Aufgefallen: Uriella? Ist sies wirklich?
AufgefallenUriella? Ist sies wirklich? Was? Wer? Ja, natürlich, Fifi, die verlorene Hündin des Uriella-Doubles, die neuerdings bei Henry Cotton’s ein Zuhause gefunden hat. Denn wer hat schon Lust, dauernd mit Zöpfchen durch die Welt zu tripp
Kolumne
Coiffeur-Phobien von Mike Müller
Er ist der Ort der absoluten Unterforderung: der Coiffeur-Stuhl. Die Heftli alt, das Wetter zu Ende kommentiert, und auf einen weiteren Espresso hat man keine Lust. Ein Ort, an dem ein Danke mit einem Danke quittiert wird: Geht es mit der Temperatur? Ja, merci. Danke. Möchten Sie noch einen Espresso? Nein danke. Merci. Das Mäntelchen wird umgelegt. So, wie immer? Ja gerne. Danke. In der Linguistik nennt man dies phatische Sprachverwendung, wenn eigentlich längst keine Informationen mehr fliessen, das Gespräch aber durch Floskeln und Allgemeinplätze aufrecht erhalten wird. Ich stelle mir vor, dass sich mein Coiffeur und ich im Alter nur noch durch kurze Lautfetzen unterhalten, jeder weiss, was der andere meint, und vor allem, dass eigentlich gar nichts gemeint ist. Das wäre weit weniger anstrengender als diese ausformulierten Sätze mit doppeltem Danke. Zudem habe ich im hohen Alter wahrscheinlich eine Glatze, was den Coiffeurbesuch erheblich verkürzt.
Um die Unterforderungssituation erfolgreich zu nützen, mache ich manchmal autogenes Training, doch der Coiffeur, der ja genau gleich unterfordert ist, bemerkt dies, erkundigt sich nach meinem Befinden und weg ist meine Entspannung. Anderen Gesprächen im Salon zuzuhören ist eine Farce, weil die anderen Kunden sich ebenso durch phatische Sprachfetzen die Zeit vertreiben. Das Schweizerdeutsche ist besonders reich an kurzen Brocken wie «jaa, ja» oder lang gezogenen «soo». Man hört diese Unterhaltungen auch an Bushaltestellen oder im Tram, aber nirgends scheint mir die Eindringlichkeit der stimmhaften Non-Kommunikation grösser zu sein als im Coiffeursalon. Zudem kann man nur geradeaus schauen, und da sieht man sich selber und den Coiffeur, der sich bei einem Blickkontakt sogleich zu einem neuen Gesprächsanfang bemüssigt fühlt. Morgen bestelle ich mir ein Toupet.
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Mike Müller ist Darsteller.
Business-Lunch
Bei Domenicos Tisch wird der Werktag zum Sonntag Merken Sie sich seinen Nachnamen nicht, der Vorname tuts auch: Domenico. Der liegt so nahe bei Domenica, und das heisst auch Sonntag auf Italienisch. Domenico ist ein Sonntagskind: Sein Lokal heisst genau so («San Domenico»), heilig ist ihm alles, was mit der sizilianischen Küche zu tun hat, denn er stammt von der grössten Insel Italiens – und ist der freundlichste Wirt Zürichs.
Das kann man ja alles selber überprüfen. Wir tatens auch und empfehlen: Auf keinen Fall den Antipastino rustico alla siciliana verpassen (Fr. 19.–). Was sich auf dem grossen Teller an Leckereien versammelt, das ist schon fast unverschämt gut – und nahrhaft. Domenico mag es nicht, wenn man Hunger leidet.
Zum Hauptgang kam ein Arrosto di vitello mit Tagliolini auf den Tisch (28.50). Die Sauce hätte noch etwas weniger flüssig sein dürfen, doch der Kalbsbraten schmeckte ausgezeichnet, die Tagliolini ebenfalls, auch wenn mir die Geschichte mit dem Trüffelöl nicht recht behagt. Entweder den frischen Tartufo oder gar keinen.
Mittags gibts zwei Menüs, von 18.50 bis 28.50. Das sind zwei Gänge – den Dessert bestellt man extra dazu. In diesem Falle überraschte Domenico mit Zuccotto und Cassata. Da ziehen wir den Hut, den wir zum Essen nicht an hatten. So einen hervorragenden Zuccotto kriegt man nicht mal mehr in Italien, grosses Ehrenwort. Kein Wunder, kann Domenico dieses Filetstück der sizilianischen Dessertkarte so zauberhaft zubereiten, schliesslich weiss er, was da hineingehört – und was nicht, und das ist manchmal schon viel mehr wert.
Schade, dass man an einem Mittagstisch nicht alles probieren kann, was auf der Karte steht: Ravioli di selvaggina con procini alla crema (Fr. 28.–) hätte ebenso gut gepasst als Vorspeise wie etwa danach die Filetti di coniglio al Calvados (Fr. 35.–).
Dafür haben wir uns in die Weinkarte vertieft und darin einen hübschen, nicht allzu schweren Sizilianer gefunden. Auch offene Weine hätte es genügend zur Auswahl. Ach! Schon ist es wieder Zeit zu gehen. Die Rechnung, man hats gelesen, fällt sehr angenehm aus. Man kommt so gerne wieder, um unter Tiffany-Lampen und an rosa Tischtüchern die Welt vor der Türe zu lassen. Nur, reservieren sollte man vorher schon.
Carlo Bernasconi
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Ristorante San DomenicoStampfenbachstr. 40
8006 Zürich
Tel. 01 362 55 06
www.sandomenico.ch
Keine Parkplätze weit und breit
Bewertung
Essen …………………..4
Getränke ………………4
Bedienung …………….5
Businessfaktor ……..4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop
