Aus dem Schneider

Urs Schneider hat seine Mediaagentur in weniger als drei Jahren zu einer Schweizer Topadresse gemacht.«Viele Kampagnen sind wunderschön, aber man sieht sie nicht», sinniert Urs Schneider. Der Mediaspezialist im Zürcher Seefeld hat deshalb

Urs Schneider hat seine Mediaagentur in weniger als drei Jahren zu einer Schweizer Topadresse gemacht.«Viele Kampagnen sind wunderschön, aber man sieht sie nicht», sinniert Urs Schneider. Der Mediaspezialist im Zürcher Seefeld hat deshalb ein ganzes Berufsleben lang Ideen entwickelt, damit dieses sinnlose Verstreuen von Werbegeldern in kreative Bahnen gelenkt werden könnte. «Man gibt viel mehr Geld in den Media aus als in der Kreation.» Da ist es für Schneider nur logisch, dass er in der Mediaplanung auch «viel mehr als nur Erscheinungspläne und Kostenberechnungen bietet».
Mit dieser «Strategie» hat sich Mediaschneider in weniger als drei Jahren zu einer führenden Agentur in der Schweizer Mediaszene entwickelt. Im Juni 2001 ist das Unternehmen mit zwei Assistenten und «ohne einen einzigen Kunden» gestartet. Heute arbeiten zehn Leute für zwanzig Kunden. Mit diesen hat man 2002 einen Umsatz von 78 Millionen Franken erwirtschaftet – und dieser Abschluss soll 2003 noch übertroffen werden.
Der Patron der inhabergeführten Agentur ist sich bewusst: «Ein Punktekoch kann nicht mehr alles selber kochen, aber er muss wissen, was seinen Kunden aufgetischt wird, und sich regelmässig im Restaurant zeigen.» Immer mehr Umsatz zu machen, ist deshalb für Schneider kein Mass für die Qualität seiner Agentur. «Mit jeder Million, die dazukommt, muss man logischerweise auch Arbeit delegieren», weiss er.
Bei Mediaschneider ist es Konzept, dass die Strategie von den Leuten umgesetzt wird, die sie auch mitgestaltet haben. Die Planung wird nicht getrennt vom Medieneinkauf. Auch das Controlling wird vom selben Team durchgeführt. Schneider: «Wenn Arbeiten immer weiter aufgeteilt werden, herrscht mit der Zeit kollektive Verantwortungslosigkeit.»
Damit diese Arbeitsstruktur jederzeit funktioniert, sind bei Mediaschneider immer zwei Planer gemeinsam für einen Kunden zuständig. «Einer hat den Lead, aber beide sind Ansprechpartner und wissen über alles Bescheid.»
Eine grosse Herausforderung sieht Schneider in der immer grösseren Vielfalt der Medien – auch «Massnahmen below the line» würden immer wichtiger. Hier gilt es, die Übersicht zu behalten, angefangen von neuen Entwicklungen im Printbereich über Trends im Internet bis zu Werbung auf Pizzaschachteln. «Breiten- und Tiefenstrategie ist Schnee von gestern. Wir suchen nach neuen Strategiemodellen», meint er und formuliert als Stichwort «die Kombination von Kreation und Media».
Reingekommen in diese Welt der Media ist Schneider als Lehrling bei der Publicitas. Anzeigen verkaufen am Telefon sei eine gute Schule gewesen. «Noch heute habe ich höchsten Respekt vor jedem, der mich anruft und ein Angebot machen will. Ein ganz harter Job.»
Sein weiterer Weg führte ihn über die Werbeassistentenschule als Mediaplaner nach London sowie zur P nach Genf. Bei der späteren Publimedia in Zürich war er für Verlagsmarketing und die Ausbildung zuständig, bevor er nach 26 Jahren als Anzeigenchef zum Blick wechselte und schliesslich bei Ringier als Key-Account-Manager aufgebaut wurde. Es folgte eine kurze Periode als Geschäftsführer bei Wolfgang Mecklenburg und schliesslich der Entschluss zur Eröffnung der eigenen Agentur. Mit dieser ist Schneider heute dort, wo er gemäss Businessplan eigentlich erst in fünf Jahren sein wollte. Vielleicht gilt ja auch hier sein Credo: «Wichtig ist, nach jedem Auftrag aus dem Controlling zu lernen.»
Urs Schneider ist verheiratet und stolzer Vater zweier Buben. In seiner Freizeit fährt er am liebsten Velo.
Er ist ein virtuoser Fahrradfahrer, hat er es in jungen Jahren doch bis zum 7. Rang an der Weltmeisterschaft im Kunstfahren gebracht. Seine weiteren Hobbys sind Yoga und seit 25 Jahren sein Lehramt in Statistik am Sawi. «Kein einfaches Fach. Aber wenn ich jemandem etwas Spass an Zahlen vermitteln kann, ist das auch für mich ein Vergnügen.»
«Ich habe höchsten Respekt vor jedem, der Anzeigen verkauft»: Urs Schneider, Inhaber Mediaschneider.

Andreas Panzeri

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