Mit dem nützlichen Beat ins Bett

Contexta veräppelt mit einer TV-Spot-Serie für die Schweizer Familie die Boulevardkonkurren

Contexta veräppelt mit einer TV-Spot-Serie für die Schweizer Familie die Boulevardkonkurrenz Von Luca Aloisi
Die bei einem eher konservativen Lesepublikum positionierte Familienzeitschrift Schweizer Familie ist dank ihrer Nutzwert-strategie wieder im Aufwind. Selbstbewusst und ironisch hebt sie sich in der neuen TV-Spot-Kampagne von der Konkurrenz ab. Contexta führte Regie.
Nach jahrelangem Krebsgang hat die Schweizer Familie (SF) auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Um bedrohliche 22,8 Prozent brach die Auflage des zur Tamedia-Gruppe gehörenden Blattes von 1996 bis 2001 ein. Erst 2001 konnte sie im Vergleich zum Vorjahr wieder 0,1 Prozent zulegen.
Obwohl die SF wieder sicheren Boden gefunden hat, muss die Auflagedistanz zur Konkurrentin von der Dufourstrasse (Schweizer Illustrierte) wehtun; diese wuchs in der gleichen Zeitspanne von knapp 27000 auf nahezu 99000 Exemplare.
Immerhin: Mit einer redaktionellen Neuausrichtung hin zu einem stark serviceorientierten Titel hat die SF den Abwärtstrend stoppen können. Gepaart mit den bewährten Inhalten von Aktualität und (nicht nur Cervelat-)Prominenz über saisonale Do-it-yourself-Ressorts und von Rätsel- bis Kinderseiten ist die Familienzeitschrift ihrem Namen wieder gerecht geworden. Dabei ist die SF linientreu geblieben und spricht wie bisher ein im besten Sinne familienorientiertes Zielpublikum an. Deutlich grenzt sie sich von Trend- und Boulevardmagazinen ab, was auch die Kernbotschaft der angelaufenen TV-Spot-Kampagne ist.
Die feine Ironie winkt von der Werdstrasse ins Seefeld
Nach einer Werbeoffensive, die den gesteigerten Nutzwert des Tamedia-Titels via Press und Poster bewies, präsentiert jetzt der Verlag die besten Seiten der SF dem breiteren TV-Publikum. Entstanden ist eine Serie kurzer, charmanter Spots, die in den Dekors von «Lüthi & Blanc» in Glattfelden gedreht wurden. Dabei bedienen sich die vier Streifen eines witzig hinterlistigen Prinzips, das an die lauten Schlagzeilen der Boulevardpresse erinnert: Ein von Leon Huber gelesener Aufmacher lässt die Zuschauer auf eine überraschende Story mit einem Prominenten spekulieren. Die Auflösung erfolgt dann aber buchstäblich genommen.
So wird beispielsweise der Aufreisser «Heute mit Beat Schlatter im Bett» ganz einfach mit einer Leserin aufgelöst, die in ihrem Bett eine Ausgabe der SF mit Beat Schlatter auf dem Titelblatt liest. «Bewusst spielt das Konzept mit dem immer wieder funktionierenden und boulevardesken Testimonial-Mechanismus beziehungsweise mit den Persönlichkeiten auf der Front», erklärt Marco Mesot, Berater bei der Berner Contexta. Durch die Wahl der jeweiligen Locations entsteht eine natürliche Brücke zur eigentlichen Hauptaussage sowie ein durchaus ironisch gemeinter Vergleich mit der einschlägigen Konkurrenz: Schweizer Familie – die nützlichste Illustrierte der Schweiz.

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