«Bereit für den Aufschwung»
Werner Lang und Peter Knoll, Mitgründer von LangGysiKnoll, geben ihre Anteile ab und ziehen sich zurück. Zur GL – Nicole Huber, André Gysi und Silvano Spezia – stösst neu CD Simone Quast hinzu.
Werner Lang und Peter Knoll, Mitgründer von LangGysiKnoll, geben ihre Anteile ab und ziehen sich zurück. Zur GL – Nicole Huber, André Gysi und Silvano Spezia – stösst neu CD Simone Quast hinzu.WW Simone Quast, Sie haben am 1. Juli in der LGK-GL Einsitz genommen, die neu aus zwei Männern und zwei Frauen besteht. Hat Ihre Agentur eine Quotenregelung?Simone Quast Wo denken Sie hin? Wir orientieren uns radikal am Markt. Gut die Hälfte der Konsumenten sind Frauen. Und rund die Hälfte unserer Kunden sind es auch. Tatsächlich ist die Führungsequipe von LangGysiKnoll Ausdruck eines natürlichen Prozesses. Wir denken nicht in Geschlechterkategorien. Bei uns zählen Persönlichkeit und Performance. Die Konstellation in der Geschäftsleitung ist zufällig eine paritätische. Lebenserfahrung, unterschiedliche Blickwinkel und Strategien führen uns zu Entscheidungen, die immer wieder gute Grundlagen sind für erfolgreiche Lösungen.
Frauen in der GL haben Seltenheitswert in der Schweizer Werbeszene. Was machen Sie anders?
Was jetzt neu scheint, ist nichts anderes als der sichtbare Ausdruck einer lange geplanten Entwicklung. Wir sind vier Partner, die ihren Weg gemeinsam gehen. Dank dieser Konstellation auf GL- und Inhaberebene können wir die strategischen Aufgaben optimal unter uns aufteilen und viel Zeit ins Tagesgeschäft und in New-Business-Projekte investieren.
Sind es diese Punkte, die Sie an der neuen Funktion reizen?Einfluss zu nehmen und Dinge verändern zu können, ist immer wieder ein gutes Gefühl. Besonders dann, wenn man dabei von einer Menge Leute unterstützt wird. Nun kommen zu meinen Aufgaben als CD neue strategische Aufgaben hinzu. Das bedeutet: Ich werde jetzt noch mehr für das Unternehmen tun können.
Bekanntlich ziehen sich in Rezessionsphasen eher Frauen als Männer aus dem Arbeitsleben zurück. Wie schätzen Sie die derzeitige Situation der Frauen in der Werbebranche ein?
Seit der letzten Rezession sind ja auch einige Jahre ins Land gegangen, und selbst die Schweiz entwickelt sich weiter. Heute sind Frauen in leitenden Positionen kaum mehr von dem Phänomen betroffen, das Sie ansprechen. Nach meiner Einschätzung sind es eher Frauen, die in einer Partnerschaft das Zubrot verdienen, die sich angesichts des drohenden Rotstifts zurückziehen oder abgebaut werden. Aber auch hier: Bei LGK sind Frauen und Männer gut ausgebildete Profis, und wer will schon auf die verzichten?
Ist die junge Tradition der Agentur ein Grund dafür, dass Sie deren Markennamen nicht ändern?Richtig. LangGysiKnoll war von Anfang an als Marke gedacht. Dreiklang-Dimensionen, wie das bei «Rheingold» in den Achtzigerjahren so schön hiess.
Sie werden ja auch gleich Mitinhaberin der Agentur. Wie wollen Sie die Performance Ihrer Top-15-Agentur steigern?
Wir gehen gesund, abgespeckt und fit durch die Krise und sind bereit für den Aufschwung. Durch unsere Investitionen im Bereich Account Planning wollen wir in Zukunft noch effizienter ans Ziel kommen. In der Vergangenheit waren das rund 13 Prozent plus pro Jahr, und an diesen Erfolg wollen wir anknüpfen.
Werden Sie schon im laufenden Jahr an solche Zuwachsraten anknüpfen?Schön wärs! Aber lassen Sie uns auf dem Teppich bleiben: In der gegenwärtigen Marktlage sind wir auch mit weniger zufrieden.
Dann werden Sie wohl eine aktivere Pitchpolitik betreiben als früher?Am liebsten ist uns ein verdaubares Wachstum. Aber es stimmt schon, im Augenblick sind wir ziemlich aktiv. Und ich hoffe, dass ich mich in Bern und Zürich bald wieder nach geeigneter Verstärkung umsehen kann. Wobei: die «Zurigesen» scheinen lieber arbeitslos bleiben zu wollen, als sich für eine Stunde in den Zug zu setzen.
Peter Knoll und Werner Lang verkaufen ihre Beteiligungen und ziehen sich aus der GL zurück. Damit verkleinert sich diese auf ein Quartett. War das die erste Sparmassnahme?
Also bitte, wer will denn schon an der Qualität sparen? Tatsächlich wurde aus unserer Geschäftsleitung nur vorübergehend ein Fünfergremium, als Nicole Huber – übrigens eine der tollsten Frauen, die ich kenne – 2001 auf den Plan trat, um den längst geplanten Generationenwechsel einzuleiten.
Wenn sich zwei der drei Agenturväter zurückziehen und ein Generationenwechsel vollzogen wird, fragt man sich, ob sich auch André Gysi mit seiner Nachfolgeregelung befasst.
Der Name täuscht wohl, LangGysiKnoll hatte immer schon vier Agenturväter. Silvano Spezia und André Gysi sind noch kein bisschen müde, und das ist Nicole Huber und mir nur recht. Dass da einer abdankt, ist gar kein Thema.
