Trendwende bei der Werbung?

Werbemarkt Kleiner Lichtblick im Werbetunnel: Die Zahl der Unternehmen, die ihre Kommunikationsbudgets für dieses Jahr gesenkt haben, nahm erstmals wieder ab. Personalvermittler knausern weiter mit Anzeigen.

Werbemarkt Kleiner Lichtblick im Werbetunnel: Die Zahl der Unternehmen, die ihre Kommunikationsbudgets für dieses Jahr gesenkt haben, nahm erstmals wieder ab. Personalvermittler knausern weiter mit Anzeigen.Die Kommunikationsmanager der Schweiz blicken verhalten optimistisch in die Zukunft: Frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwarten sie steigende Ausgaben für Werbung – sie sind aber auch froh, wenn die Spendings nicht zusätzlich gekürzt werden. Auf diesen Nenner lassen sich die Aussagen der Werbefachleute bringen, die von der HandelsZeitung nach der Entwicklung des Werbevolumens 2003 gefragt wurden.Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Schlechtwetterlage wird kein starkes Wachstum prognostiziert. Selbst wer fürs erste Halbjahr ein Verharren auf Vorjahresniveau oder ein leichtes Wachstum erwartet, bleibt in der Minderheit. Das ändert sich bei den Einschätzungen für die zweite Jahreshälfte: Der Anteil jener, die gleich bleibende oder gar mehr Ausgaben für Werbung erhoffen, steigt gegen 60 Prozent.
Nachvollziehbar werden diese Prognosen, wenn man ihnen die Entwicklung der Kommunikationsbudgets zu Grunde legt. Zwar ist der Anteil der Unternehmen, die dieses Jahr über ein grösseres Kommunikationsbudget verfügen als 2002, mit 28,2 Prozent noch immer kleiner als der Anteil derer mit einem reduzierten Budget (32,1 %). Doch könnte dies ein Wendepunkt sein. Verglichen mit letztem Jahr blieb der Anteil der Auftraggeber mit erhöhten Budgets stabil, von 2000 bis 2002 war er noch um mehr als ein Drittel gesunken. Und mit 39,7 Prozent stellen immerhin jene den grössten Anteil, die gleich viel Geld für Werbung zur Verfügung haben. Übrigens: Am meisten Unternehmen mit höheren Budgets finden sich in der Bekleidungs- und Kosmetikbranche sowie im Einzelhandel.
Küchenmeister Schmalhans
Erneut zurückgehen werden die Printausgaben für die Personalsuche: Vor drei Jahren investierten noch 42,9 Prozent der Personalberater mehr als eine Million Franken, 2003 sind es bloss noch 7,1 Prozent, die solche Summen einsetzen. Bei den Finanzdienstleistern müssen 71,4 Prozent dieses Jahr ihre Kommunikationsausgaben drosseln. Der Anteil jener, die mehr als fünf Millionen Franken ausgeben, hat sich innerhalb von drei Jahren praktisch halbiert. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die weniger als eine Million Franken investieren, auf mehr als die Hälfte angestiegen (52,4 %).
Trotzdem blicken selbst die Agenturen optimistisch in die Zukunft: 42,9 Prozent erwarten höhere Budgetumsätze – letztes Jahr glaubten dies nur 37,5 Prozent. Allerdings stieg auch der Anteil jener Gruppe, die von einer Abnahme ausgehen (plus 1,2 %).
So entstand die Studie WerbetrendsDie Media Research Group hat im Auftrag der HandelsZeitung von Anfang Februar bis Mitte März 400 Kommunikationsverantwortliche der 500 grössten Unternehmen in der Schweiz, 60 Werbe- und alle 25 Media-Agenturen, die 40 Personalberatungsfirmen mit den grössten Budgets für Stellenanzeigen sowie 50 Banken und Finanzdienstleister schriftlich befragt. Der Rücklauf betrug je nach Branche zwischen 39 und 90 Prozent. (mk)
Frage an die Werbe-AuftraggeberSteht Ihnen im Vergleich zum Vorjahr ein grösserer oder kleinerer
Budgetbetrag zur Verfügung?
Frage an die AgenturenErwarten Sie im Vergleich zum Vorjahr einen höheren, gleich hohen oder
niedrigeren Budgetumsatz?
Markus Knöpfli

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