Langwieriges Verfahren
Medienpolitik Vor einem Jahr leitete die Wettbewerbskommission (Weko) eine Untersuchung gegen die PubliGroupe ein, weil diese möglicherweise Konkurrenten diskriminiere. Die Werbewoche fragte nach.
Medienpolitik Vor einem Jahr leitete die Wettbewerbskommission (Weko) eine Untersuchung gegen die PubliGroupe ein, weil diese möglicherweise Konkurrenten diskriminiere. Die Werbewoche fragte nach.Nach einjähriger Vorabklärung teilte die Weko am 6. November 2002 mit, sie habe Anhaltspunkte dafür gefunden, dass die PubliGroupe den Wettbewerb unter den Anzeigenvermittlern «unzulässig beschränkt». Deshalb eröffnete sie eine Untersuchung, um abzuklären, «ob die PubliGroupe ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht», indem sie einige Konkurrenten diskriminiere und deren Zugang zum Markt durch ungerechtfertigte Richtlinien blockiere. So weit die Vermutungen der Weko. Konkret ging es um die Vermittlerkommission (VK), die die PubliGroupe nur an Vermittler zahlt, wenn diese unter anderem einen Volumenmix von je 50 Prozent Rubriken- und kommerziellen Inseraten sowie ein Geschäftsvolumen von einer Million Franken oder von 100000 Franken in Pachttiteln des Verbands Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW) ausweisen.Die Sache wirbelte damals viel Staub auf, zumal die Weko ihre Vorabklärungen auf die Klage des kleinen Vermittlers Ad X hin getroffen hatte und in ihrem Bericht überaus deutliche Worte verwendete.
Heute, ein Jahr danach, sagt der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey zum Stand der Dinge: «Wir sind in der Untersuchung mittendrin. Einen ersten umfangreichen Fragebogen hat PubliGroupe beantwortet. Nun machen wir weitere Befragungen bei anderen Marktteilnehmern. Wir werden sicher noch einige Monate benötigen (…) wie viel genau, ist schwer zu
sagen.» Nebenbei: Mit «andern Marktteilnehmern» sind insbesondere Werbe- und Mediaagenturen gemeint, die auf Vorschlag von Ad X ebenfalls einbezogen wurden.
«Die Sache könnte sich hinziehen»
Bei der PubliGroupe herrscht Business as usual. Gemäss Georges von Csernatony, Mitglied der PubliGroupe-Direktion, wurden in den letzten zwölf Monaten «zwei oder drei» Vermittler neu kommissioniert, an den Richtlinien wurde aber «kein Komma» geändert. «Das machen wir jetzt sicher nicht», sagt er. Und fügt hinzu: «Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Dossier haben.» Im Übrigen behalte sich die PubliGroupe sämtliche Rechtsmittel vor. «Die Sache könnte sich allerdings noch zwei bis fünf Jahre hinziehen», weiss von Csernatony.
Dessen ist sich auch Werner Baumann, Managing Director von Ad X, bewusst. «So lange die Untersuchung im Gang ist, muss ich mich damit abfinden, dass wir von den «P»-Pachttiteln keine VK erhalten», sagt er. Immerhin etwas aber hat sich bei Ad X geändert: Die Firma konnte ihre Kundenzahl auf über 30 ausweiten und weist nun auch den geforderten Volumenmix aus. Ad X arbeitet zudem auch für Werbe- und Mediaagenturen. «Aber der kommerzielle Umsatz reicht noch immer nicht für die VK-Berechtigung», sagt Baumann.
Ad X ist mittlerweile Mitglied des Verbandes der Schweizer Anzeigen- und Medienverkaufsunternehmen (Sava). Dort hat man sich aber für das Ad-X-Anliegen kaum stark gemacht, «denn das betrifft nur einen Teil unserer Mitglieder», sagt Präsident Max Küenzler. Zum VSW und zur PubliGroupe indes existieren schon seit Jahren Kontakte, im Ausbildungs- und im technischen Bereich (Anzeigen-Übermittlung) arbeitet man auch zusammen. «Das hat aber weniger mit der Weko-Untersuchung als mit einer personell bedingten Öffnung beim VSW zu tun», sagt Küenzler. Selbst ein Zusammengehen – etwa unter einem gemeinsamen Verbandsdach – sei nicht ausgeschlossen. Dies stehe aber derzeit nicht im Vordergrund, sagt der Sava-Präsident.
PubliGroupe-Direktor Georges von Csernatony: «Wir haben ein gutes Dossier.»
Markus Knöpfli
Heute, ein Jahr danach, sagt der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey zum Stand der Dinge: «Wir sind in der Untersuchung mittendrin. Einen ersten umfangreichen Fragebogen hat PubliGroupe beantwortet. Nun machen wir weitere Befragungen bei anderen Marktteilnehmern. Wir werden sicher noch einige Monate benötigen (…) wie viel genau, ist schwer zu
sagen.» Nebenbei: Mit «andern Marktteilnehmern» sind insbesondere Werbe- und Mediaagenturen gemeint, die auf Vorschlag von Ad X ebenfalls einbezogen wurden.
«Die Sache könnte sich hinziehen»
Bei der PubliGroupe herrscht Business as usual. Gemäss Georges von Csernatony, Mitglied der PubliGroupe-Direktion, wurden in den letzten zwölf Monaten «zwei oder drei» Vermittler neu kommissioniert, an den Richtlinien wurde aber «kein Komma» geändert. «Das machen wir jetzt sicher nicht», sagt er. Und fügt hinzu: «Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Dossier haben.» Im Übrigen behalte sich die PubliGroupe sämtliche Rechtsmittel vor. «Die Sache könnte sich allerdings noch zwei bis fünf Jahre hinziehen», weiss von Csernatony.
Dessen ist sich auch Werner Baumann, Managing Director von Ad X, bewusst. «So lange die Untersuchung im Gang ist, muss ich mich damit abfinden, dass wir von den «P»-Pachttiteln keine VK erhalten», sagt er. Immerhin etwas aber hat sich bei Ad X geändert: Die Firma konnte ihre Kundenzahl auf über 30 ausweiten und weist nun auch den geforderten Volumenmix aus. Ad X arbeitet zudem auch für Werbe- und Mediaagenturen. «Aber der kommerzielle Umsatz reicht noch immer nicht für die VK-Berechtigung», sagt Baumann.
Ad X ist mittlerweile Mitglied des Verbandes der Schweizer Anzeigen- und Medienverkaufsunternehmen (Sava). Dort hat man sich aber für das Ad-X-Anliegen kaum stark gemacht, «denn das betrifft nur einen Teil unserer Mitglieder», sagt Präsident Max Küenzler. Zum VSW und zur PubliGroupe indes existieren schon seit Jahren Kontakte, im Ausbildungs- und im technischen Bereich (Anzeigen-Übermittlung) arbeitet man auch zusammen. «Das hat aber weniger mit der Weko-Untersuchung als mit einer personell bedingten Öffnung beim VSW zu tun», sagt Küenzler. Selbst ein Zusammengehen – etwa unter einem gemeinsamen Verbandsdach – sei nicht ausgeschlossen. Dies stehe aber derzeit nicht im Vordergrund, sagt der Sava-Präsident.
PubliGroupe-Direktor Georges von Csernatony: «Wir haben ein gutes Dossier.»
Markus Knöpfli
