Saab donnert Facts auf
Das Nachrichtenmagazin lanciert die längste Werbestrecke auf seiner Frontpage
Das Nachrichtenmagazin lanciert die längste Werbestrecke auf seiner FrontpageVon Daniel Schifferle Im Vergleich zur neuen Sonderwerbeform ist der Altarfalz nur gerade ein kleines Vorspiel: Nicht weniger als elf Seiten Werberaum offeriert die neue aufklappbare Frontseite von Facts. Wer mit diesem Knaller werben will, muss allerdings tief in die Tasche greifen: 120000 Franken kostet der prominente Auftritt, den sich erstmals Saab leistet.
Auf die Leser der Facts-Ausgabe dieser Woche wartet ein schönes Stück Arbeit. Denn auf der Titelseite präsentiert sich ihnen ein Entblätterungsspiel, dem sie sich kaum werden entziehen können: Die Umschlagseite zeigt sich dieses Mal als dickes Bündel aus sechs Lagen Papier.
Nicht weniger als elf ganze Inserateseiten wollen von den Abonnenten und Kioskkäufern beguckt werden, nachdem der doch recht aufwändige Entfaltungsakt vollendet ist. Der bisher bekannte Altarfalz mit seinen ein bis zwei herausklappbaren Seiten sieht im Vergleich dazu eher dünnhäutig aus.
Teure Angelegenheit und eine technische Herausforderung
Belegt ist die neue prominente Werbestrecke im Tamedia-Nachrichtenmagazin mit der Lancierungskampagne der Saab 9-3 Sport Limousine, die in den vergangenen Wochen breit angelaufen ist. Damit die Kampagnenidee auf den elf Seiten entsprechend untergebracht werden konnte, musste Fisch Meier Direkt das Konzept der Saab-Beilage allerdings überarbeiten.
Die Idee für den Werbeknüller hat Facts-Verlagsleiter Christoph Marty beim Stern abgeschaut. Letzterer hatte den werberischen Hosenlupf mit der vervielfachten Frontseite in der Ausgabe vom
8. Mai 2002 erstmals ausprobiert.
Eine besondere Herausforderung bietet die ungewöhnliche Werbestrecke für Produktion und Redaktion. «Statt erst am Mittwochmorgen, wie normalerweise üblich, muss die Frontseite bereits am Montagmorgen abgeliefert werden», erklärt Marty. Die Redaktion habe deshalb gewisse Sorgen angemeldet, weil die Aktualität darunter leiden könnte. Viel Überzeugungsarbeit sei notwendig gewesen.
Ein gewisses Risiko bleibe allerdings für den jeweiligen Kunden. «Wenn der Papst stirbt oder wenn die USA den Irak angreifen, müsste man die Frontseite auch sehr kurzfristig anpassen können – und damit würde dann auch das Werbepackage wegfallen. Aber dieses Risiko müssen wir eingehen, denn wir können die Redaktion nicht derart einschränken, dass kein Reagieren auf die Aktualität mehr möglich ist», sagt Marty.
Sehr schwierig sei es zudem gewesen, überhaupt eine Druckerei zu finden, welche die ungewöhnlich lange Werbestrecke zu drucken in der Lage ist. In der Druckerei Kyburz in Dielsdorf sei man aber schliesslich doch noch fündig geworden. Das aufwändige Produkt hat allerdings seinen Preis: Die Produktionskosten betragen stolze 35000 Franken. Darin inbegriffen ist ein etwas dickeres Papier, als es üblicherweise für die Umschlagseite zum Einsatz kommt. Damit soll dem Zerreissen beim komplizierten Entfaltungsprozess vorgebeugt werden.
Das Werberaum-Package soll sparsam eingesetzt werden
Marty ist aber überzeugt, dass sich das nicht ganz billige Angebot trotz Werbemarktkrise durchaus verkaufen lässt. «Für eine ausserordentliche Leistung, die sich so klar vom Mainstream abhebt, ist man auch heute bereit, etwas mehr auszugeben», erklärt er. Jedenfalls hätten jene Kunden, denen die neue Werbeform präsentiert wurde, durchwegs positiv reagiert.
Trotzdem soll sie sparsam zum Einsatz kommen – um die Lesenden und die Redaktion nicht zu stark zu strapazieren: Zirka drei- mal pro Jahr möchte Marty sein neuestes Werbekind im Heft haben. Ein solches Angebot buche man ja auch nicht für irgendein Produkt. «Diesen Knaller setzen Kunden für wirklich grosse Geschichten wie zum Beispiel die Lancierung der neuen Saab 9-3 Sport Limousine ein.»