Paritätisches Führungsquartett bei LangGysiKnoll: Nicole Huber, Silvano Spezia, André Gysi – und neu: Simone Quast (v. l.).
Frauen in der GL haben Seltenheitswert in der Schweizer Werbeszene. Was machen Sie anders?
Was jetzt neu scheint, ist nichts anderes als der sichtbare Ausdruck einer lange geplanten Entwicklung. Wir sind vier Partner, die ihren Weg gemeinsam gehen. Dank dieser Konstellation auf GL- und Inhaberebene können wir die strategischen Aufgaben optimal unter uns aufteilen und viel Zeit ins Tagesgeschäft und in New-Business-Projekte investieren.
Sind es diese Punkte, die Sie an der neuen Funktion reizen?Einfluss zu nehmen und Dinge verändern zu können, ist immer wieder ein gutes Gefühl. Besonders dann, wenn man dabei von einer Menge Leute unterstützt wird. Nun kommen zu meinen Aufgaben als CD neue strategische Aufgaben hinzu. Das bedeutet: Ich werde jetzt noch mehr für das Unternehmen tun können.
Bekanntlich ziehen sich in Rezessionsphasen eher Frauen als Männer aus dem Arbeitsleben zurück. Wie schätzen Sie die derzeitige Situation der Frauen in der Werbebranche ein?
Seit der letzten Rezession sind ja auch einige Jahre ins Land gegangen, und selbst die Schweiz entwickelt sich weiter. Heute sind Frauen in leitenden Positionen kaum mehr von dem Phänomen betroffen, das Sie ansprechen. Nach meiner Einschätzung sind es eher Frauen, die in einer Partnerschaft das Zubrot verdienen, die sich angesichts des drohenden Rotstifts zurückziehen oder abgebaut werden. Aber auch hier: Bei LGK sind Frauen und Männer gut ausgebildete Profis, und wer will schon auf die verzichten?
Ist die junge Tradition der Agentur ein Grund dafür, dass Sie deren Markennamen nicht ändern?Richtig. LangGysiKnoll war von Anfang an als Marke gedacht. Dreiklang-Dimensionen, wie das bei «Rheingold» in den Achtzigerjahren so schön hiess.
Sie werden ja auch gleich Mitinhaberin der Agentur. Wie wollen Sie die Performance Ihrer Top-15-Agentur steigern?
Wir gehen gesund, abgespeckt und fit durch die Krise und sind bereit für den Aufschwung. Durch unsere Investitionen im Bereich Account Planning wollen wir in Zukunft noch effizienter ans Ziel kommen. In der Vergangenheit waren das rund 13 Prozent plus pro Jahr, und an diesen Erfolg wollen wir anknüpfen.
Werden Sie schon im laufenden Jahr an solche Zuwachsraten anknüpfen?Schön wärs! Aber lassen Sie uns auf dem Teppich bleiben: In der gegenwärtigen Marktlage sind wir auch mit weniger zufrieden.
Dann werden Sie wohl eine aktivere Pitchpolitik betreiben als früher?Am liebsten ist uns ein verdaubares Wachstum. Aber es stimmt schon, im Augenblick sind wir ziemlich aktiv. Und ich hoffe, dass ich mich in Bern und Zürich bald wieder nach geeigneter Verstärkung umsehen kann. Wobei: die «Zurigesen» scheinen lieber arbeitslos bleiben zu wollen, als sich für eine Stunde in den Zug zu setzen.
Peter Knoll und Werner Lang verkaufen ihre Beteiligungen und ziehen sich aus der GL zurück. Damit verkleinert sich diese auf ein Quartett. War das die erste Sparmassnahme?
Also bitte, wer will denn schon an der Qualität sparen? Tatsächlich wurde aus unserer Geschäftsleitung nur vorübergehend ein Fünfergremium, als Nicole Huber – übrigens eine der tollsten Frauen, die ich kenne – 2001 auf den Plan trat, um den längst geplanten Generationenwechsel einzuleiten.
Wenn sich zwei der drei Agenturväter zurückziehen und ein Generationenwechsel vollzogen wird, fragt man sich, ob sich auch André Gysi mit seiner Nachfolgeregelung befasst.
Der Name täuscht wohl, LangGysiKnoll hatte immer schon vier Agenturväter. Silvano Spezia und André Gysi sind noch kein bisschen müde, und das ist Nicole Huber und mir nur recht. Dass da einer abdankt, ist gar kein Thema.
Paritätisches Führungsquartett bei LangGysiKnoll: Nicole Huber, Silvano Spezia, André Gysi – und neu: Simone Quast (v. l.).
LangGysiKnoll in Zahlen
Die LGK, Bern, entstand 1994 aus der Fusion von Lang & Knoll mit Gysi & Partner. Ende Juni traten Werner Lang und Peter Knoll aus der operativen Geschäftsführung zurück und gaben auch ihre Anteile an der Agentur ab. Neue Inhaber der Agentur sind seit 1. Juli Nicole Huber, Simone Quast, André Gysi und Silvano Spezia. Heute beschäftigt die Full-Service-Werbeagentur 37 Mitarbeitende und betreut 30 Kunden aus den Branchen Banken und Versicherungen, Einzelhandel, Energie, Post und Transport, Food und Nonfood als auch Medien, Kultur und Wissenschaft. Der Umsatz betrug 2002 40 Millionen, die Bruttobetriebseinnahmen 7,2 Millionen Franken. (la)
Interview: Luca Aloisi
