Schlanker in die Zukunft
Moneycab und Swisscontent gehen getrennt einen gemeinsamen Weg
Moneycab und Swisscontent gehen getrennt einen gemeinsamen WegVon Markus Knöpfli Moneycab und Swisscontent sind Babys des Internethype – aber mit etwas Glück können sie sich als eigenständige Firmen unter neuen Besitzern in die Zukunft einer gesitteten Kinderstube retten. Abgespeckt haben sie bereits. Moneycab soll sogar so schlank sein, dass es schon schwarze Zahlen schreibt!
Die Moneycab-Trägerin Finanzfachmarkt AG ist zwar ein spätes, aber kein untypisches Kind des
Internethypes. 2000 startete sie mit einem Aktienkapital von 9,9 Millionen Franken. Das Portal öffnete seine Türen in den Cyberspace im Frühling 2001 – mit 40 Redaktionsstellen. Der ehemalige Geschäftsführer Markus Gisler setzte noch im Januar 2002 den Break-even auf Ende 2004 an, das Betriebsbudget 2002 bezifferte er mit 10 Millionen Franken und den Anteil der Werbeeinnahmen mit 30 bis 40 Prozent.
Von solchen Höhenflügen ist Moneycab heute weit entfernt – aber einem wichtigen Ziel offenbar doch näher als noch zu Gislers Zeiten. «Wir schreiben schon vom ersten Tag an schwarze Zahlen», behauptet Helmuth Fuchs, einer der neuen Moneycab-Besitzer. Er und Georg Hess halten je 50 Prozent an der Finanzfachmarkt AG. Detailliertere Zahlen gibt Fuchs aber nicht preis, sogar den Jahresumsatz für 2003 veranschlagt er lediglich «auf etwa den gleichen Betrag wie 2002».
Swisscontent hat zahlreiche Offerten in der Pipeline
Im gleichen Zug verweist Fuchs auf die mittlerweile «massiv reduzierte Kostenstruktur». Moneycab verfügt heute sozusagen über kein eigenes Personal mehr. Die Redaktion wurde noch unter Goldbach Media zum Inhalteanbieter Swisscontent Corp. ausgegliedert und dort reduziert. Und auch die neue Crew mit Hess, Fuchs, dem Produzenten Andreas Gehrig, dem Marketingleiter Bernt Maullaz und der neuen, dreiköpfigen Redaktion unter dem Wirtschaftsjournalisten David Strohm ist nicht angestellt. Alle arbeiten auf Mandatsbasis und können sich im Gegenzug an der Firma beteiligen.
Auch andere Kosten wurden noch unter Goldbach reduziert, indem die Technik mit Swisscontent zusammengelegt, diverse Projekte zurückgestellt oder auf kleinem Feuer gefahren wurden (Pay-Channel oder Moneycab-Radio zum Beispiel). Daran soll sich nicht viel ändern. Am Grundkonzept aber will man festhalten. «Journalistische Informationen, Finanztools und Marktdaten – daran glauben wir, aber fokussiert auf Firmen, die an der Schweizer Börse kotiert sind. Darum ist unser Angebot kleiner als vor eineinhalb Jahren», sagt Fuchs. Immerhin soll die neue Redaktion ab 1. Februar wieder Eigenleistungen produzieren und die Swisscontent-Informationen veredeln.
Auf der Einnahmenseite will sich Moneycab künftig weniger als bisher auf Werbung und den kaum kommunizierten Pay-Channel abstützen, stattdessen wird das Marketing ausgebaut. Vor allem hofft Fuchs auf Kunden im B2B-Bereich, die entweder Content oder eines der Moneycab-Tools (Aktienführer, Teledata, Ratingtool) in adaptierter Form für die eigene Website oder zum Arbeiten benötigen können. Diesen will er massgeschneiderte Packages anbieten. Auch neue Tools sollen entwickelt werden. Je etwa ein Drittel Inhalte, Tools und Werbung – so soll die künftige Einnahmenstruktur aussehen.
Moneycab wird übrigens schon bald die ehemalige Goldbach-Schwester Swisscontent an der Zypressenstrasse 60 verlassen und an die Hornbachstrasse 50 ins Zürcher Seefeld dislozieren. Fredy Hämmerli, unter dem Goldbach-Dach noch CEO beider Firmen, hat Swisscontent zu 100 Prozent gekauft und wird den Betrieb, fokussiert auf Wirtschaftsinformationen, weiterführen.
