«Wir suchen Personal»
Agenturen Geri Aebi, CEO Wirz Werbung, über Budgetgewinne und die neue Stimmung an der Zürcher Uetlibergstrasse.
Agenturen Geri Aebi, CEO Wirz Werbung, über Budgetgewinne und die neue Stimmung an der Zürcher Uetlibergstrasse.WW Wo steht Wirz Werbung heute?Geri Aebi: Nach einem wirklich nicht ganz einfachen Jahr taten wir uns auch in der Werbung für New Biz schwer. Mögliche Kunden fragten sich: Gibt es diese Firma übermorgen noch? Also haben wir uns auf bestehende Kunden konzentriert, Kosten gesenkt und Strukturen vereinfacht. Das war der grosse Job für mich im ersten Jahr als CEO bei Wirz.
Ist die Rechnung aufgegangen?
Wir haben in den letzten vier Monaten an fünf Pitches teilgenommen und vier davon gewonnen sowie zusätzlich zwei Neukunden ohne Pitch. Die grössten sind Helsana, die AZM Aargauer Zentralmolkerei, unter anderem mit Floralp. Unser neuster Coup ist die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Vier Agenturen haben für eine neue Dachkampagne gepitcht. In der Finalrunde haben wir am Morgen präsentiert und am Nachmittag den positiven Bescheid bekommen – ein echter Hammer.
Ist die Agentur damit über den Berg?
Ich bin vorsichtig mit Schlagworten wie Turnaround. Aber zumindest für das nächste Jahr können wir zuversichtlich nach vorne schauen.
Ist der Personalabbau nun gestoppt?
Erstmals seit langem suchen wir wieder Personal – und zwar nicht nur als Ersatz für Mitarbeitende, die auf Weltreise gehen. Wir brauchen noch eine starke BGL, einen jungen Berater, einen tollen Grafiker. Mit Wirz ist wieder zu rechnen.
Im letzten Jahr hat Wirz 25 Prozent Umsatz eingebüsst. Jost Wirz und einige Partner mussten über drei Millionen Franken einschiessen, damit die Agentur überlebt. Wie hat sich dieser Vorgang auf die Moral ausgewirkt?
Mehrere Partner – darunter auch ich als neuer – haben zusätzliches Aktienkapital gezeichnet. Die Moral? Ich kann primär für Wirz Werbung reden, als Nachfolger von Hansueli Schweizer. Da war einiges nicht ganz so, wie ich es erhofft oder erwartet habe. Aber obwohl wir in anderthalb Jahren von über 100 auf 70 Mitarbeiter abgespeckt haben, blieb die Stimmung erstaunlich positiv.
Was ist Ihr wichtigster Asset in dieser turbulenten Zeit?
Wichtig war sicher, dass nach einer Phase unklarer Führung wieder jemand da war, der den Schädel hinhält und auch sagt, wos langgeht. Als neuer CEO habe ich die eine oder andere Schwachstelle erkannt und Lösungen treffen können. Schlankere Strukturen heisst auch: Ich will, dass unsere Leute in der Beratung und Kreation mehr Selbstverantwortung übernehmen. Das schätzen Mitarbeiter und Kunden.
Aber letztlich mussten Sie mit harter Hand durchgreifen, um die Agentur zu sichern.
Unterschrieben habe ich meinen Vertrag, als die Branche noch ganz euphorisch gestimmt war. Vor dem 9/11, vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Logisch waren da von mir plötzlich ganz andere Sachen gefragt. Und in einer Agentur, die immer als sehr human und grosszügig galt, waren einige harte Schnitte und unpopuläre Massnahmen notwendig. Das war für mich als neuer CEO allerdings einfacher als für jemand, der über Jahrzehnte seine internen Kontakte und Beziehungen aufgebaut hatte.
In dieser Zeit wurde auch das neue Bürohaus gebaut. Wie sieht es mit der Vermietung aus?
Der Entscheid für den Neubau war langfristig eine absolut vernünftige Investition, doch der Umzug erfolgte zu einem ziemlich unglücklichen Zeitpunkt. Höhere Mietkosten gesellten sich zur Konjunkturkrise. Einiges ist schon untervermietet. Im Moment ziehen gerade Wirz PR und Identity zusammen, so dass im Hochhaus noch einmal Raum frei wird.
Wie reagieren Ihre Kunden, wenn sie durch Ihre luxuriöse Eingangshalle geführt werden?
Es gibt eigentlich niemanden, dem der Neubau nicht gefällt. Aber den Kunden gehts nur um eines: Bewegt unsere Werbung etwas im Markt. Mit 70 Leuten gelten wir in der Schweiz ja als grosse Agentur, sind aber letztlich ein KMU. Im internationalen Vergleich wären wir irgendwo im Mittelfeld, vielleicht auf Position 37. Aber im Unterschied zur Zehn-Mann-Agentur können wir auch bei Hochdruck mehrere Teams in einem internen Wettbewerb einsetzen. Zudem ist es ein Vorteil, die Spezialisten direkt im Haus zu haben: obs die eigenen sind wie etwa unsere strategischen Planer oder das Art Buying – oder aber diejenigen unserer Schwesteragenturen aus Online- und Direktmarketing oder PR und Identity.
