Guter Rat darf nicht teurer sein
Trotz steigender Besucherzahlen weinen die Fernsehvermarkter der Screen-up keine Tränen nach
Trotz steigender Besucherzahlen weinen die Fernsehvermarkter der Screen-up keine Tränen nachVon Daniel Schifferle Mit viel Leidenschaft wurde die Screen-up hochgezogen. Jetzt, nach nur vier Ausgaben, ist Schluss. Und dies trotz ständig wachsenden Besucherzahlen. Die Publisuisse, die bis zum letzten Jahr noch abseits stand, bedauert das Aus ganz besonders. Goldbach Media hingegen wartet demnächst mit einem neuen eigenen Event auf: Anfang Juni öffnet erstmals die Mediarena ihre Tore.
Mit viel Herzblut haben IP Multimedia und RMB die Screen-up hochgezogen und innerhalb von vier Jahren zu einem der bedeutendsten Events der Branche gemacht. Waren bei der erstmaligen Durchführung am 1. Oktober 1998 nur gerade IPM und RMB sowie die Sender Pro 7, RTL, RTL 2 und Sat 1 vertreten, präsentierten am 4. Oktober 2001 bereits 29 TV-Sender, TV-Vermarkter und Branchenpartner ihre Angebote. Erstmals konnte im letzten Jahr endlich auch die Publisuisse für die Teilnahme gewonnen werden.
Aber nicht nur auf Veranstalterseite, auch bei den Besuchern eilte die Screen-up von Teilnehmerrekord zu Teilnehmerrekord: Im Jahr 2000 wurden 1200 Gäste gezählt, 2001 waren es über 1500.
Trotz dieser Erfolgszahlen scheint das Ende der Screen-up definitiv, wenn auch eine Neuauflage von OK-Präsident Jean-Claude Bruhin «nicht völlig ausgeschlossen» wird. Angesichts des schnell wechselnden Fernsehmarktes müsste das Konzept aber gründlich überprüft werden, schreiben die Veranstalter. Das Zünglein an der Waage spielte das Aus von Tele 24 und TV 3. Mit ihnen fehlen zwei zahlende Partner, womit der Event für die verbleibenden Veranstalter viel zu teuer geworden wäre.
Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag
Wie bei der Telemesse in Deutschland, dem Vorbild für die Screen-up, regelmässig geschehen, wird auch hierzulande das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag heftig kritisiert. «Für die Kosten, welche die Screen-up verursacht hat, könnte man jeden Kunden einzeln einladen», sagt Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre. Trotzdem will sie sich für eine Fortsetzung einsetzen. «Allerdings mit einer neuen Formel», betont sie. Ganz klar als zu spät erachtet Deltenre die Durchführung der Screen-up jeweils anfangs Oktober. «Besser wäre im August, bevor bei den Werbeauftraggebern die Budgetierungsphase angelaufen ist.»
Aber auch Zielpublikum und Inhalte des Events müssten laut Deltenre grundsätzlich korrigiert werden. «An der Screen-up fehlten die Werbeauftraggeber, die für Strategieentscheide bei der Mediaplanung zuständig sind. Zu den Besuchern zählten vor allem Mitarbeitende aus Werbe- und Mediaagenturen sowie TV-Schaffende», kritisiert sie. «Der Event müsste dezidiert als Gattungsmarketing für TV-Werbung umpositioniert werden – mit Inhalten, welche die Screen-up für die Werbeauftraggeber zu einem Must machen. Dies ist bisher nicht gelungen.»
Ebenfalls verbreitet Kritik bezüglich Inhalte und Zielpublikum erhält die Screen-up von den Mediaagenturen. «Der Event war zu stark auf die Party und zu wenig auf den fachlichen Teil ausgerichtet», bedauert Monica Jaeggi, Konnex AG. Und: «Die Screen-up hatte das falsche Publikum: Anwesend waren vor allem Mediaplanerinnen und -planer, die ohnehin schon alles wissen. Aber eigentlich sollte sie sich ja an jene Personen wenden, die bei der Definition der Mediagattung über Entscheidungskompetenz verfügen: Senior Mediaberater und Mediaplaner, Kreative und Berater in Kreativagenturen und ganz sicher auch die Kunden.»
