Working Days & Nights

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschEin gut gefüllter Eventkalender lag letzte Woche vor. Beginn: Mittwochmittag – Ende: Freitagnacht. Zuerst gings in die Studios von Viva-Swizz im nördlichsten Zürcher Aussenquartier Seebach, wo an einer Pressekonferenz Managing Director Asta Baumöller über die Ernennung von Giovanni Zamai zum Programmleiter informierte (siehe Seite 18). Im Anschluss an die PK wurde die Beförderung im kleinen Rahmen mit Lachshäppchen und Feinperligem gefeiert.Allzu lange konnte man nicht verweilen, in Oerlikon und somit in nächster Nachbarschaft fand auch noch die Marketing- und Eventmesse X’02 statt. Dort laden traditionsgemäss unter Federführung der Schweizer Werbung SW die Branchenverbände Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW, der Schweizer Direktmarketingverband SDV und die Vereinigung für Werbekommunikation Idée-VfW zu einem Umtrunk. Sei es nun, weil der Point-X der Branchenverbände einen neuen Standplatz hatte; sei es, weil zur selben Zeit noch andere Messeapéros stattfanden – oder sei es, weil die Diplomierung der Planerinnen und Planer Marketingkommunikation heuer nicht an der X’02 durchgeführt wurde: Der Apéro kam im Gegensatz zu anderen Jahren nie so richtig in die Gänge und es fanden merklich weniger Leute als auch schon den Weg zum Point-X.
Eigentlich stand die ganze Messe ein wenig im Zeichen des allgemeinen Rückgangs, auch wenn die Veranstalter eine marginale Zunahme der Besucherzahlen vermelden konnten. «Das Einzige, was jedes Jahr grösser wird, sind die Abstände zwischen den Messeständen», frotzelte ein nicht genannt sein wollender Besucher (und Golf spielender Inhaber einer Dialogmarketing-agentur). Was jedes Jahr auch noch wachse, dies jedenfalls der Eindruck weiterer Kommentatoren, sei die Papierflut im Vorfeld der Veranstaltung. Manch einer hatte den Eindruck, dass die Ausstellung vor allem der Druckindustrie nütze. Und effektiv kennt auch der Autor dieser Kolumne keine andere Messe, zu der er jeweils schon vorab so viele Ticketgutscheine, Prospekte, Wettbewerbsausschreibungen und Einladungen zu einem Standbesuch erhält. Ganz zu schweigen von den vor Ort verteilten Gimmicks, Mustern und «Bhaltis». Die X’02 ist ein ideales Revier für Jäger und Sammler.
Dass gegenüber den letzten Jahren anscheinend alles umgekehrt ablaufe, war auch der Kommentar von Christophe Guye anlässlich seiner Agenturparty im Zürcher Seefeld. Die sonst sonnenverwöhnte Street Parade fand im Regen statt – die bis anhin vom Wetterpech verfolgte Gartenparty der Agentur Guye Benker ging bei strahlendstem Sonnenschein über die Bühne. Vielleicht liegts ja am neuen Kompagnon von Guye. Just vor einem Jahr nämlich ist Creative Director André Benker als Partner zur Agentur gestossen.
Einiges an Branchenprominenz findet sich jeweils bei den Werbern der Weltwoche ein. Neben den Exponenten des Wochenmagazins, namentlich Uli Rubner, Ivan Schultheiss, Ariane Vuagneux und Roger Köppel, sah man auch Tagi-Anzeigenleiter Fridolin Holdener, Tagi-Medienredaktor Toni Lienhard, Tagi-Marketingleiterin Gabi Wettstein, Expo-Werbeleiter Matthew Katumba, Bilanz-Marketingleiter Martin Coninx oder Bilanz-Geschäftsführerin Elke Zappe. Und allesamt unterhielten sie sich blendend im kleinen, aber feinen Privatpark an der Klausstrasse. Einige – darunter ein gewisser Alex T. – dem Vernehmen nach bis vier Uhr in der Früh. Nur eine Kritik wurde laut. Irgendwie war der mit der Verpflegung betraute Caterer schon ein bisschen ein komischer Kauz. Er machte zuweilen den Eindruck, es reue ihn, den Gästen die sicherlich mit viel Liebe zubereiteten Speisen auszuhändigen.
Riesig wie eh und je präsentierte sich einmal mehr das legendäre Plakandafest. Wenn auch ohne Skihüttenfeeling – letztes Jahr sprengte man ja sämtliche Dimensionen und häufte neben einem echten Curling-Rink im Hochsommer Tonnagen von Gletscherschnee auf –, aber trotzdem mit viel Holz. Ganz gemäss dem Motto «Back to the Roots» prangte auf der Einladung einer dieser monumentalen, Arbeiter-verherrlichenden Albert-Anker-Schinken aus Zeiten, in denen das gebräuchlichste politische Schimpfwort noch «Sozialist» und nicht «Neo-Liberaler» war. Dass Erfolg heute wieder mehr mit Arbeit als mit Show zu tun hat, symbolisierte auch der «Showblock». Während des ganzen Abends führten stämmige und kräftige Mannsbilder vor,
wie früher Wasserleitungen aus Baumstämmen gebohrt, Radlager gedrechselt oder Brennholz gespalten wurde. Verantwortlich für das «Arbeitslager» auf dem Geeren ob Gockhausen zeichnete Christian Dür von Visualixevent.
«Ausflug ins Expo-Land» hiess es Ende Woche. Die Diplomübergabe an die Planerinnen und Planer Marketingkommunikation fand dieses Jahr in Biel statt. Wobei man von der Terrasse des Restaurant «La Péniche» den direkten Blick auf die Arteplage geniessen konnte. Den vorangehenden Besuch der Expo.02 liess sich auch das Shortlistteam nicht entgehen, zumal man dies mit dem prominentesten Guide tun konnte. Expo-Werbeleiter Matthew Katumba – noch leicht übernächtigt von der Guye-Benker-Party tags zuvor – führte uns elegant an sämtlichen Warteschlangen vorbei. Was bedeutete, dass man in «Nullkommanix» Eintritt in die Pavillons erhielt und so, Katumba sei Dank, die Bieler Arteplage in absolutem Rekordtempo abspulen konnte.
Beat Fritsch

at work. So siehts jeweils aus, wenn andere Partybesucher längst im Land der Budgetträume weilen: Erst die Stippvisite bei Viva-Swizz, dann ab zum Apéro der Kommunikationsverbände an der X’02 (Seite 20). Weiter, hopp hopp, zu Guye Benker (Seite 21), ans Plakandafest und zur Diplomfeier für die Planerinnen und Planer Marketingkommunikation an der Expo.02 (Seite 22).
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