Im besten Alter
Verbände Die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) feiert einen runden Geburtstag und sieht gute Chancen für ihre «kleinen» Agenturmitglieder.
Verbände Die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) feiert einen runden Geburtstag und sieht gute Chancen für ihre «kleinen» Agenturmitglieder.Die Zeichen stehen auf Sturm. Selbst in renommierten Agenturen werden lang gediente Kaderleute auffallend nervös und suchen neue Sicherheit in der Gründung eines eigenen Shops. Tatsächlich, der Slogan «Small is beautiful», sozusagen das Markenzeichen der ASW-Agenturen, scheint eine neue Bedeutung zu bekommen. Zwar gibt es auch bei der ASW, die an diesem Wochenende ihr 40-Jahr-Jubiläum feiert, einige Agenturen, die in der derzeitigen Wirtschaftslage unter Druck geraten sind und sogar ihre Geschäfte aufgeben mussten. «Das führt zu einer gewissen Bereinigung auf dem Markt, was durchaus auch seine positiven Seiten hat. Natürlich nicht vom Einzelschicksal her gesehen, sondern aus der Sicht der gesamten Branche», meint dazu ASW-Präsident Diego Bally (siehe auch Interview auf dieser Seite).
In einer solchen Krise könne die Qualität wachsen, weil diese neben dem Glück und den nötigen Bezie-hungen das wichtigste Kriterium in einem Verband sei, in dem die Agenturen vorwiegend von Einzelpersonen abhängig seien.
Auf ein Ranking wird unter den heute rund 90 im ASW organisierten Agenturen verzichtet, die zusammen pro Jahr rund eine halbe Milliarde Umsatz erbringen. Auch beim BSW wird ein Rang in den hinteren Plätzen, bei den Agenturen mit knapp drei Millionen Franken Umsatz, schliesslich uninteressant. «Interessanter wäre es hingegen aufzulisten, wie lange Kunden einer ASW-Agentur treu bleiben», meint Bally.
Denn um Kundentreue soll es bei den Kleinen «wesentlich besser» stehen als bei den Grossen. Aber das wollen die ASW-Mitglieder nicht als Argument dafür sehen, dass sie die besseren Werber sein sollen. «Wir arbeiten einfach individueller mit unseren Kunden zusammen und dadurch entstehen auch persönlichere Bindungen.»
«Es zeigt sich erfreulicherweise, dass kleine, inhabergeführte Agenturen verstärkt wieder berechtigte Chancen auf dem breit gefächerten Markt der kommerziellen Kommunikation finden, obwohl über längere Zeit von manch starker Marke Vertrauenswürdigkeit mit Agenturgrösse verwechselt wurde», steht darum nicht ohne Grund im Tätigkeitsbericht 2002/2003 zur ASW-Generalversammlung vom 27. Juni.
Individueller soll im Branchenverband mit der Honorierung umgegangen werden. 1983 konnte gemeinsam mit dem BSW noch eine branchengültige Honorarordnung verabschiedet werden. Diese ist aber inzwischen durch die ASW mit dem aktuelleren Werbeleistungsvertrag, dem neuen Branchenwerk «für eine umfassende und faire Regelung der Zusammenarbeit zwischen Werbeauftraggebern und Werbeagenturen», erneuert worden.
Wirrnis um BerufsbezeichnungenNach wie vor will man aber in Sachen Ausbildung mit anderen Organisationen eng zusammenarbeiten. «Hier scheint es mir wichtig, dass wir die Kursangebote und Diplome übersichtlich vereinheitlichen. Es macht keinen Sinn, dass jede Organisation oder Fachhochschule ihre eigenen Kurse mit eigenen Titeln anbietet», meint der scheidende ASW-Präsident. Bei solchen Diplomen sollte die gesamte Branche mehr harmonisieren, sonst verlieren die Personalchefs die Übersicht, wenn ein Werbeleiter plötzlich Kommunikationsleiter genannt wird, was doch landläufig als PR-Berater verstanden wird.
Die 40. Generalversammlung der ASW findet in Fürigen am Bürgenstock statt. Ende Jahr soll eine «gesellschaftliche Party» folgen. Andere auffallende Aktivitäten zum Jubiläumsjahr sind nicht vorgesehen. Man ist ja schliesslich erst 40 Jahre jung und noch nicht 50 Jahre alt geworden.
Andreas Panzeri
In einer solchen Krise könne die Qualität wachsen, weil diese neben dem Glück und den nötigen Bezie-hungen das wichtigste Kriterium in einem Verband sei, in dem die Agenturen vorwiegend von Einzelpersonen abhängig seien.
Auf ein Ranking wird unter den heute rund 90 im ASW organisierten Agenturen verzichtet, die zusammen pro Jahr rund eine halbe Milliarde Umsatz erbringen. Auch beim BSW wird ein Rang in den hinteren Plätzen, bei den Agenturen mit knapp drei Millionen Franken Umsatz, schliesslich uninteressant. «Interessanter wäre es hingegen aufzulisten, wie lange Kunden einer ASW-Agentur treu bleiben», meint Bally.
Denn um Kundentreue soll es bei den Kleinen «wesentlich besser» stehen als bei den Grossen. Aber das wollen die ASW-Mitglieder nicht als Argument dafür sehen, dass sie die besseren Werber sein sollen. «Wir arbeiten einfach individueller mit unseren Kunden zusammen und dadurch entstehen auch persönlichere Bindungen.»
«Es zeigt sich erfreulicherweise, dass kleine, inhabergeführte Agenturen verstärkt wieder berechtigte Chancen auf dem breit gefächerten Markt der kommerziellen Kommunikation finden, obwohl über längere Zeit von manch starker Marke Vertrauenswürdigkeit mit Agenturgrösse verwechselt wurde», steht darum nicht ohne Grund im Tätigkeitsbericht 2002/2003 zur ASW-Generalversammlung vom 27. Juni.
Individueller soll im Branchenverband mit der Honorierung umgegangen werden. 1983 konnte gemeinsam mit dem BSW noch eine branchengültige Honorarordnung verabschiedet werden. Diese ist aber inzwischen durch die ASW mit dem aktuelleren Werbeleistungsvertrag, dem neuen Branchenwerk «für eine umfassende und faire Regelung der Zusammenarbeit zwischen Werbeauftraggebern und Werbeagenturen», erneuert worden.
Wirrnis um BerufsbezeichnungenNach wie vor will man aber in Sachen Ausbildung mit anderen Organisationen eng zusammenarbeiten. «Hier scheint es mir wichtig, dass wir die Kursangebote und Diplome übersichtlich vereinheitlichen. Es macht keinen Sinn, dass jede Organisation oder Fachhochschule ihre eigenen Kurse mit eigenen Titeln anbietet», meint der scheidende ASW-Präsident. Bei solchen Diplomen sollte die gesamte Branche mehr harmonisieren, sonst verlieren die Personalchefs die Übersicht, wenn ein Werbeleiter plötzlich Kommunikationsleiter genannt wird, was doch landläufig als PR-Berater verstanden wird.
Die 40. Generalversammlung der ASW findet in Fürigen am Bürgenstock statt. Ende Jahr soll eine «gesellschaftliche Party» folgen. Andere auffallende Aktivitäten zum Jubiläumsjahr sind nicht vorgesehen. Man ist ja schliesslich erst 40 Jahre jung und noch nicht 50 Jahre alt geworden.
Andreas Panzeri
