Täglich 25 Minuten Coop-TV

Bonaparte macht mit Spots und Anzeigen Appetit auf die Infotainment-Show des Grossverteilers

Bonaparte macht mit Spots und Anzeigen Appetit auf die Infotainment-Show des GrossverteilersVon Luca Aloisi Die grösste PR-Kiste, die im Schweizer Fernsehen je platziert wurde, hat Coop gezimmert. Der Basler Grossverteiler strahlt seit vergangenem Montag täglich
das Infotainmentmagazin «Telescoop» aus. Für das Format rührt Bonaparte die Werbetrommel.
Wegen unbefriedigender Werte kippte SF 1 die beiden Sorgenkinder des ehemaligen SF-Chefredaktors – «MittagsMagazin» und «Trend» – zu Beginn des Sommer-Taktfahrplans aus dem Programm. Nun gleist Coop eine 22-minütige Infotainment-Sendung auf die Mittagsschiene auf. Seit dem 2. September wird die von B&B Endemol in den TPC-Studios produzierte Dauerwerbesendung an Werktagen ausgestrahlt – um 12.30 Uhr auf SF 1 und auf SF 2 um 16.30 Uhr. Zeitlich verschoben strahlen die beiden TSR-Sender das französisch moderierte Pendant aus.
Inhaltlich deckt «Telescoop» in 220 Sendeminuten pro Woche das Sortiment der Coop-Gruppe und ihrer Geschäftspartner ab. Da die Sendung als Werbeinvestition und als Tool «zur Optimierung der quantitativen Werte» betrachtet wird, müsse sie auch nicht unbedingt selbsttragend werden, sagt Projektleiter Didier Peier. «Letztlich ist das Preis-Leistungs-Verhältnis immer in Relation zum Gesamteffekt zu setzen.» Über das Budget des neuen Instruments im Kommunikationsmix schweigt er sich aus.
Coop verstärkt seine TV-Präsenz, weil man dem Anspruch gerecht werden will, «der kundennächste Grossverteiler der Schweiz zu sein». Coop setzt dabei auf der Geschäfts- und auf der Kommunikationsebene auf die langfristigen Trends Frische, Lebensfreude, Gesundheit, Convenience und Dynamik.
Ob «Telescoop» zu einer Umschichtung oder gar zur Aufstockung des Werbeetats geführt hat, wollte Marketingleiter Heino Peier nicht sagen. Absolute Diskretion ist auch in Sachen Geschäftspartner gewahrt. Mit einigen sei man noch in Verhandlung, heisst es bei Coop. Das neuartige Werbefenster dürfte auch Markenartikel anlocken, die sonst aus Kostengründen auf das emotionalste Medium verzichten.
Für das «Mittwochsstudio» bedeutet die grosse Schwester keinen Abbruch, sondern eine leichte Umpositionierung in Richtung mehr Kundenservice. Damit kann das Wettrennen um Reichweite und Quote beginnen. Projektleiter Didier Peier: «Im Zusammenhang mit der Integration der Geschäftspartner haben wir uns auf die Gesamtreichweite gestützt – alle Sender kumuliert – und kamen damit auf ein Anfangskapital von rund 150000 im tieferen Schnitt.»
Migros weiss noch nicht, wie sie auf Telescoop reagiert
Auf Grund des Sendekonzepts sind die Macher überzeugt, Marktanteile gewinnen zu können. Um die Sendung kurzweilig zu halten, sind sechs Rubriken vorgesehen, die alle – vom Supertipp über den Kochblock bis hin zum Zuschauerwettbewerb – einen starken Bezug zu Coops Sortiment haben. Die Devise lautet: Gut informiert sein, heisst besser einkaufen, lässt sich Marketingleiter Heino Peier in Coops Kundenzeitung zitieren.
Vorerst muss das neue Werbeformat den Zuschauergeschmack treffen. Die Tatsache, dass dieser zur gegebenen Sendezeit nicht gerade anspruchsvoll ist, dürfte über das biedere Image, das Infomercials anhaftet, hinweghelfen. Ein TV-Magazin der Konkurrenz befürchtet der Basler Firstmover nicht. Ob er Recht hat? Auf Anfrage meinte Urs P. Naef, stellvertretender Leiter Corporate Communication des Migros-Genossenschafts-Bunds, sibyllinisch: «Bis heute ist keine Entscheidung gefällt worden, ob oder wie die Migros auf das neue Mittagsmagazin ‹Telescoop› reagieren wird.»
Die mit der Bewerbung der Sendung beauftragte Zürcher Agentur Bonaparte realisierte eine breite Kampagne, die vier TV-Spots, Testimonial-Anzeigen, POS-Massnahmen sowie Programm- und Kleinanzeigen umfasst. Für die Umsetzung fokussierte das Team um CD Guillaume Borel «auf die Nähe am Konsumenten». Borel: «Wir zeigen Personen aus allen Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten, die dem Betrachter verraten, weshalb sie sich ‹Telescoop› anschauen.» Als Key Visual dient ein Fernseher, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Kampagne zieht.

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