Post-Karte aus Hollywood
Bankenwerbung PostFinance goes to Hollywood, um sich bei den jährlich rund 100000 neuen kontowilligen Jugendlichen den Löwenanteil zu sichern.
Bankenwerbung PostFinance goes to Hollywood, um sich bei den jährlich rund 100000 neuen kontowilligen Jugendlichen den Löwenanteil zu sichern.Das Kino mit all seinen emotionalen Traumwelten zwischen Herz-Schmerz und Action-Thrill ist das Jugendmedium. Wie keine andere eignet sich deshalb die Welt des Kinos als Plattform für Jugendmarketing. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Publicis für Kundin PostFinance dieses Themas annehmen würde.Unter dem Motto «Konto auf und Film ab» führen die Werber von der Theaterstrasse die Joint-Marketing-Strategie zusammen mit Sony ins Jubiläumsjahr. Mit dem DVD-Player-Angebot will die Akquisitionskampagne an bisherige Erfolge anknüpfen. «Das Konzept mit der jährlichen Jugendaktion hat sich in den letzten zehn Jahren hervorragend etabliert», freut sich CD Markus Gut.
Nur in der Terminierung des Kampagnenstarts wird eine Änderung erkennbar. Knapp eineinhalb Monate früher als üblich wurde dieser heuer angesetzt. «Wir wollen damit in einer Phase sichtbar sein, in der die meisten unserer potenziellen Kunden ihren Lehrvertrag abschliessen», erklärt Roger Thöny, Verantwortlicher Marketingkommunikation Jugend bei PostFinance. Keine Reaktion auf die akute Lehrstellensituation in der Schweiz, fügt er an. Eine Verschärfung der Marketingaktivitäten ist auch bei der Konkurrenz bisher nicht zu spüren.
Da PostFinance laut eigenen Angaben in diesem Marktsegment Leader ist, steht es ihr gut an, branchenweit den Ton anzugeben. Ohne selbstherrlichen Gestus, sondern entsprechend ihrer Positionierung als sympathische Alternative zur Bank mit unprätenziösen, gradlinigen Auftritten, integriert sie jeweils einen Brand, der bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs steht. Davon profitieren nicht nur die Teens, die ein gelbes Konto eröffnen, sondern die Post und Marken wie H & M, Panasonic oder EasyJet, die bereits an einer Kampagne beteiligt waren.
Die diesjährige Kampagne profiliert PostFinance gegenüber anderen Finanzinstituten mit drei Sujets in verschiedenen Print- und Poster-Formaten und schlägt optisch eine ansprechende Brücke zwischen Eröffnungsgeschenk und Post, über die das Kernzielpublikum der 15- bis 16-Jährigen gehen soll. Dabei spulen die Kreativen das ganze Repertoire an berühmten Symbolen ab, die das grosse Kino zu bieten hat, und projizieren darauf die deutliche Aufforderung «Konto auf» – vom Walk-of-Fame-Stern über einen Kinotempel in amerikanischem Stil bis hin zum Hollywood-Schriftzug.
Bekanntlich macht Déjà-vu Kasse. Besonders in Hollywood, wo sich die Sequel-Industrie grosser Beliebtheit erfreut. Und so, wie
sich selbst halbwegs gelungene Remakes mit ordentlichen Marketingbudgets in Blockbusters für jüngere Generationen verwandeln lassen, belebt auch die PostFinance-Kampagne ein Werbesujet aus einer alten Jugendkonto-Kampagne der UBS (Guye & Partner) wieder.
Sprechen garantiert auf Hollywood an: Jugendliche mit der Absicht, ein Konto zu eröffnen, sind die Hauptzielgruppe von PostFinance.
«Original» fürs UBS-Konto.
Finanzmarketing Rund 100000 Jugendliche eröffnen jährlich ein neues Konto. Die Post will sich den Löwenanteil in diesem Markt sichern und macht dazu einen Umweg nach Hollywood. >> S. 7
Luca Aloisi
Nur in der Terminierung des Kampagnenstarts wird eine Änderung erkennbar. Knapp eineinhalb Monate früher als üblich wurde dieser heuer angesetzt. «Wir wollen damit in einer Phase sichtbar sein, in der die meisten unserer potenziellen Kunden ihren Lehrvertrag abschliessen», erklärt Roger Thöny, Verantwortlicher Marketingkommunikation Jugend bei PostFinance. Keine Reaktion auf die akute Lehrstellensituation in der Schweiz, fügt er an. Eine Verschärfung der Marketingaktivitäten ist auch bei der Konkurrenz bisher nicht zu spüren.
Da PostFinance laut eigenen Angaben in diesem Marktsegment Leader ist, steht es ihr gut an, branchenweit den Ton anzugeben. Ohne selbstherrlichen Gestus, sondern entsprechend ihrer Positionierung als sympathische Alternative zur Bank mit unprätenziösen, gradlinigen Auftritten, integriert sie jeweils einen Brand, der bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs steht. Davon profitieren nicht nur die Teens, die ein gelbes Konto eröffnen, sondern die Post und Marken wie H & M, Panasonic oder EasyJet, die bereits an einer Kampagne beteiligt waren.
Die diesjährige Kampagne profiliert PostFinance gegenüber anderen Finanzinstituten mit drei Sujets in verschiedenen Print- und Poster-Formaten und schlägt optisch eine ansprechende Brücke zwischen Eröffnungsgeschenk und Post, über die das Kernzielpublikum der 15- bis 16-Jährigen gehen soll. Dabei spulen die Kreativen das ganze Repertoire an berühmten Symbolen ab, die das grosse Kino zu bieten hat, und projizieren darauf die deutliche Aufforderung «Konto auf» – vom Walk-of-Fame-Stern über einen Kinotempel in amerikanischem Stil bis hin zum Hollywood-Schriftzug.
Bekanntlich macht Déjà-vu Kasse. Besonders in Hollywood, wo sich die Sequel-Industrie grosser Beliebtheit erfreut. Und so, wie
sich selbst halbwegs gelungene Remakes mit ordentlichen Marketingbudgets in Blockbusters für jüngere Generationen verwandeln lassen, belebt auch die PostFinance-Kampagne ein Werbesujet aus einer alten Jugendkonto-Kampagne der UBS (Guye & Partner) wieder.
Sprechen garantiert auf Hollywood an: Jugendliche mit der Absicht, ein Konto zu eröffnen, sind die Hauptzielgruppe von PostFinance.
«Original» fürs UBS-Konto.
Finanzmarketing Rund 100000 Jugendliche eröffnen jährlich ein neues Konto. Die Post will sich den Löwenanteil in diesem Markt sichern und macht dazu einen Umweg nach Hollywood. >> S. 7
Luca Aloisi
