«Ich bin auch ein Schlafzimmer»

Film ab! Publicis zündet die dritte Werbestufe für den Zürcher Verkehrsverbund

Film ab! Publicis zündet die dritte Werbestufe für den Zürcher VerkehrsverbundVon Luca Aloisi Täglich fahren 1,3 Millionen Menschen mit den Verkehrsmitteln des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Fast so viele wählten dessen «Richtig verkehrt»-Auftritt zur Kampagne des Jahres 2001. Mit zwei Hollywood-würdigen Kinospots toppt nun die Hausagentur Publicis die Siegerkampagne.
«Das Schwierigste an der Herstellung des Streifens war, das Tram seetüchtig zu machen», grinst sichtlich stolz Publicis-CD Dani Krieg. Die Rede ist von der anlaufenden Kinospotvariante der Strategie «Ein Ticket für alles». In rund zwei Jahren hat die nach der Einführung der neuen CI gestartete Imagekampagne mit ihren verblüffenden Umsetzungen sowohl den Verbundtarif und die Angebotsvernetzung des ZVV bekannt als auch den trivialen Slogan «Ich bin auch ein…» zum geflügelten Wort gemacht. CCO Jean Etienne Aebi räumte mit den auf Schienen verkehrenden Bussen und den Trams auf Seewegen nahezu alles ab, was es in der Branche zu gewinnen gibt.
Nicht nur die Awards von Fach- und Laienpublikum veranlassten die Verantwortlichen, auf der eingeschlagenen Kommunikationsschiene weiterzufahren. «Mit einem Marktanteil von 60 Prozent bei den Zupendlern nach Zürich haben wir europaweit eine Topposition», sieht sich ZVV-Werbeleiter Hans Wälty bestätigt. Wahrlich ein gutes Zeugnis für das rund zwei Millionen schwere Marketingbudget.
ZVV fährt nächstes Jahr auch im Büro ein
Dass die Benützer des ZVV sowieso auf das Angebot des regionalen Nahverkehrsunternehmens angewiesen sind und sich der ZVV daher seine Imageauftritte auch sparen könnte, lässt er nicht gelten. Die Konkurrenz bleibt im Kanton Zürich – wo die Autoverfügbarkeit 70 Prozent beträgt – weiterhin hart.
Dass sich der ZVV aber nicht allein als Alternative zu einem Verkehrskollaps profiliert, sondern seine starke Stellung mit einer Erweiterung des Nachtangebots sogar ausbauen will, zeigt, dass er seine Businesspläne auf Wachstum ausgelegt hat. Auch der integrale Nachtnetzservice erreicht demnächst das junge Zielpublikum im Kino. Vorerst aber erfüllt die Bildmagie der zwei neuen ZVV-Kinospots die hohen Erwartungen an die Folgekampagne von «Ein Ticket für alles».
Ein Tram bahnt sich im Morgennebel neben Fischerboot und Enten einen Weg durch den See, während, vice versa, ein Schiff in einer idyllischen Landschaft Mitfahrende auf der Landstrasse einsammelt. Begleitet von klassischer Musik, laden die technisch auf hohem Niveau realisierten Filme zum Schwelgen ein.
Mit Werbebotschaften wie «Ich bin auch ein Büro» oder profiliert der ZVV ab Mitte Oktober im bekannten Stil nebst Kernkompetenz auch den Zusatznutzen. «Somit lüften wir ein wenig den Schleier, wies 2003 weitergehen könnte», sagt Krieg. Und Wälty schiebt sibyllinisch nach: «Wir haben unser Pulver noch längst nicht verschossen.»

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