Teurer Sport
Samuel Helbling über Ökonomie und Spitzensport
Samuel Helbling über Ökonomie und SpitzensportMit Sportsendungen generieren TV-Stationen weltweit die höchsten Einschaltquoten. Verständlich, dass Sportmanager astronomische Summen für ihre TV-Rechte verlangen. Zu den teuren Rechten gesellen sich die hohen Produktionskosten. Wer die Ausstrahlungsrechte für einen Topevent erwirbt, muss diesen fernsehgerecht inszenieren.Der Vermarktung des Spitzensports bläst nach den von Masslosigkeit geprägten Boomjahren ein steifer konjunktureller Wind entgegen. Nach der Pleite des Zuger Sportmarketing-Riesen ISL und dem Niedergang des Medienkonzerns Kirch leidet die Branche unter einer anhaltenden Baisse (siehe Seite 9). Doch anders als beim Kultursponsoring können die Investoren beim Sport davon ausgehen, dass sie mit Spitzenqualität auch die Massen erreichen. Die Kommerzialisierung vieler Lebensbereiche wird von kulturkritischer Seite oft mit dem Argument beklagt, sie begünstige die Produktion minderer Qualität. Das mag vielleicht für die Kultur, die Religion oder den Tourismus zutreffen. Für den Sport gilt dies nicht: Wo es beim Sport um viel Geld geht, steigt das Niveau der Darbietungen, fallen Rekorde, nimmt die Dynamik zu. Nur logisch, dass die Sportfunktionäre betonen, dass nicht die Wirtschaft den Sport instrumentalisiere. Es ist umgekehrt: Der Sport bedient sich vielmehr ökonomischer Ressourcen, um besser zu werden.
> Samuel Helbling, Chefredaktor
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