Rabenschwarzer Humor für Blinde
Ruf Lanz macht mit heiterer und feiner Ironie Fundraising-TV-Spots für ein Zürcher Blindenheim
Ruf Lanz macht mit heiterer und feiner Ironie Fundraising-TV-Spots für ein Zürcher BlindenheimEigentlich werben nur die Angelsachsen so heiter und zugleich ironisch um mehr Aufmerksamkeit und Bargeld für Behinderte. Dass es auch hier zu Lande anders geht, beweist Ruf Lanz mit zwei Spots für das Blindenwohnheim Mühlehalde in Zürich. Die Werbeagentur liess zwei blinde alte Damen ins kühle Nass des Zürichsees plumpsen oder im coolen Kleidershop ein T-Shirt mit der Aufschrift «Sex Bomb» kaufen. Und ist es auch viel Slapstick, so hat es doch Methode. Sehenden erklären beide Spots am Ende: «Ohne Ihre Spende sind die Blinden bei uns bald sich selbst überlassen.»Damit es nicht so weit kommt, hat Ruf Lanz die rührseligen Geschichten vom Tisch gefegt, die jeweils in der Vorweihnachtszeit erzählt werden. «Die Betroffenheitsmasche zieht nicht mehr», erklärt Markus Ruf die Taktik. Er wollte eine Kampagne realisieren, die nicht austauschbar ist. Diese besteht nun aus einem Anzeigensujet, das auch als Tramhänger produziert worden ist, sowie aus den zwei von Condorfilms unentgeltlich produzierten TV-Spots. Die Kernaussage ist unmissverständlich: Heimbewohnerinnen und -bewohner sind im Alltag dringend auf die Hilfe von Drittpersonen angewiesen. Und das kostet Geld. Viel Geld.
Dieses Jahr klafft ein Loch von 1,5 Millionen Franken in der Betriebskasse. In dieser Not habe er bei Ruf Lanz um eine Spende in Form einer Werbekampagne nachgesucht, erklärt der fürs Fundraising zuständige Bruno Guglielmetti, wie es zur Zusammenarbeit mit der Zürcher Kreativagentur kam.
«Ein schwermütiger Auftritt wäre der Mühlehalde nicht gerecht geworden. Die Bewohnerinnen und Bewohner versprühen teilweise wirklich Charme und Schalk», erklärt Markus Ruf. Und begründet damit auch gleich die Wahl für den Tonfall Ironie.
Auch Danielle Lanz liess sich von den Blinden beeindrucken
Die meisten der 78 blinden und sehbehinderten Personen im Alter zwischen 50 und 99 Jahren, die an der Witikonerstrasse 100 in Zürich eine liebevolle Bleibe gefunden haben, sind erst im AHV-Alter am Augenlicht erkrankt. Das ist umso härter, da an Spätblindheit oder an einer Spätsehbehinderung Leidende durch die Maschen der Invalidenversicherung (IV) fallen. Die IV deckt primär den Erwerbsausfall ab. Auf Grund dieser Gesetzeslücke erhalten nur gerade 19 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims Unterstützung durch die IV.
Betreut werden die blinden und sehbehinderten Menschen von 97 Mitarbeitenden, die sich 68 Stellen teilen. Vorrangige pflegerische Ziele sind die Bewältigung der durch die Erkrankung ausgelösten Krise sowie eine dem Alter angepasste selbstbestimmte Gestaltung des Lebens.
Beschäftigung finden die Bewohnerinnen und Bewohner etwa in einem Textilatelier und in einer Holzwerkstatt. Ferner umfasst das Animationsangebot unter anderem gemeinsames Singen und das Vorlesen aus Zeitungen. «Das Pflegepersonal geht sehr liebevoll mit diesen Menschen um», zeigt sich Danielle Lanz beeindruckt.
Getragen wird das Blindenwohnheim von der Anfang Juli 1979 vom Verein Frauen-Blindenheim Dankesberg und der Genossenschaft Blinden-Leuchtturm Zürich gegründeten Stiftung Mühlehalde.
Ernst Weber
AD–Rating
Dieses Jahr klafft ein Loch von 1,5 Millionen Franken in der Betriebskasse. In dieser Not habe er bei Ruf Lanz um eine Spende in Form einer Werbekampagne nachgesucht, erklärt der fürs Fundraising zuständige Bruno Guglielmetti, wie es zur Zusammenarbeit mit der Zürcher Kreativagentur kam.
«Ein schwermütiger Auftritt wäre der Mühlehalde nicht gerecht geworden. Die Bewohnerinnen und Bewohner versprühen teilweise wirklich Charme und Schalk», erklärt Markus Ruf. Und begründet damit auch gleich die Wahl für den Tonfall Ironie.
Auch Danielle Lanz liess sich von den Blinden beeindrucken
Die meisten der 78 blinden und sehbehinderten Personen im Alter zwischen 50 und 99 Jahren, die an der Witikonerstrasse 100 in Zürich eine liebevolle Bleibe gefunden haben, sind erst im AHV-Alter am Augenlicht erkrankt. Das ist umso härter, da an Spätblindheit oder an einer Spätsehbehinderung Leidende durch die Maschen der Invalidenversicherung (IV) fallen. Die IV deckt primär den Erwerbsausfall ab. Auf Grund dieser Gesetzeslücke erhalten nur gerade 19 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims Unterstützung durch die IV.
Betreut werden die blinden und sehbehinderten Menschen von 97 Mitarbeitenden, die sich 68 Stellen teilen. Vorrangige pflegerische Ziele sind die Bewältigung der durch die Erkrankung ausgelösten Krise sowie eine dem Alter angepasste selbstbestimmte Gestaltung des Lebens.
Beschäftigung finden die Bewohnerinnen und Bewohner etwa in einem Textilatelier und in einer Holzwerkstatt. Ferner umfasst das Animationsangebot unter anderem gemeinsames Singen und das Vorlesen aus Zeitungen. «Das Pflegepersonal geht sehr liebevoll mit diesen Menschen um», zeigt sich Danielle Lanz beeindruckt.
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