Am siebten Tage sollst du lesen
Weber Hodel Schmid will für die SonntagsZeitung den Sonntag wieder heiligen
Weber Hodel Schmid will für die SonntagsZeitung den Sonntag wieder heiligenVon Andreas Panzeri «Ein bisschen Sonntag vom Sonntag» heisst die neue Kampagne von Weber Hodel Schmid für die SonntagsZeitung. Die hintersinnige Wortspielerei liefert zugleich die intellektuellen Elemente (einer NZZ am Sonntag) und das Unterhaltende (vom SoBli). Ein Mix, der auch in den Inseraten zur idealen Ergänzung führt.
«Sunday, bloody Sunday» hat John Schlesinger diese Stimmung einmal in einem Filmtitel zusammengefasst: Familienschlauch, zwangsverordnetes Spazieren, die Schwiegereltern besuchen, mangels Arbeitskollegen die Einsamkeit mehr spüren, Sonntagswache schieben, bügeln, die Wohnung aufräumen, im Büro die Pendenzen abbauen – oder neuerdings bis zwei Kilo Zeitung lesen. «Ein bisschen Sonntag vom Sonntag» heisst nun das Gegengift von Weber Hodel Schmid (WHS).
Die neue Kampagne für die SonntagsZeitung (SoZ) ist am 3. November gestartet, verbunden mit einem «sanft renovierten» Layout (weniger klobige Titel mit gleichzeitigem Mut zu mehr gehobener Unterhaltung). Im Grunde ist die bereits zweite SoZ-Kampagne von Weber Hodel Schmid eine Fortsetzung der Inserate und Plakate auf der Suche nach dem richtigen Mittelmass. Zwischen dem zu kleinen und dem zu grossen Schädel wurde damals im Juli die SoZ zum idealen Kopfblatt in der Mitte zwischen NZZ am Sonntag (NZZaS) und SonntagsBlick (SoBli) gekürt. Die vergleichende Werbung zeigte auch eine Kartoffel, ein Ei oder eine Portion Kaviar im jeweils gleichen, aber nur einmal passgerechten Eierbecher.
Jene Kampagne, drei Monate nach der Lancierung der NZZaS in Umlauf gebracht, diente vorwiegend der Positionierung. Die aktuelle Kampagne eignet sich strategisch zur Positionierung und zur eigentlichen Produktewerbung. Wie schon der Name sagt, ist die SonntagsZeitung «die richtige Zeitung für den Sonntag» oder mit anderen Worten: «Die Leserkampagne soll dem Leser bestätigen, dass er beim richtigen Produkt ist», meint Verlagsleiterin Sandra Geiger. Für Reini Weber ist die SonntagsZeitung das ideale Blatt für den Sonntag, weil es «leicht unterhaltend und gleichzeitig journalistisch anspruchsvoll» gemacht ist.
SonntagsZeitung lesen
verspricht Pause vom Sonntag
Nachdem der SoBli mit «mehr Sonntag» wirbt, verspricht die SoZ nun «Ein bisschen Sonntag vom Sonntag.» Bis Ende Jahr sind sechs Sujets mit diesem Claim geplant. Alle Inserate nehmen in einem ganzseitigen Schriftteil Bezug auf die negativ gepolte Sonntagswelt einer Leserin oder eines Lesers. Als positive Pause ist dieser Text aber jeweils mit einem Ausschnitt aus der SonntagsZeitung aufgelockert. Nach dem Motto: «Für alles, was man am Sonntag macht, ist die SonntagsZeitung die richtige Zeitung dazu», muss zum Beispiel eine Primarlehrerin am Sonntag Aufsätze korrigieren. Dazwischen hat sie aber doch noch das Gefühl von einem echten Sonntag, wenn ihr Blick für kurze Zeit in die SonntagsZeitung fällt und ihr eine fette, schön gegrillte Wurst entgegenglänzt. Ein anderes Sujet zeigt den Fütterungsplan von Tierpfleger Zollinger im Basler Zoo. Um 14 Uhr heisst es auch für ihn «Sonntags:Zeitung» – und um 18.30 Uhr füttert er sich selber. Mit einer Stange Bier.
