Zum Ländler den gediegenen Joint
Radio DRS 1 macht sich für heranwachsende Kernhörerschaften fit
Radio DRS 1 macht sich für heranwachsende Kernhörerschaften fitVon Ernst Weber Schweizer Radio DRS 1 will bleiben, was es ist: ein Sender für Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer zwischen 45 und 65 Jahren – und verjüngt seinen Auftritt. Erste Resultate der formalen und inhaltlichen Renovation sind bereits zu hören.
Auf Radiosender trifft gleiches zu wie auf viele andere Medienprodukte: Sie müssen sich von Zeit zu Zeit sehr genau überlegen, wie sie ihre Programme auf veränderte Medienkonsumgewohnheiten abstimmen, sonst verschwinden sie mit ihren Verbrauchern – Leser, Hörer, Zuschauer – vom Markt. In diesem Sinne ist auch eine Modernisierung des Programmes und der Station Identity zu verstehen, die der öffentlichrechtliche Sender DRS 1 kürzlich in Angriff genommen hat.
«Qualität fürs Ohr» wird mit neuen Musiklogos angezeigt
Laut eigenen Angaben weist DRS 1 derzeit einen Marktanteil von über 40 Prozent auf – Tendenz steigend. Frauen und Männer im Alter zwischen 45 und 65 Jahren bilden die Kernhörerschaft. Aber auch ältere Menschen und Hörerinnen und Hörer unter 45 Jahren, die ihres etwas konservativen Musikgeschmacks wegen von DRS 3 oder 2 nicht angesprochen werden, schalten regelmässig DRS 1 ein.
Damit die gegenwärtige Hörerschaft mit der Modernisierung Schritt halten kann und nicht plötzlich das Gefühl hat, auf einem anderen Sender zu sein, wird die Anpassung sukzessive vollzogen. Im formalen Bereich betrifft die Weiterentwicklung bisher die DRS-1-Leadmelodie, verschiedene Sparten-Jingles und Rubrikenlogos wie etwa das Nachrichten-, Sport- und Wettersignet.
Das neue, vom Tonstudio Selmi, Zürich, mit Blick auf einen zeitgemässen musikalischen Gesamtauftritt realisierte Corporate Sounddesign geht von der aktualisierten Version der bisherigen Leadmelodie des Senders aus. Sie bildet die gemeinsame musikalische Herkunft und Heimat, aus der die aktualisierten akustischen Erkennungszeichen in grosser Stilvielfalt hervorgegangen sind.
«Wir leben nicht mehr in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Kernhörerschaft von DRS 1 wird heute von einer Generation gebildet, die damals Jimi Hendrix gehört und Joints geraucht hat», sagt Tonstudio-Inhaber Renzo Selmi.
Redesignt wurden vor allem Signete, die bereits seit Jahren über den Äther gehen. Historisch verankerte Jingles wie etwa jene Erkennungsmelodie des «Nachtexpress», die bereits seit 30 Jahren in unveränderter Form gesendet wird, gab man der Modernisierung indes nicht preis.
Wortbrücken werden ins Tessin und in die Romandie gebaut
Hörerforschungen der SRG zufolge wird DRS 1 nicht in erster Linie der Musik wegen eingestellt, sondern in aller Regel wegen eines bestimmten Wortangebots zu einer bestimmten Zeit. «Wir sind kein Musiksender», sagt darum Ralph Wicki, Redaktionsleiter U-Musik DRS 1.
Auf inhaltlicher Ebene wird sich die Modernisierung zwar auch auf das Musikprogramm auswirken, jedoch insbesondere das Wortangebot des Senders tangieren. So verspricht man sich etwa von einer ausgeprägteren regionalen Färbung des Programms neue Impulse, die zu einer Vertiefung der Hörerbindung führen.
Ralph Wicki bezeichnet den Umstand, dass DRS 1 – im Unterschied zu den Privatradios, die gezielt eine bestimmte Region abdecken – für die ganze Schweiz sendet, «als einen Trumpf, den man ausspielen will».
«Um uns regional zu verankern, wollen wir vermehrt regionale Informationen auch aus dem Tessin und dem Welschland aufbereiten, bei denen wir davon ausgehen, dass sie auch für die Hörerinnen und Hörer in den anderen Landesgegenden von Interesse sind», meint Wicki.
Die dazu notwendige Infrastruktur ist bereits vorhanden: In Basel, Bern und Zürich besitzt man drei grosse Studios, drei kleinere Sendeplätze sind in den Städten St.Gallen, Luzern und Aarau vorhanden. Daneben beschäftigt der Sender auch Korrespondenten in der Westschweiz, im Tessin und im Kanton Graubünden. Diese Posten werden im Laufe dieses Jahres noch verstärkt. Dass der regionale Gedanke noch mehr zum Zug kommen soll, zeigen auch Rubriken wie etwa «Schauplatz Schweiz», die seit dem 8. April fester Bestandteil des Programms geworden sind.