Ein Vermarkter für die Plattform wird noch gesucht
Berichte, wonach der Contentanbieter für 2003 ein Auftragsvolumen von etwa vier Millionen Franken habe, bestätigt Hämmerli als «in der Grössenordnung richtig». Die Belegschaft beziffert er auf knapp 30 Personen. Neben Moneycab beliefert Swisscontent unter anderen Kunden wie Postfinance, Tiscali und Orange. Weitere Offerten sind in der Pipeline. Auch wenn sich die Swisscontent-Ertragslage nach der Schliessung des Finanzportals Redsafe.com im letzten Juli verschlechtert habe, «sind wir dennoch in einem Bereich, in dem wir auch langfristig bestehen können», sagt Hämmerli. Trotz juristischer, personeller und nun auch örtlicher Entflechtung gehen die beiden Firmen ihren
Weg kaum getrennt. Swisscontent wird Inhalte an Moneycab liefern, und Moneycab wird für Swisscontent den technischen Bereich und den Contentvertrieb managen. Und das Gemeinsame könnte noch weiter gehendere Formen annehmen. So diskutieren die neuen Besitzer gemäss Fuchs darüber, ob sie sich gegenseitig finanziell und personell verflechten sollen. Bei Swisscontent wird die konstituierende VR-Sitzung Ende Monat stattfinden, bei Moneycab könnte dies etwas länger dauern. Hier ist schliesslich auch mehr Geld im Spiel. Während
das Aktienkapital von Swisscontent gemäss Hämmerli bei 800000 Franken belassen wird, will Fuchs jenes von Moneycab per Kapitalschnitt «auf einen vernünftigen Betrag reduzieren».
Offen ist bei beiden Firmen noch, ob und wer von den bisherigen Verwaltungsräten, die allesamt zurückgetreten sind, wieder ins Boot geholt wird. Fuchs und Hämmerli schweigen sich dazu aus. Dagegen mar-
kiert Fuchs deutlich Distanz zu Goldbach Media. Starke personelle Verflechtungen mit ihr stünden nicht im Vordergrund, sagte er. Eher scheint sich ein Bruch abzuzeichnen: Die Aussage im Goldbach-Communiqué vom 20. Dezember, wonach die Vermarktung von Moneycab «weiterhin durch die Goldbach-Media-Unternehmung Active Agent (AA) wahrgenommen» werde, bezeichnet Fuchs jedenfalls als «Fehler». «Wir reden auch mit andern», sagte er.
Die Moneycab-Trägerin Finanzfachmarkt AG ist zwar ein spätes, aber kein untypisches Kind des
Internethypes. 2000 startete sie mit einem Aktienkapital von 9,9 Millionen Franken. Das Portal öffnete seine Türen in den Cyberspace im Frühling 2001 – mit 40 Redaktionsstellen. Der ehemalige Geschäftsführer Markus Gisler setzte noch im Januar 2002 den Break-even auf Ende 2004 an, das Betriebsbudget 2002 bezifferte er mit 10 Millionen Franken und den Anteil der Werbeeinnahmen mit 30 bis 40 Prozent.
Von solchen Höhenflügen ist Moneycab heute weit entfernt – aber einem wichtigen Ziel offenbar doch näher als noch zu Gislers Zeiten. «Wir schreiben schon vom ersten Tag an schwarze Zahlen», behauptet Helmuth Fuchs, einer der neuen Moneycab-Besitzer. Er und Georg Hess halten je 50 Prozent an der Finanzfachmarkt AG. Detailliertere Zahlen gibt Fuchs aber nicht preis, sogar den Jahresumsatz für 2003 veranschlagt er lediglich «auf etwa den gleichen Betrag wie 2002».
Swisscontent hat zahlreiche Offerten in der Pipeline
Im gleichen Zug verweist Fuchs auf die mittlerweile «massiv reduzierte Kostenstruktur». Moneycab verfügt heute sozusagen über kein eigenes Personal mehr. Die Redaktion wurde noch unter Goldbach Media zum Inhalteanbieter Swisscontent Corp. ausgegliedert und dort reduziert. Und auch die neue Crew mit Hess, Fuchs, dem Produzenten Andreas Gehrig, dem Marketingleiter Bernt Maullaz und der neuen, dreiköpfigen Redaktion unter dem Wirtschaftsjournalisten David Strohm ist nicht angestellt. Alle arbeiten auf Mandatsbasis und können sich im Gegenzug an der Firma beteiligen.
