Waschmittel vom Pizzablitz
Florian Biafori von Mediabox glaubt an die wachsende Bedeutung von Below-the-line-Massnahmen und hat die beste Übersicht.
Florian Biafori von Mediabox glaubt an die wachsende Bedeutung von Below-the-line-Massnahmen und hat die beste Übersicht.Hunderttausende von Kebab-Tüten werden in der Schweiz monatlich zur Hand genommen. Auf diesen Papierfetzen könnte Werbung für Kaugummi platziert und mit einem Probiermuster ergänzt werden, der den Atem nach dem Genuss des türkischen Snacks wieder erfrischt. Mit der Auslieferung von Pizzas kann ein Sampling von neuartigen Waschmittel-Tabs gleich mitabgegeben werden. Die sabbernden Konsumenten würdens danken.«Wieso eigentlich nicht?», sagte sich Florian Biafori vor knapp drei Jahren und gab sich die Antwort zusammen mit Sandro Proietto gleich selber: Mediabox wurde gegründet – und beide Ideen in die Tat umgesetzt. Werbung auf Zapfpistolen an Tankstellen, Plakate an Skiliftmasten, in Toiletten oder Liftkabinen, Eyecatcher auf Schmutzfangmatten, Bierdeckeln oder auch Zuckerbeuteln sowie Cards for free oder Wildplakate gibts zwar schon länger, doch werden diese, teils von Mediabox initiierten Medienträger, heute professionell vermarktet, wie das eine herkömmliche Vermarktungsagentur mit ihren klassischen Werbemitteln macht.
«Es gibt hunderte verschiedener Werbeträger – aber keine Stelle, bei der diese zentral gebucht werden können», war die zündende Idee. Das Ziel: einen Pool gründen für alle nichtklassischen Medien – ähnlich wie das Publicitas im Printbereich macht. Wichtigste Frage bei dieser neuartigen Vermittlung: «Wo ist die Zielgruppenaffinität für eine Below-the-line-Massnahme?»
Beim Beispiel der Pizza-Schachtel ist die Werbung für neue Waschmittel-Tabs fast ohne Streuverlust an die Kunden gebracht worden. Junge Leute, die meistens erstmals selber einen Haushalt in Schuss halten müssen, aber den ganzen Tag arbeiten, benützen Food-Kuriere und werden ein Waschmittelmuster in der Pizzaschachtel kaum wegwerfen. Und wenn das Produkt gut ist, wirds später im Laden gekauft.
Florian Biafori hat diese Mechanismen neun Jahre bei Mediaagenturen kennen gelernt. 1992 meldete er sich nach Abschluss des Wirtschaftsgymnasiums auf ein Inserat bei Leo Burnett Media, wo er als Mediaassistent engagiert wurde und zuletzt für die Mediaplanung der gesamten Philip-Morris-Gruppe zuständig war. Später wurde er Mediaplaner und Leitung Aussenwerbung bei den damaligen Innomedia und schliesslich Medialeiter bei der MQI (heute: Mediaedge|CIA). In diesen Agenturen hat er Kunden wie Credit Suisse, Orange oder die Feldschlösschen-Gruppe betreut, viel gelernt – und gemerkt, «dass ich anfange, in platten Schemen zu denken».
Bei einem solchen Nachdenken über seinen Job – zusammen mit Sandro Proietto, der damals bei Cinecom arbeitete –, ist bei beiden die Lust auf Mediabox entstanden. Heute hat ihr Unternehmen «jedes Medium, das in der Schweiz im nichtklassischen Bereich angeboten wird, unter Vertrag». Aber: Mediabox entwickelt auch selber Ideen und sucht dazu die passenden Kunden.
«Die Nachfrage ist gross, weil Below-the-line immer wichtiger wird», weiss Biafori. Weil die Agenturen selber keine Zeit haben, bei solchen bisher unbekannten Medien up to date zu bleiben. Mediabox hingegen hat sofort viele Erfahrungswerte anzubieten, für die ein konventioneller Mediaplaner erst einmal tagelang recherchieren müsste. «Es gibt bereits Agenturen, die uns mitnehmen zu einer Kundenpräsentation, weil wir als Partner viele neue Ansätze und Wege aufzeigen können», ist Biafori stolz.