«Wir wollen keine Hörerinnen und Hörer verlieren, nur weil wir uns nicht rechtzeitig überlegt haben, was wir inhaltlich und formal ändern müssen», betont Wicki.
Auf Radiosender trifft gleiches zu wie auf viele andere Medienprodukte: Sie müssen sich von Zeit zu Zeit sehr genau überlegen, wie sie ihre Programme auf veränderte Medienkonsumgewohnheiten abstimmen, sonst verschwinden sie mit ihren Verbrauchern – Leser, Hörer, Zuschauer – vom Markt. In diesem Sinne ist auch eine Modernisierung des Programmes und der Station Identity zu verstehen, die der öffentlichrechtliche Sender DRS 1 kürzlich in Angriff genommen hat.
«Qualität fürs Ohr» wird mit neuen Musiklogos angezeigt
Laut eigenen Angaben weist DRS 1 derzeit einen Marktanteil von über 40 Prozent auf – Tendenz steigend. Frauen und Männer im Alter zwischen 45 und 65 Jahren bilden die Kernhörerschaft. Aber auch ältere Menschen und Hörerinnen und Hörer unter 45 Jahren, die ihres etwas konservativen Musikgeschmacks wegen von DRS 3 oder 2 nicht angesprochen werden, schalten regelmässig DRS 1 ein.
Damit die gegenwärtige Hörerschaft mit der Modernisierung Schritt halten kann und nicht plötzlich das Gefühl hat, auf einem anderen Sender zu sein, wird die Anpassung sukzessive vollzogen. Im formalen Bereich betrifft die Weiterentwicklung bisher die DRS-1-Leadmelodie, verschiedene Sparten-Jingles und Rubrikenlogos wie etwa das Nachrichten-, Sport- und Wettersignet.
Das neue, vom Tonstudio Selmi, Zürich, mit Blick auf einen zeitgemässen musikalischen Gesamtauftritt realisierte Corporate Sounddesign geht von der aktualisierten Version der bisherigen Leadmelodie des Senders aus. Sie bildet die gemeinsame musikalische Herkunft und Heimat, aus der die aktualisierten akustischen Erkennungszeichen in grosser Stilvielfalt hervorgegangen sind.
«Wir leben nicht mehr in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Kernhörerschaft von DRS 1 wird heute von einer Generation gebildet, die damals Jimi Hendrix gehört und Joints geraucht hat», sagt Tonstudio-Inhaber Renzo Selmi.
Redesignt wurden vor allem Signete, die bereits seit Jahren über den Äther gehen. Historisch verankerte Jingles wie etwa jene Erkennungsmelodie des «Nachtexpress», die bereits seit 30 Jahren in unveränderter Form gesendet wird, gab man der Modernisierung indes nicht preis.
Wortbrücken werden ins Tessin und in die Romandie gebaut
Hörerforschungen der SRG zufolge wird DRS 1 nicht in erster Linie der Musik wegen eingestellt, sondern in aller Regel wegen eines bestimmten Wortangebots zu einer bestimmten Zeit. «Wir sind kein Musiksender», sagt darum Ralph Wicki, Redaktionsleiter U-Musik DRS 1.
Auf inhaltlicher Ebene wird sich die Modernisierung zwar auch auf das Musikprogramm auswirken, jedoch insbesondere das Wortangebot des Senders tangieren. So verspricht man sich etwa von einer ausgeprägteren regionalen Färbung des Programms neue Impulse, die zu einer Vertiefung der Hörerbindung führen.
Ralph Wicki bezeichnet den Umstand, dass DRS 1 – im Unterschied zu den Privatradios, die gezielt eine bestimmte Region abdecken – für die ganze Schweiz sendet, «als einen Trumpf, den man ausspielen will».
«Um uns regional zu verankern, wollen wir vermehrt regionale Informationen auch aus dem Tessin und dem Welschland aufbereiten, bei denen wir davon ausgehen, dass sie auch für die Hörerinnen und Hörer in den anderen Landesgegenden von Interesse sind», meint Wicki.
Die dazu notwendige Infrastruktur ist bereits vorhanden: In Basel, Bern und Zürich besitzt man drei grosse Studios, drei kleinere Sendeplätze sind in den Städten St.Gallen, Luzern und Aarau vorhanden. Daneben beschäftigt der Sender auch Korrespondenten in der Westschweiz, im Tessin und im Kanton Graubünden. Diese Posten werden im Laufe dieses Jahres noch verstärkt. Dass der regionale Gedanke noch mehr zum Zug kommen soll, zeigen auch Rubriken wie etwa «Schauplatz Schweiz», die seit dem 8. April fester Bestandteil des Programms geworden sind.
«Wir wollen keine Hörerinnen und Hörer verlieren, nur weil wir uns nicht rechtzeitig überlegt haben, was wir inhaltlich und formal ändern müssen», betont Wicki.