Wie geht es nun weiter? Sind die einzelnen Sender nach dem Aus für die Screen-up nun zu individuellen Roadshows verknurrt, wie sie IPM bereits mit Vox und M 6 veranstaltet hat und auch mit weiteren Sendern plant? Oder ist ein inhaltlich neu positionierter Anlass denkbar? Die Publisuisse-Chefin Ingrid Deltenre äusserte sich enttäuscht über den neuen Event von Goldbach Media. Am 5. und 6. Juni veranstaltet diese erstmals die Mediarena (siehe Kasten). Mit diesem Anlass mache Goldbach Media nun im Alleingang genau das, was Publisuisse anfangs Jahr als Ersatz für die Screen-up vorgeschlagen habe.
Bettina Singeisen, Sprecherin Goldbach Media, lässt das nicht so stehen: «Mit Mediarena verfolgt Goldbach Media ein einfaches Ziel: Das vertiefte Verständnis vom Zusammenspiel elektronischer Medien. Crossmedia soll für unsere Kunden zum vertrauten Instrument werden. Dabei spielt das Medium TV zwar eine wichtige Rolle, es wird aber nicht auf die einzelnen Sender heruntergebrochen, wie das für die Screen-up kennzeichnend war.» Grundsätzlich schliesst IPM auch die Fortsetzung der Screen-up nicht aus.
Allerdings macht Singeisen ein Zeitproblem aus. «Mit unserem nun auf sechs Werbefenster angewachsenen Portefeuille würde es schwierig, jedem Sender an der Screen-up genügend Zeit zu geben.» Eine weitere Tatsache, die gegen ein Revival spricht: Neue Marktpartner im Bereich TV und damit neue zahlende Partner für die Screen-up sind nicht in Sicht.
Mediarena für Crossmedia
Mit viel Herzblut haben IP Multimedia und RMB die Screen-up hochgezogen und innerhalb von vier Jahren zu einem der bedeutendsten Events der Branche gemacht. Waren bei der erstmaligen Durchführung am 1. Oktober 1998 nur gerade IPM und RMB sowie die Sender Pro 7, RTL, RTL 2 und Sat 1 vertreten, präsentierten am 4. Oktober 2001 bereits 29 TV-Sender, TV-Vermarkter und Branchenpartner ihre Angebote. Erstmals konnte im letzten Jahr endlich auch die Publisuisse für die Teilnahme gewonnen werden.
Aber nicht nur auf Veranstalterseite, auch bei den Besuchern eilte die Screen-up von Teilnehmerrekord zu Teilnehmerrekord: Im Jahr 2000 wurden 1200 Gäste gezählt, 2001 waren es über 1500.
Trotz dieser Erfolgszahlen scheint das Ende der Screen-up definitiv, wenn auch eine Neuauflage von OK-Präsident Jean-Claude Bruhin «nicht völlig ausgeschlossen» wird. Angesichts des schnell wechselnden Fernsehmarktes müsste das Konzept aber gründlich überprüft werden, schreiben die Veranstalter. Das Zünglein an der Waage spielte das Aus von Tele 24 und TV 3. Mit ihnen fehlen zwei zahlende Partner, womit der Event für die verbleibenden Veranstalter viel zu teuer geworden wäre.
Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag
Wie bei der Telemesse in Deutschland, dem Vorbild für die Screen-up, regelmässig geschehen, wird auch hierzulande das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag heftig kritisiert. «Für die Kosten, welche die Screen-up verursacht hat, könnte man jeden Kunden einzeln einladen», sagt Publisuisse-Direktorin Ingrid Deltenre. Trotzdem will sie sich für eine Fortsetzung einsetzen. «Allerdings mit einer neuen Formel», betont sie. Ganz klar als zu spät erachtet Deltenre die Durchführung der Screen-up jeweils anfangs Oktober. «Besser wäre im August, bevor bei den Werbeauftraggebern die Budgetierungsphase angelaufen ist.»