Ergänzend für den Bereich Crossover-Projekte ist jetzt auch noch ein «Jugendpool» als zentraler Vermarkter für Trend- und Jugendmagazine in die Mediabox integriert worden.
Bei so viel Arbeit blieb Biafori in drei Jahren Mediabox erst wenig Freizeit. Dabei hat er sich eigentlich auch selbstständig gemacht, weil er damals Vater geworden war und für sich und für das Kind ein bisschen mehr freie Zeit erhoffte. Das ist bis jetzt Illusion geblieben. Zum Glück gibts ja den Pizzakurier.
Wollte ursprünglich mehr Freizeit, stattdessen versinkt Mediabox-Mitinhaber Florian Biafori in der Arbeit.
«Es gibt hunderte verschiedener Werbeträger – aber keine Stelle, bei der diese zentral gebucht werden können», war die zündende Idee. Das Ziel: einen Pool gründen für alle nichtklassischen Medien – ähnlich wie das Publicitas im Printbereich macht. Wichtigste Frage bei dieser neuartigen Vermittlung: «Wo ist die Zielgruppenaffinität für eine Below-the-line-Massnahme?»
Beim Beispiel der Pizza-Schachtel ist die Werbung für neue Waschmittel-Tabs fast ohne Streuverlust an die Kunden gebracht worden. Junge Leute, die meistens erstmals selber einen Haushalt in Schuss halten müssen, aber den ganzen Tag arbeiten, benützen Food-Kuriere und werden ein Waschmittelmuster in der Pizzaschachtel kaum wegwerfen. Und wenn das Produkt gut ist, wirds später im Laden gekauft.
Florian Biafori hat diese Mechanismen neun Jahre bei Mediaagenturen kennen gelernt. 1992 meldete er sich nach Abschluss des Wirtschaftsgymnasiums auf ein Inserat bei Leo Burnett Media, wo er als Mediaassistent engagiert wurde und zuletzt für die Mediaplanung der gesamten Philip-Morris-Gruppe zuständig war. Später wurde er Mediaplaner und Leitung Aussenwerbung bei den damaligen Innomedia und schliesslich Medialeiter bei der MQI (heute: Mediaedge|CIA). In diesen Agenturen hat er Kunden wie Credit Suisse, Orange oder die Feldschlösschen-Gruppe betreut, viel gelernt – und gemerkt, «dass ich anfange, in platten Schemen zu denken».
Bei einem solchen Nachdenken über seinen Job – zusammen mit Sandro Proietto, der damals bei Cinecom arbeitete –, ist bei beiden die Lust auf Mediabox entstanden. Heute hat ihr Unternehmen «jedes Medium, das in der Schweiz im nichtklassischen Bereich angeboten wird, unter Vertrag». Aber: Mediabox entwickelt auch selber Ideen und sucht dazu die passenden Kunden.
«Die Nachfrage ist gross, weil Below-the-line immer wichtiger wird», weiss Biafori. Weil die Agenturen selber keine Zeit haben, bei solchen bisher unbekannten Medien up to date zu bleiben. Mediabox hingegen hat sofort viele Erfahrungswerte anzubieten, für die ein konventioneller Mediaplaner erst einmal tagelang recherchieren müsste. «Es gibt bereits Agenturen, die uns mitnehmen zu einer Kundenpräsentation, weil wir als Partner viele neue Ansätze und Wege aufzeigen können», ist Biafori stolz.
Ergänzend für den Bereich Crossover-Projekte ist jetzt auch noch ein «Jugendpool» als zentraler Vermarkter für Trend- und Jugendmagazine in die Mediabox integriert worden.
Bei so viel Arbeit blieb Biafori in drei Jahren Mediabox erst wenig Freizeit. Dabei hat er sich eigentlich auch selbstständig gemacht, weil er damals Vater geworden war und für sich und für das Kind ein bisschen mehr freie Zeit erhoffte. Das ist bis jetzt Illusion geblieben. Zum Glück gibts ja den Pizzakurier.
Wollte ursprünglich mehr Freizeit, stattdessen versinkt Mediabox-Mitinhaber Florian Biafori in der Arbeit.
Andreas Panzeri