Interview: Andreas Panzeri
Ist die Rechnung aufgegangen?
Wir haben in den letzten vier Monaten an fünf Pitches teilgenommen und vier davon gewonnen sowie zusätzlich zwei Neukunden ohne Pitch. Die grössten sind Helsana, die AZM Aargauer Zentralmolkerei, unter anderem mit Floralp. Unser neuster Coup ist die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Vier Agenturen haben für eine neue Dachkampagne gepitcht. In der Finalrunde haben wir am Morgen präsentiert und am Nachmittag den positiven Bescheid bekommen – ein echter Hammer.
Ist die Agentur damit über den Berg?
Ich bin vorsichtig mit Schlagworten wie Turnaround. Aber zumindest für das nächste Jahr können wir zuversichtlich nach vorne schauen.
Ist der Personalabbau nun gestoppt?
Erstmals seit langem suchen wir wieder Personal – und zwar nicht nur als Ersatz für Mitarbeitende, die auf Weltreise gehen. Wir brauchen noch eine starke BGL, einen jungen Berater, einen tollen Grafiker. Mit Wirz ist wieder zu rechnen.
Im letzten Jahr hat Wirz 25 Prozent Umsatz eingebüsst. Jost Wirz und einige Partner mussten über drei Millionen Franken einschiessen, damit die Agentur überlebt. Wie hat sich dieser Vorgang auf die Moral ausgewirkt?
Mehrere Partner – darunter auch ich als neuer – haben zusätzliches Aktienkapital gezeichnet. Die Moral? Ich kann primär für Wirz Werbung reden, als Nachfolger von Hansueli Schweizer. Da war einiges nicht ganz so, wie ich es erhofft oder erwartet habe. Aber obwohl wir in anderthalb Jahren von über 100 auf 70 Mitarbeiter abgespeckt haben, blieb die Stimmung erstaunlich positiv.
Was ist Ihr wichtigster Asset in dieser turbulenten Zeit?
Wichtig war sicher, dass nach einer Phase unklarer Führung wieder jemand da war, der den Schädel hinhält und auch sagt, wos langgeht. Als neuer CEO habe ich die eine oder andere Schwachstelle erkannt und Lösungen treffen können. Schlankere Strukturen heisst auch: Ich will, dass unsere Leute in der Beratung und Kreation mehr Selbstverantwortung übernehmen. Das schätzen Mitarbeiter und Kunden.
Aber letztlich mussten Sie mit harter Hand durchgreifen, um die Agentur zu sichern.
Unterschrieben habe ich meinen Vertrag, als die Branche noch ganz euphorisch gestimmt war. Vor dem 9/11, vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Logisch waren da von mir plötzlich ganz andere Sachen gefragt. Und in einer Agentur, die immer als sehr human und grosszügig galt, waren einige harte Schnitte und unpopuläre Massnahmen notwendig. Das war für mich als neuer CEO allerdings einfacher als für jemand, der über Jahrzehnte seine internen Kontakte und Beziehungen aufgebaut hatte.
In dieser Zeit wurde auch das neue Bürohaus gebaut. Wie sieht es mit der Vermietung aus?
Der Entscheid für den Neubau war langfristig eine absolut vernünftige Investition, doch der Umzug erfolgte zu einem ziemlich unglücklichen Zeitpunkt. Höhere Mietkosten gesellten sich zur Konjunkturkrise. Einiges ist schon untervermietet. Im Moment ziehen gerade Wirz PR und Identity zusammen, so dass im Hochhaus noch einmal Raum frei wird.
Wie reagieren Ihre Kunden, wenn sie durch Ihre luxuriöse Eingangshalle geführt werden?
Es gibt eigentlich niemanden, dem der Neubau nicht gefällt. Aber den Kunden gehts nur um eines: Bewegt unsere Werbung etwas im Markt. Mit 70 Leuten gelten wir in der Schweiz ja als grosse Agentur, sind aber letztlich ein KMU. Im internationalen Vergleich wären wir irgendwo im Mittelfeld, vielleicht auf Position 37. Aber im Unterschied zur Zehn-Mann-Agentur können wir auch bei Hochdruck mehrere Teams in einem internen Wettbewerb einsetzen. Zudem ist es ein Vorteil, die Spezialisten direkt im Haus zu haben: obs die eigenen sind wie etwa unsere strategischen Planer oder das Art Buying – oder aber diejenigen unserer Schwesteragenturen aus Online- und Direktmarketing oder PR und Identity.
Interview: Andreas Panzeri
