Zu viele Solos bei Werbebuchungen
Werbevermarkterin Radiotele ruft Kunden und Sender zu Tariftreue auf.
Werbevermarkterin Radiotele ruft Kunden und Sender zu Tariftreue auf.Wenn ein Kunde über einen Vermarkter Radiowerbung bucht, ist immer auch eine Vermittlerkommission (VK) im Preis enthalten – die Marge für den Vermarkter. Die VK beträgt je nach Sender oder Pool zwischen 5 und 20 Prozent. Nun gibt es Sender, die ihre Kunden dazu auffordern, direkt bei ihnen statt über die Vermarkter zu buchen. «Alles, was nicht über den Vermarkter kommt, ist ihnen lieber», sagt Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radio bei Radiotele. Manche Kunden gehen darauf ein, weil sie sich so die VK sparen können. «Und meist erhalten sie auch noch Freespace», weiss Kilchsperger.Es gibt deutliche Hinweise für solches Geschäftsgebaren. So komme es vor, «dass uns nationale Kunden auffordern, beim Buchen von Radiopools den einen oder anderen Sender nicht einzubeziehen, weil sie mit ihm einen ‹Mega-Deal› abgeschlossen hätten», erzählt Kilchsperger. «Solche Abkommen werden uns gegenüber fast immer zum Staatsgeheimnis gemacht.» Kilchsperger schätzt, dass etwa acht Radios in der Deutschschweiz und vier in der Romandie solche Deals einfädeln, also rund ein Drittel aller Sender. Namen nennt er nicht.
Das Mass ist voll
Nun ist ihm aber der Kragen geplatzt. In einem Mail an Radiosender und Kunden rechnet er vor, dass dieses Verhalten spätestens beim Pool-Buchen teurer wird. «Denn wenn ein Kunde oder eine Mediaagentur verlangt, dass wir einen von uns empfohlenen Pool ohne Sender X oder Y buchen, dann sind wir ja gezwungen, die Pool-Buchung in Solo-Buchungen umzuwandeln», sagt Felix Kilchsperger.
Solo-Buchungen sind aber 23 bis 45 Prozent teurer (siehe Tabelle). Kilchspergers Fazit: «Hat ein Kunde bei einem Sender nicht mindestens 25 Prozent rausgeholt, macht er einen äusserst schlechten Deal. In der Westschweiz müssten es gar 50 Prozent Freespace sein.» Doch auch das reicht oft nicht. Die Differenz von Einzel- und Pool-Buchung beispielsweise beim City-Pool beträgt 22 000 Franken – ziemlich genau der Wert von Basilisk. Mit anderen Worten: In diesem Fall müsste sich Basilisk dem Kunden kostenlos anbieten oder 100 Prozent Freespace dazugeben, damit dieser nicht teurer fährt.
Kein Wunder zeigt Kilchspergers Warnung erste Erfolge. «Wir haben ein Ross aufgescheucht. Einige Kunden haben bereits reagiert, weil sie gemerkt haben, dass ihre Deals weniger attraktiv sind», sagt er.
Markus Knöpfli
Das Mass ist voll
Nun ist ihm aber der Kragen geplatzt. In einem Mail an Radiosender und Kunden rechnet er vor, dass dieses Verhalten spätestens beim Pool-Buchen teurer wird. «Denn wenn ein Kunde oder eine Mediaagentur verlangt, dass wir einen von uns empfohlenen Pool ohne Sender X oder Y buchen, dann sind wir ja gezwungen, die Pool-Buchung in Solo-Buchungen umzuwandeln», sagt Felix Kilchsperger.
Solo-Buchungen sind aber 23 bis 45 Prozent teurer (siehe Tabelle). Kilchspergers Fazit: «Hat ein Kunde bei einem Sender nicht mindestens 25 Prozent rausgeholt, macht er einen äusserst schlechten Deal. In der Westschweiz müssten es gar 50 Prozent Freespace sein.» Doch auch das reicht oft nicht. Die Differenz von Einzel- und Pool-Buchung beispielsweise beim City-Pool beträgt 22 000 Franken – ziemlich genau der Wert von Basilisk. Mit anderen Worten: In diesem Fall müsste sich Basilisk dem Kunden kostenlos anbieten oder 100 Prozent Freespace dazugeben, damit dieser nicht teurer fährt.
Kein Wunder zeigt Kilchspergers Warnung erste Erfolge. «Wir haben ein Ross aufgescheucht. Einige Kunden haben bereits reagiert, weil sie gemerkt haben, dass ihre Deals weniger attraktiv sind», sagt er.
Markus Knöpfli
