«Da entsteht ein Powerhouse»

Agenturen Mit der Fusion von Saatchi & Saatchi und Simko entsteht in Genf die grösste Werbeagentur der Romandie. CEO Pedro Simko gibt Auskunft.

Agenturen Mit der Fusion von Saatchi & Saatchi und Simko entsteht in Genf die grösste Werbeagentur der Romandie. CEO Pedro Simko gibt Auskunft.
WW Im BSW-Ranking 2002 platzierte sich Saatchi&Saatchi mit rund sechs Millionen Franken BBE auf dem 17. Rang. Um wie viele Ränge würde die fusionierte Agentur vorrücken? Pedro Simko: Auf Grund des Oxley-Gesetzes darf ich leider nicht mehr dazu sagen, als dass wir eine grosse Agentur werden und dass wir 2002 kumuliert einen BBE von rund zehn Millionen Franken erzielt haben. (Anm. d. Red.: Damit wäre die Agentur auf Platz 11 gelandet.)
Wie sehen die Beteiligungsverhältnisse an der neuen Agentur aus?
Auch zu diesem Thema darf ich mich im Moment nicht äussern. Wichtig sind nicht die Beteiligungsverhältnisse an der neuen Agentur, sondern dass die Führung der Agentur aus den besten Köpfen von Saatchi & Saatchi und Simko bestehen wird.2003 war für die Branche ein schwieriges Jahr – da macht ein solcher Merger Sinn.Unsere Fusion hat nichts mit der Konjunktur zu tun, sondern allein mit strategischen Überlegungen. Zudem hatten erste Gespräche schon vor 2002 stattgefunden. Die Idee zur Fusion entstand durch eine lange Bekanntschaft zwischen dem CEO Worldwide von Saatchi & Saatchi, Kevin Roberts, und mir. Wir kennen uns von unserer Zeit bei Procter & Gamble in Genf.
Dann ist Procter & Gamble (P&G) der Grund für die Fusion?
Einerseits ist Saatchi & Saatchi eine der Hauptagenturen von P&G weltweit, andererseits steht der europäische Hauptsitz von P&G vor unserer Haustüre. Es ist sehr naheliegend, dass die neue Nähe zu einer engeren Zusammenarbeit führt. Wenn Sie so wollen, ist P&G die Kirsche auf dem Kuchen. Die grundlegende Idee der Fusion liegt aber klar in der Komplementarität der Agenturen. Saatchi & Saatchi ist im B-to-B-Bereich und international, Simko im B-to-C-Bereich und lokal stark. Wenn man das nun zusammenbringt, sollte ein Powerhouse entstehen, weil der Zusammenschluss mehr ist als die Summe der einzelnen Agenturen. So können wir die Anzahl Entlassungen minim halten.
Saatchi & Saatchi, Nyon, und Simko, Genf, liegen einen Steinwurf voneinander entfernt. Ziehen die Agenturen unter ein Dach?
Das Büro Nyon zieht demnächst bei uns ein, wo es – trotz neuer Büros im zweiten Stock – mit neu 35 Beschäftigten etwas enger wird. Auf 2005 haben wir eine bessere Lösung: Wir haben bereits wunderschöne Räumlichkeiten gefunden.
Mit der Fusion gehört Simko nun auch zum grössten Netzwerk der Schweiz, zu Publicis. Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie zur Satellitagentur mutieren?
Absolut nicht. Alle Agenturen im Publicis-Netzwerk arbeiten sehr selbstständig und haben unterschiedliche Kulturen. Während der ganzen Verhandlungen hatte ich keinen Kontakt mit Publicis Schweiz; nur mit den Leuten der Gruppe in Paris. Saatchi & Saatchi Simko positioniert sich als ‹The Ideas Company›, das entspricht sowohl der Positionierung von Simko als auch derjenigen von Saatchi & Saatchi Worldwide.
Wie sieht die interne Aufgabenaufteilung zukünftig aus?
Die Schlüsselstellen teilen sich Olivier Girard als CD, Tony Shone als Client Service Director im internationalen Geschäft, Nina Hugentobler im nationalen Business als Client Service Director sowie meine Wenigkeit als CEO. Interview:
«The Ideas Company»: Pedro Simko (46) von Saatchi & Saatchi Simko.
Luca Aloisi

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