Die Leadership der NZZ

Anzeigenkombi McCann-Erickson will Kombi NZZ Grandplus ein progressives Image geben.

Anzeigenkombi McCann-Erickson will Kombi NZZ Grandplus ein progressives Image geben.Das Anzeigenkombi NZZ Grandplus mit dem Trio Neue Zürcher Zeitung, Der Bund und Le Temps ist das einzige nationale Leaderkombi, auch wenn das juristisch so nicht gesagt werden darf. Gemäss Mediaforschung werden mit dem Grandplus 85000 finanzkräftige Führungskräfte erreicht. Als solche gilt, wer im Monat mindestens 8000 Franken Lohn auf sein Konto überwiesen erhält. «Da sind also nicht nur Pfeifen rauchende Golfspieler, sondern auch jüngere Anwälte, Architektinnen oder konsumfreudige Jungunternehmer dabei», meint Dominik Imseng. Der CD von McCann-Erickson Schweiz hat deshalb in Absprache mit Christoph Bauer, Leiter Marketing bei der NZZ, für die neue Eigenwerbung der «alten Tante» bewusst nach einem etwas progressiveren Ton gesucht. Dem Vorurteil, dass Bund- oder NZZ-Leser konservativ sind, soll entgegnet werden. «Weg vom Klischee und modern auftreten, war deshalb ein wichtiger Punkt beim Briefing», präzisiert Heike Rindfleisch, Group Account Director bei McCann-Erickson.
Leicht schmutzig, die Zeitung
Das neue Styling hat das Kreativteam im Alltäglichen einer modernen Zeitungsästhetik gefunden. Vier Inseratesujets zeigen eine aufgeschlagene Zeitungsseite. «Die gelesene Zeitung ist durch mehrere Hände gegangen und leicht schmutzig», erklärt Imseng das «für die NZZ sehr mutige Konzept». Die Sujets sollen als Anzeige jede auch für sich stehen können.
Für das Sujet «Mediaplanung» hat McCann-Erickson die fünf grössten Werbeagenturen der Schweiz zum kollegialen Mitspielen gewonnen. Das Bild zeigt fünf originale Titelseiten mit je einem Konzept zu einer fiktiven Kampagne für eine Uhr Typus «Edelmarke». Welches Konzept gewinnen soll, wissen die Werber nicht, sagt das Kampagnenbild. «Aber bei der Mediaplanung sind sie sich einig», weiss die Headline. «Wie man 85000 finanzkräftige Führungskräfte überzeugt, lässt sich diskutieren. Wie man sie gezielt erreicht, ist allerdings klar: Mit ‹NZZ Grandplus›, dem nationalen Leaderkombi.»
Ein anderes Sujet illustriert die Rechnung, wonach ein als teuer geltender Anwalt mit dem Leaderkombi nur 30 Rappen kostet – Kontaktkosten natürlich.
Das Sujet mit unzähligen Namensschildchen im Eingang zu einem Geschäftshaus will dem Zielpublikum «85000 Führungskräfte auf einen Streich» mit einer Bildmontage vor Augen führen.
Das vierte Inserat zeigt eine orientierungslos wirkende Skizze auf einer Flipchart. Hier haben Werber den Aufbau einer neuen Kampagne diskutiert und wissen noch nicht, wohin die Reise geht. Die Schlagzeile beruhigt: «Wenigstens ist die Mediaplanung klar.»
Diese Inserate erscheinen in der Fach- und Eigenpresse. Und da die neuen Mediazahlen noch positiver für das Leaderkombi ausfallen sollen, werden die Anzeigen «textlich bald überarbeitet werden», hoffen die Verantwortlichen beim NZZ Grandplus.
Andreas Panzeri

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