Aber auch Zielpublikum und Inhalte des Events müssten laut Deltenre grundsätzlich korrigiert werden. «An der Screen-up fehlten die Werbeauftraggeber, die für Strategieentscheide bei der Mediaplanung zuständig sind. Zu den Besuchern zählten vor allem Mitarbeitende aus Werbe- und Mediaagenturen sowie TV-Schaffende», kritisiert sie. «Der Event müsste dezidiert als Gattungsmarketing für TV-Werbung umpositioniert werden – mit Inhalten, welche die Screen-up für die Werbeauftraggeber zu einem Must machen. Dies ist bisher nicht gelungen.»
Ebenfalls verbreitet Kritik bezüglich Inhalte und Zielpublikum erhält die Screen-up von den Mediaagenturen. «Der Event war zu stark auf die Party und zu wenig auf den fachlichen Teil ausgerichtet», bedauert Monica Jaeggi, Konnex AG. Und: «Die Screen-up hatte das falsche Publikum: Anwesend waren vor allem Mediaplanerinnen und -planer, die ohnehin schon alles wissen. Aber eigentlich sollte sie sich ja an jene Personen wenden, die bei der Definition der Mediagattung über Entscheidungskompetenz verfügen: Senior Mediaberater und Mediaplaner, Kreative und Berater in Kreativagenturen und ganz sicher auch die Kunden.»
Wie geht es nun weiter? Sind die einzelnen Sender nach dem Aus für die Screen-up nun zu individuellen Roadshows verknurrt, wie sie IPM bereits mit Vox und M 6 veranstaltet hat und auch mit weiteren Sendern plant? Oder ist ein inhaltlich neu positionierter Anlass denkbar? Die Publisuisse-Chefin Ingrid Deltenre äusserte sich enttäuscht über den neuen Event von Goldbach Media. Am 5. und 6. Juni veranstaltet diese erstmals die Mediarena (siehe Kasten). Mit diesem Anlass mache Goldbach Media nun im Alleingang genau das, was Publisuisse anfangs Jahr als Ersatz für die Screen-up vorgeschlagen habe.
Bettina Singeisen, Sprecherin Goldbach Media, lässt das nicht so stehen: «Mit Mediarena verfolgt Goldbach Media ein einfaches Ziel: Das vertiefte Verständnis vom Zusammenspiel elektronischer Medien. Crossmedia soll für unsere Kunden zum vertrauten Instrument werden. Dabei spielt das Medium TV zwar eine wichtige Rolle, es wird aber nicht auf die einzelnen Sender heruntergebrochen, wie das für die Screen-up kennzeichnend war.» Grundsätzlich schliesst IPM auch die Fortsetzung der Screen-up nicht aus.
Allerdings macht Singeisen ein Zeitproblem aus. «Mit unserem nun auf sechs Werbefenster angewachsenen Portefeuille würde es schwierig, jedem Sender an der Screen-up genügend Zeit zu geben.» Eine weitere Tatsache, die gegen ein Revival spricht: Neue Marktpartner im Bereich TV und damit neue zahlende Partner für die Screen-up sind nicht in Sicht.
Mediarena für Crossmedia
Am 5. und 6. Juni 2002 führt Goldbach Media erstmals die Mediarena für elektronische Medien durch. Ziel des zweitägigen Kommunikationsforums in den Räumen von Goldbach Media in Küsnacht: Crossmedia für die Kunden zum vertrauten Instrument machen. Namhafte Experten aus der Marketing- und Kommunikationswelt, der Kommunikationswissenschaften sowie der Kundenseite vermitteln am Event ihre Erfahrungen und Visionen (siehe auch Seite 23). Den Abschluss der reichhaltig bepackten Veranstaltungstage macht eine rauschende Party in der Werfthalle Wollishofen.