Die Reihe kann beliebig fortgesetzt und auch an die Aktualität angepasst werden, wie Reinhold Weber meint. Ein Sujet mit dem Wachtjournal eines Rekruten, der am Sonntag Wache schieben muss und als kleinen Sonntagsaufsteller wenigstens ein Bild mit einer schönen Frau in der SoZ findet, soll etwa zu Beginn der neuen Rekrutenschulen im Februar erscheinen.
In der gegenwärtigen Situation des Medienmarktes soll die Kampagne vorwiegend in hauseigenen Titeln der Tamedia auftreten sowie mit gelegentlichen Schaltungen in der NZZ, Weltwoche, Cash, Bilanz, HandelsZeitung, BaZ, BZ und NLZ. Ein Spot ist nicht vorgesehen. Plakate sind aber im Gespräch. Weiter sollen dazu die interessantesten Themen der aktuellen Ausgabe der SonntagsZeitung jeweils am Samstag im Tagi ganzseitig angekündigt werden, allerdings im neuen Kleid und unter dem Motto «Sonntags:Zeitung». Unter dem gleichen Titel erscheinen auch die Aushänger an den Kiosken und Zeitungsboxen.
WHS hat das Mandat für die SonntagsZeitung Anfang Mai in einem Pitch gewonnen. Weber darf bereits das zweite Mal Werbung für die SoZ machen. Das erste Mal war er noch bei Aebi angestellt. «Auch für den Tagi habe ich zweimal mit zwei Agenturen Werbung gemacht», amüsiert er sich über sein Dranbleiben in der Zeitungsbranche. Neben den beiden Tamedia-Titeln hat er in seiner Karriere als Zeitungsverkäufer neben acht Jahren «Wir bleiben dran» auch schon Werbung für die NZZ, Schweizerische HandelsZeitung («Das kapitalistische Manifest»), Basler Zeitung, Sport sowie NZZ Folio gemacht.
Seine aktuellste Arbeit will die SoZ weniger im Kampf gegen den SoBli als gegen die NZZaS stärken. Eine nicht weiter verfolgte Idee für die SoZ-Werbung waren literarische Anzeigen bekannter Autoren, die eine typische Sonntagsstimmung beschreiben. Aber diese Kampagne kann ja der Zeitungswerber später auftischen.
«Sunday, bloody Sunday» hat John Schlesinger diese Stimmung einmal in einem Filmtitel zusammengefasst: Familienschlauch, zwangsverordnetes Spazieren, die Schwiegereltern besuchen, mangels Arbeitskollegen die Einsamkeit mehr spüren, Sonntagswache schieben, bügeln, die Wohnung aufräumen, im Büro die Pendenzen abbauen – oder neuerdings bis zwei Kilo Zeitung lesen. «Ein bisschen Sonntag vom Sonntag» heisst nun das Gegengift von Weber Hodel Schmid (WHS).
Die neue Kampagne für die SonntagsZeitung (SoZ) ist am 3. November gestartet, verbunden mit einem «sanft renovierten» Layout (weniger klobige Titel mit gleichzeitigem Mut zu mehr gehobener Unterhaltung). Im Grunde ist die bereits zweite SoZ-Kampagne von Weber Hodel Schmid eine Fortsetzung der Inserate und Plakate auf der Suche nach dem richtigen Mittelmass. Zwischen dem zu kleinen und dem zu grossen Schädel wurde damals im Juli die SoZ zum idealen Kopfblatt in der Mitte zwischen NZZ am Sonntag (NZZaS) und SonntagsBlick (SoBli) gekürt. Die vergleichende Werbung zeigte auch eine Kartoffel, ein Ei oder eine Portion Kaviar im jeweils gleichen, aber nur einmal passgerechten Eierbecher.