Auch andere Kosten wurden noch unter Goldbach reduziert, indem die Technik mit Swisscontent zusammengelegt, diverse Projekte zurückgestellt oder auf kleinem Feuer gefahren wurden (Pay-Channel oder Moneycab-Radio zum Beispiel). Daran soll sich nicht viel ändern. Am Grundkonzept aber will man festhalten. «Journalistische Informationen, Finanztools und Marktdaten – daran glauben wir, aber fokussiert auf Firmen, die an der Schweizer Börse kotiert sind. Darum ist unser Angebot kleiner als vor eineinhalb Jahren», sagt Fuchs. Immerhin soll die neue Redaktion ab 1. Februar wieder Eigenleistungen produzieren und die Swisscontent-Informationen veredeln.
Auf der Einnahmenseite will sich Moneycab künftig weniger als bisher auf Werbung und den kaum kommunizierten Pay-Channel abstützen, stattdessen wird das Marketing ausgebaut. Vor allem hofft Fuchs auf Kunden im B2B-Bereich, die entweder Content oder eines der Moneycab-Tools (Aktienführer, Teledata, Ratingtool) in adaptierter Form für die eigene Website oder zum Arbeiten benötigen können. Diesen will er massgeschneiderte Packages anbieten. Auch neue Tools sollen entwickelt werden. Je etwa ein Drittel Inhalte, Tools und Werbung – so soll die künftige Einnahmenstruktur aussehen.
Moneycab wird übrigens schon bald die ehemalige Goldbach-Schwester Swisscontent an der Zypressenstrasse 60 verlassen und an die Hornbachstrasse 50 ins Zürcher Seefeld dislozieren. Fredy Hämmerli, unter dem Goldbach-Dach noch CEO beider Firmen, hat Swisscontent zu 100 Prozent gekauft und wird den Betrieb, fokussiert auf Wirtschaftsinformationen, weiterführen.
Ein Vermarkter für die Plattform wird noch gesucht
Berichte, wonach der Contentanbieter für 2003 ein Auftragsvolumen von etwa vier Millionen Franken habe, bestätigt Hämmerli als «in der Grössenordnung richtig». Die Belegschaft beziffert er auf knapp 30 Personen. Neben Moneycab beliefert Swisscontent unter anderen Kunden wie Postfinance, Tiscali und Orange. Weitere Offerten sind in der Pipeline. Auch wenn sich die Swisscontent-Ertragslage nach der Schliessung des Finanzportals Redsafe.com im letzten Juli verschlechtert habe, «sind wir dennoch in einem Bereich, in dem wir auch langfristig bestehen können», sagt Hämmerli. Trotz juristischer, personeller und nun auch örtlicher Entflechtung gehen die beiden Firmen ihren
Weg kaum getrennt. Swisscontent wird Inhalte an Moneycab liefern, und Moneycab wird für Swisscontent den technischen Bereich und den Contentvertrieb managen. Und das Gemeinsame könnte noch weiter gehendere Formen annehmen. So diskutieren die neuen Besitzer gemäss Fuchs darüber, ob sie sich gegenseitig finanziell und personell verflechten sollen. Bei Swisscontent wird die konstituierende VR-Sitzung Ende Monat stattfinden, bei Moneycab könnte dies etwas länger dauern. Hier ist schliesslich auch mehr Geld im Spiel. Während
das Aktienkapital von Swisscontent gemäss Hämmerli bei 800000 Franken belassen wird, will Fuchs jenes von Moneycab per Kapitalschnitt «auf einen vernünftigen Betrag reduzieren».
Offen ist bei beiden Firmen noch, ob und wer von den bisherigen Verwaltungsräten, die allesamt zurückgetreten sind, wieder ins Boot geholt wird. Fuchs und Hämmerli schweigen sich dazu aus. Dagegen mar-
kiert Fuchs deutlich Distanz zu Goldbach Media. Starke personelle Verflechtungen mit ihr stünden nicht im Vordergrund, sagte er. Eher scheint sich ein Bruch abzuzeichnen: Die Aussage im Goldbach-Communiqué vom 20. Dezember, wonach die Vermarktung von Moneycab «weiterhin durch die Goldbach-Media-Unternehmung Active Agent (AA) wahrgenommen» werde, bezeichnet Fuchs jedenfalls als «Fehler». «Wir reden auch mit andern», sagte er.
