Tagi kuscht vor Autolobby
Zeitungen Die Chefs des Tages-Anzeigers kippten einen offenbar allzu kritischen Offroader-Kommentar.
Zeitungen Die Chefs des Tages-Anzeigers kippten einen offenbar allzu kritischen Offroader-Kommentar.
Ende Oktober sollte im Lokalteil des Tages-Anzeigers eine Glosse über die so genannten Sports Utility Vehicles (SUV) erscheinen. Wie die Werbewoche erfuhr, wurde der süffisante, mit «Safari zur Kinderkrippe» überschriebene Text über das Paradox urbaner Geländewagen von Tagesleiter Hanspeter Bürgin kurz vor Drucklegung aus dem Verkehr gezogen. Interne Begründung für die rote Ampel: Dieser Artikel lohne absehbare Streitigkeiten mit den Schweizer Importeuren von SUV-Karossen nicht.Peter Hartmeier, der Bürgins heiklen Eingriff absegnete, will von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der werbeintensiven Autoindustrie indes nichts (mehr) wissen. Ausser dem Bekenntnis, dass «solche Interventionen nun mal zur Redaktionsführung gehören», war dem Tagi-Chefredaktor kein Kommentar zu diesem Fall von Selbstzensur zu entlocken. Auch zu Gerüchten, dass just dem betroffenen Blauen Bund, aber auch der Kulturredaktion ein 30-prozentiger Cost Cut bevorstehe, wollte sich Hartmeier nicht äussern. Bestätigt hat er in einem internen Mail einzig, dass der Tamedia-Verwaltungsrat – nach dem verschobenen Entscheid von vergangenem Freitag – die grosse Tagi-Reform «auf jeden Fall noch im vierten Quartal» kommunizieren werde.
(oc)
Ende Oktober sollte im Lokalteil des Tages-Anzeigers eine Glosse über die so genannten Sports Utility Vehicles (SUV) erscheinen. Wie die Werbewoche erfuhr, wurde der süffisante, mit «Safari zur Kinderkrippe» überschriebene Text über das Paradox urbaner Geländewagen von Tagesleiter Hanspeter Bürgin kurz vor Drucklegung aus dem Verkehr gezogen. Interne Begründung für die rote Ampel: Dieser Artikel lohne absehbare Streitigkeiten mit den Schweizer Importeuren von SUV-Karossen nicht.Peter Hartmeier, der Bürgins heiklen Eingriff absegnete, will von vorauseilendem Gehorsam gegenüber der werbeintensiven Autoindustrie indes nichts (mehr) wissen. Ausser dem Bekenntnis, dass «solche Interventionen nun mal zur Redaktionsführung gehören», war dem Tagi-Chefredaktor kein Kommentar zu diesem Fall von Selbstzensur zu entlocken. Auch zu Gerüchten, dass just dem betroffenen Blauen Bund, aber auch der Kulturredaktion ein 30-prozentiger Cost Cut bevorstehe, wollte sich Hartmeier nicht äussern. Bestätigt hat er in einem internen Mail einzig, dass der Tamedia-Verwaltungsrat – nach dem verschobenen Entscheid von vergangenem Freitag – die grosse Tagi-Reform «auf jeden Fall noch im vierten Quartal» kommunizieren werde.
(oc)
