavio Meroni, Texter Markus Tränkle, Grafikerin Nadine Geissbühler, die Berater Sylvia Sandi und Claude Fischer, Art Buyer Ines Rimmele sowie Fotograf Mathias Zuppiger die Hand ins Feuer.
Sich brüsten mit Eigenwerbung. Jedermann weiss, dass das Kürzel B,H für die Zürcher Kommunikationsagentur von Marc Bohnenblust und Joseph Haas steht. Dass man auch über einen augenfälligen Umweg auf diese Idee kommen könnte, haben jetzt zwölf Kreative in einer Postkartenkampagne mit Augenzwinkern auf den Punkt gebracht. Die reizvolle Eigenwerbung mit dem Versprechen: «B,H stützt und formt Marken» stammt von Joseph Haas (Art) und André Benker (Text).
Wirz erhält Gold vom ADC New York. Bei den 81. Annual Awards des Art Directors Club New York wurde der TV-Spot www.fight-violence.ch mit Gold ausgezeichnet. Der Film wurde von Wirz Werbung und der Produktionsfirma Blood Sweat & Tears für die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus realisiert. Er zeigt die hilflosen Reaktionen von Passanten auf eine (inszenierte) Prügelei am Zürcher Paradeplatz.
Bretzel für Schweden. Das Volvo-Signet, mit einer Bretzel ergänzt, findet sich in einem Inserat für die neue Common-Rail-Diesel-Generation von Volvo. Hat das etwas mit Sicherheitsdenken rund um die verschluck- te Bretzel von US-Präsident Georg W. Bush zu tun? Nein, sagt Philip Welti bei der zuständigen Agentur Dorland in Zürich: Seit 1892 werde mit deutscher Gründlichkeit an der Entwicklung des Diesels gearbeitet. «Höchste Zeit deshalb für etwas schwedische Fantasie.» BMW heisst ja auch nicht Bretzel mit Witz. Das bayerische Gebäck soll Erfolgen für Volvo zum Trotz aber auch künftig nicht aus Knäckebrotteig hergestellt werden.
Gedämpft optimistische Trends. Im ersten Halbjahr bleibt das Werbeklima unterkühlt. Im zweiten Semester erwarten aber Auftraggeber und Agenturen eine Warmfront. Dies hat die Studie Werbetrends 2002 ermittelt, die von der Media Research Group im Auftrag der HandelsZeitung ausgeführt wurde. 41,1 Prozent der befragten Auftraggeber erwarten eine Steigerung des Werbevolumens ab Juli; bei den Agenturen rechnen sogar 59,4 Prozent mit besseren Zeiten. Die Studie fragte erstmals direkt nach der Einschätzung der Marktentwicklung, da sich im vergangenen Jahr die Prognose anhand der Budgets als unzuverlässig erwiesen hatte. Interessante Ergebnisse lieferte unter anderem die Frage nach dem Leadmedium: Während 32,4 Prozent der Auftraggeber die Tageszeitung für den wichtigsten Werbeträger in ihrer Strategie halten, glauben 40,6 Prozent der Agenturen, dass TV von ihren Kunden bevorzugt wird. Auch Plakat und Sonntagspresse (je 28,1 Prozent) liegen für die Agenturen noch vor den Tageszeitungen. Die Studie Werbetrends 2002 ist für 20 Franken bei der Media Research Group unter Tel. 01 491 80 55 erhältlich.
Editorial Lernen von Shell – und Greenpeace
Mit dem Schlachtruf «To hell with Shell» enterte Greenpeace im Sommer 1995 die Bohrinsel Brent Spar, nachdem bekannt wurde, dass der Ölmulti diese in der Nordsee versenken wollte. Erst unter massivstem Druck der Öffentlichkeit beschloss der Konzern, die Plattform zu zerlegen statt zu versenken. Mit der Schlagzeile «Sieg!» feierte auch das Massenblatt Bild das Nachgeben von Shell.
Monate später war der Brent-Spar-Sieg nur noch peinlich. Und zwar für Greenpeace: Unabhängige Experten gelangten zum Schluss, dass auf der Brent Spar gar keine Giftfässer lagerten und die Ölplattform nie eine Umweltbedrohung dargestellt habe. Shell musste erleben, dass nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen unser Zusammenleben bestimmen. Nicht nur für Shell, sondern auch für die Öffentlichkeit war der Fall deshalb aufschlussreich. Denn er belegt, dass die wichtigste Funktion von Organisationen wie Greenpeace und anderen systemkritischen NGO (Non Governmental Organizations) darin besteht, unsere Gesellschaft lernfähig zu halten. Shell gilt inzwischen als Musterknabe in Sachen Ökologie.
Der Fall Brent Spar zeigt ferner, dass die Ordnung, in der wir leben, nicht das Ergebnis menschlicher Vernunft, sondern das Resultat kultureller Evolution ist. Letztlich beruhen Politik und Ökonomie auf der individuellen Fähigkeit von Menschen, ständig sich ändernden Prozessen anzupassen, ohne dass sie diese in ihrer Ganzheit weder erkennen noch je planen können. Was Unternehmen von den Regenbogenkämpfern sonst noch lernen können, lesen Sie im Interview mit dem Campaigner Peter Metzinger auf den Seiten 37 und 38. Samuel Helbling, Chefredaktor

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