Jene Kampagne, drei Monate nach der Lancierung der NZZaS in Umlauf gebracht, diente vorwiegend der Positionierung. Die aktuelle Kampagne eignet sich strategisch zur Positionierung und zur eigentlichen Produktewerbung. Wie schon der Name sagt, ist die SonntagsZeitung «die richtige Zeitung für den Sonntag» oder mit anderen Worten: «Die Leserkampagne soll dem Leser bestätigen, dass er beim richtigen Produkt ist», meint Verlagsleiterin Sandra Geiger. Für Reini Weber ist die SonntagsZeitung das ideale Blatt für den Sonntag, weil es «leicht unterhaltend und gleichzeitig journalistisch anspruchsvoll» gemacht ist.
SonntagsZeitung lesen
verspricht Pause vom Sonntag
Nachdem der SoBli mit «mehr Sonntag» wirbt, verspricht die SoZ nun «Ein bisschen Sonntag vom Sonntag.» Bis Ende Jahr sind sechs Sujets mit diesem Claim geplant. Alle Inserate nehmen in einem ganzseitigen Schriftteil Bezug auf die negativ gepolte Sonntagswelt einer Leserin oder eines Lesers. Als positive Pause ist dieser Text aber jeweils mit einem Ausschnitt aus der SonntagsZeitung aufgelockert. Nach dem Motto: «Für alles, was man am Sonntag macht, ist die SonntagsZeitung die richtige Zeitung dazu», muss zum Beispiel eine Primarlehrerin am Sonntag Aufsätze korrigieren. Dazwischen hat sie aber doch noch das Gefühl von einem echten Sonntag, wenn ihr Blick für kurze Zeit in die SonntagsZeitung fällt und ihr eine fette, schön gegrillte Wurst entgegenglänzt. Ein anderes Sujet zeigt den Fütterungsplan von Tierpfleger Zollinger im Basler Zoo. Um 14 Uhr heisst es auch für ihn «Sonntags:Zeitung» – und um 18.30 Uhr füttert er sich selber. Mit einer Stange Bier.
Die Reihe kann beliebig fortgesetzt und auch an die Aktualität angepasst werden, wie Reinhold Weber meint. Ein Sujet mit dem Wachtjournal eines Rekruten, der am Sonntag Wache schieben muss und als kleinen Sonntagsaufsteller wenigstens ein Bild mit einer schönen Frau in der SoZ findet, soll etwa zu Beginn der neuen Rekrutenschulen im Februar erscheinen.
In der gegenwärtigen Situation des Medienmarktes soll die Kampagne vorwiegend in hauseigenen Titeln der Tamedia auftreten sowie mit gelegentlichen Schaltungen in der NZZ, Weltwoche, Cash, Bilanz, HandelsZeitung, BaZ, BZ und NLZ. Ein Spot ist nicht vorgesehen. Plakate sind aber im Gespräch. Weiter sollen dazu die interessantesten Themen der aktuellen Ausgabe der SonntagsZeitung jeweils am Samstag im Tagi ganzseitig angekündigt werden, allerdings im neuen Kleid und unter dem Motto «Sonntags:Zeitung». Unter dem gleichen Titel erscheinen auch die Aushänger an den Kiosken und Zeitungsboxen.
WHS hat das Mandat für die SonntagsZeitung Anfang Mai in einem Pitch gewonnen. Weber darf bereits das zweite Mal Werbung für die SoZ machen. Das erste Mal war er noch bei Aebi angestellt. «Auch für den Tagi habe ich zweimal mit zwei Agenturen Werbung gemacht», amüsiert er sich über sein Dranbleiben in der Zeitungsbranche. Neben den beiden Tamedia-Titeln hat er in seiner Karriere als Zeitungsverkäufer neben acht Jahren «Wir bleiben dran» auch schon Werbung für die NZZ, Schweizerische HandelsZeitung («Das kapitalistische Manifest»), Basler Zeitung, Sport sowie NZZ Folio gemacht.
Seine aktuellste Arbeit will die SoZ weniger im Kampf gegen den SoBli als gegen die NZZaS stärken. Eine nicht weiter verfolgte Idee für die SoZ-Werbung waren literarische Anzeigen bekannter Autoren, die eine typische Sonntagsstimmung beschreiben. Aber diese Kampagne kann ja der Zeitungswerber später auftischen.