Abonnentenwerbung mit Link
Auf die Leser der Facts-Ausgabe dieser Woche wartet ein schönes Stück Arbeit. Denn auf der Titelseite präsentiert sich ihnen ein Entblätterungsspiel, dem sie sich kaum werden entziehen können: Die Umschlagseite zeigt sich dieses Mal als dickes Bündel aus sechs Lagen Papier.
Nicht weniger als elf ganze Inserateseiten wollen von den Abonnenten und Kioskkäufern beguckt werden, nachdem der doch recht aufwändige Entfaltungsakt vollendet ist. Der bisher bekannte Altarfalz mit seinen ein bis zwei herausklappbaren Seiten sieht im Vergleich dazu eher dünnhäutig aus.
Teure Angelegenheit und eine technische Herausforderung
Belegt ist die neue prominente Werbestrecke im Tamedia-Nachrichtenmagazin mit der Lancierungskampagne der Saab 9-3 Sport Limousine, die in den vergangenen Wochen breit angelaufen ist. Damit die Kampagnenidee auf den elf Seiten entsprechend untergebracht werden konnte, musste Fisch Meier Direkt das Konzept der Saab-Beilage allerdings überarbeiten.
Die Idee für den Werbeknüller hat Facts-Verlagsleiter Christoph Marty beim Stern abgeschaut. Letzterer hatte den werberischen Hosenlupf mit der vervielfachten Frontseite in der Ausgabe vom
8. Mai 2002 erstmals ausprobiert.
Eine besondere Herausforderung bietet die ungewöhnliche Werbestrecke für Produktion und Redaktion. «Statt erst am Mittwochmorgen, wie normalerweise üblich, muss die Frontseite bereits am Montagmorgen abgeliefert werden», erklärt Marty. Die Redaktion habe deshalb gewisse Sorgen angemeldet, weil die Aktualität darunter leiden könnte. Viel Überzeugungsarbeit sei notwendig gewesen.
Ein gewisses Risiko bleibe allerdings für den jeweiligen Kunden. «Wenn der Papst stirbt oder wenn die USA den Irak angreifen, müsste man die Frontseite auch sehr kurzfristig anpassen können – und damit würde dann auch das Werbepackage wegfallen. Aber dieses Risiko müssen wir eingehen, denn wir können die Redaktion nicht derart einschränken, dass kein Reagieren auf die Aktualität mehr möglich ist», sagt Marty.
Sehr schwierig sei es zudem gewesen, überhaupt eine Druckerei zu finden, welche die ungewöhnlich lange Werbestrecke zu drucken in der Lage ist. In der Druckerei Kyburz in Dielsdorf sei man aber schliesslich doch noch fündig geworden. Das aufwändige Produkt hat allerdings seinen Preis: Die Produktionskosten betragen stolze 35000 Franken. Darin inbegriffen ist ein etwas dickeres Papier, als es üblicherweise für die Umschlagseite zum Einsatz kommt. Damit soll dem Zerreissen beim komplizierten Entfaltungsprozess vorgebeugt werden.
Das Werberaum-Package soll sparsam eingesetzt werden
Marty ist aber überzeugt, dass sich das nicht ganz billige Angebot trotz Werbemarktkrise durchaus verkaufen lässt. «Für eine ausserordentliche Leistung, die sich so klar vom Mainstream abhebt, ist man auch heute bereit, etwas mehr auszugeben», erklärt er. Jedenfalls hätten jene Kunden, denen die neue Werbeform präsentiert wurde, durchwegs positiv reagiert.
Trotzdem soll sie sparsam zum Einsatz kommen – um die Lesenden und die Redaktion nicht zu stark zu strapazieren: Zirka drei- mal pro Jahr möchte Marty sein neuestes Werbekind im Heft haben. Ein solches Angebot buche man ja auch nicht für irgendein Produkt. «Diesen Knaller setzen Kunden für wirklich grosse Geschichten wie zum Beispiel die Lancierung der neuen Saab 9-3 Sport Limousine ein.»
Abonnentenwerbung mit Link
Weil Frontseite und hintere Umschlagseite aus einem einzigen Bogen bestehen, müssen bei der Produktion zwingend auch die hinteren Umschlagseiten mit produziert werden. Im Fall der neuen Sonderwerbeform von Facts bleiben deshalb – zusätzlich zur vierten Umschlagseite – drei weitere ganze Seiten, die ebenfalls mit Werbung belegt werden können. Diese drei Seiten sind allerdings nicht Teil des Packages. Sie kommen im Normalfall für eigene Verlagsaktivitäten (Abonnentenwerbung) zum Einsatz. Allerdings sind Verknüpfungen nicht ausgeschlossen, wie das aktuelle Beispiel zeigt: Die Abonnentenwerbung ist mit einem Wettbewerb verbunden, bei dem es einen nigelnagelneuen Saab zu gewinnen gibt. (dse)
