Eine feminine Zürcherin erobert die Romandie

Früh schon erkannte Femina die Bedeutung der Frauenbewegung

Früh schon erkannte Femina die Bedeutung der Frauenbewegungvon Anita Vaucher Vor genau vierzig Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Frauenzeitschrift Femina. Heute ist das in Zürich gegründete Blatt der meistgelesene Frauentitel der Westschweiz.
Was heute als Gratisbeilage der Sonntagszeitung Le Matin Dimanche beigelegt wird, hat seine Wurzeln in den Dreissigerjahren. 1934 lancierte die Zürcher Verlegersfrau Verena Conzett die Zeitschrift La semaine de la femme, die eigentliche Vorläuferin des heutigen Gratisblattes. Die Geschichte der heutigen Leaderzeitschrift im Westschweizer Frauenmarkt begann allerdings erst 1962. Damals wurde La semaine de la femme in Femina umgetauft. Seither hat das Frauenmagazin eine bewegte Geschichte hinter sich. Als deren Herausgeberin Conzett & Huber AG 1981 von der damaligen Tages-Anzeiger-Gruppe übernommen wurde, entstand daraus zunächst die Frauenzeitschrift Annabelle Femina.
Doch dies war nur eine kurze Episode, denn bereits 1985 verkaufte Tamedia das Frauenblatt an die 24 Heures Société S.A. – die heutige Edipresse. Femina war damals auf dem Westschweizer Markt konkurrenzlos, wenn man von den Frauenmagazinen aus Frankreich absieht. Das Frauenheft hatte aber noch eine andere Besonderheit, die bis heute beibehalten wurde: Femina ist nicht am Kiosk erhältlich und gelangt ausschliesslich als Beilage von Le Matin Dimanche an die Leserinnen. Ziel war es, das Gesamtangebot von Le Matin Dimanche aufzuwerten. Dies sei gelungen, sagt Anne Jan, Product Managerin von Femina. «Viele Leserinnen kaufen Le Matin Dimanche, weil sie damit auch Femina erhalten.» Auch die hohen Leserzahlen – 544000 sind es laut Mach Basic 2002 – würden für den Erfolg sprechen.
Unerreichte Leaderin unter den Westschweizer Frauentiteln
Ein Blick in die Geschichte zeigt die Pionierrolle von Femina. Als eine der ersten Frauenzeitschriften in der Schweiz nahm das Heft im Jahre 1978 auch politische Themen auf. Überhaupt fühlte das Frauenmagazin stets den Puls der Zeit. So dachte Femina bereits in den Gründungsjahren, noch mit Kochrezepten, Anleitungen zum Stricken, Sticken und Nähen im Blatt, über das Frauenbild der damaligen Zeit nach. In den Sechzigerjahren erweiterte die Zeitschrift den Themenkreis und wurde zum Spiegel einer sich rasch wandelnden Gesellschaft. So erschien bereits 1968 ein Dossier unter dem Titel «L’amour physique, son rôle et son importance».
Vor vier Jahren hat Femina gleich von zwei neuen Frauenzeitschriften Konkurrenz erhalten: Edelweiss aus dem Hause Ringier Romandie und Profil Femme aus dem Kleinverlag Audace Publishing pflügen seither ebenfalls im Frauenmarkt. Allerdings vermochten diese beiden der höchst aktiven Oma unter den Westschweizer Frauentiteln kaum Leserinnen wegzunehmen.

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