Die Zürcher Unruhe
Daniel Schifferle über neue Spielräume im Lokalradiomarkt der Limmatstadt
Daniel Schifferle über neue Spielräume im Lokalradiomarkt der LimmatstadtEnergy Zürich hat schon jetzt ein kleines Wunder vollbracht: Der Zürcher Radiomarkt erhält mit einem Schlag viel neuen Spielraum. Denn die wechselseitige Umklammerung der beiden Konkurrenten Z und 24 hat die Entwicklung der Zürcher Radiolandschaft blockiert. Der zermürbende Verdrängungskampf hat die Kräfte über Jahre gebunden und Experimentierfreude gelähmt. Jetzt ist vieles möglich.Das Schönste an der aktuellen Neupositionierung: Z verschenkt die oberen 15 Jahre seiner Zielgruppe – ein attraktives Publikumspaket, das zur Neuverteilung auf dem Serviertablett liegt. Findige Radiomacher haben jetzt die Chance, vom heimatlos gewordenen Publikumssegment der 35- bis 49-Jährigen eine Scheibe zu ergattern. Aber aufgepasst, das «überzählige» Publikum des ehemaligen Z gibts nicht umsonst. Im Gegenzug will Energy Zürich jugendliche Hörer bei anderen Sendern holen – bei DRS 3 oder Radio 105.
Z hatte nichts mehr zu verlieren, das zeigen die markanten Hörerverluste der aktuellen Halbjahreszahlen. Aber auch vielen anderen Deutschschweizer Radios rannte das Publikum davon – DRS-Sender hingegen haben schon seit zwei Jahren Zulauf. Das Privatradio scheint in seiner 20-jährigen Geschichte an Begeisterungskraft verloren zu haben.
Frische Ideen sind gefragt.
Ob Energy Zürich die besten Rezepte hat, steht dahin. Die Zürcher beweisen viel Vertrauen, wenn sie der NRJ Groupe die ganze Verantwortung über das Programm übergeben.
Zurückhaltender operieren die Basler. Zwar hält NRJ auch bei Basel One (vormals Edelweiss) Anteile und ist im VR vertreten, doch beim aktuellen Relaunch kamen die Rezepte von NRJ kaum zum Zuge.
Aus Sicht des Publikums sind die neuesten Umbrüche aber zwiespältig. Energy Zürich, und noch mehr der angekündigte Jugendsender, umwerben das ganz junge Publikum – Radio mutiert in Zürich vollends zum Jugendmedium. In diesem Umfeld könnte Roger Schawinskis Vorschlag – ein Radio für die über 35-Jährigen – bald reichlich Zuspruch finden.
> Daniel Schifferle, Ressortleiter Media
Z hatte nichts mehr zu verlieren, das zeigen die markanten Hörerverluste der aktuellen Halbjahreszahlen. Aber auch vielen anderen Deutschschweizer Radios rannte das Publikum davon – DRS-Sender hingegen haben schon seit zwei Jahren Zulauf. Das Privatradio scheint in seiner 20-jährigen Geschichte an Begeisterungskraft verloren zu haben.
Frische Ideen sind gefragt.
Ob Energy Zürich die besten Rezepte hat, steht dahin. Die Zürcher beweisen viel Vertrauen, wenn sie der NRJ Groupe die ganze Verantwortung über das Programm übergeben.
Zurückhaltender operieren die Basler. Zwar hält NRJ auch bei Basel One (vormals Edelweiss) Anteile und ist im VR vertreten, doch beim aktuellen Relaunch kamen die Rezepte von NRJ kaum zum Zuge.
Aus Sicht des Publikums sind die neuesten Umbrüche aber zwiespältig. Energy Zürich, und noch mehr der angekündigte Jugendsender, umwerben das ganz junge Publikum – Radio mutiert in Zürich vollends zum Jugendmedium. In diesem Umfeld könnte Roger Schawinskis Vorschlag – ein Radio für die über 35-Jährigen – bald reichlich Zuspruch finden.
> Daniel Schifferle, Ressortleiter Media
